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Antimykotika

Letzte Aktualisierung: 4.8.2021

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Die Antimykotika sind hauptsächlich in vier Gruppen unterteilt und unterscheiden sich neben ihrer chemischen Struktur u.a. auch im spezifischen Wirkspektrum. Während i.v. Breitband-Antimykotika (wie z.B. Fluconazol oder lipidformuliertes Amphotericin B) beinahe alle bekannten Pilze einschließen, sind topische Pharmaka (wie z.B. Clotrimazol) in ihrem Wirkspektrum häufig eingeschränkter.

Allgemeines [1]

  • Wirkmechanismus
    • Hemmung der Ergosterol-Synthese
    • Primär fungistatisch, teilweise auch fungizid
    • Teilweise auch Wirkung gegen Bakterien [2]
  • Unterteilung
    • Imidazole: Bei systemischer Anwendung starke Nebenwirkungen, deshalb nur zur Lokaltherapie geeignet
    • Triazole: Nebenwirkungsärmer, systemische Anwendung möglich
  • Vorteile
    • Breites Wirkspektrum
    • Liquorgängige Präparate
  • Nachteile
    • Schlechte Verträglichkeit bei systemischer Anwendung
    • Schlechte Penetration in Biofilme [3]
    • Viele Arzneimittelinteraktionen

Imidazole

Wirkstoffe Charakteristika Bevorzugte Einsatzgebiete Applikationsformen Wichtige Kontraindikationen Wichtige Nebenwirkungen
Clotrimazol
  • Breitspektrum-Antimykotika zur lokalen Anwendung
  • Lokal
  • Keine
  • Selten: Lokale Hautreaktionen
Ketoconazol
Bifonazol
  • Lokal
  • Anwendung in der Schwangerschaft nur unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung
  • Selten: Lokale Hautreaktionen

Triazole

Wirkstoffe Charakteristika Bevorzugte Einsatzgebiete Applikationsformen Wichtige Kontraindikationen Wichtige Nebenwirkungen
Fluconazol
  • Breitspektrum-Antimykotika
  • Per os
  • Intravenös
Voriconazol
Itraconazol
  • Per os
Posaconazol
  • Per os

Fluconazol ist bei der Aspergillose unwirksam!

Allgemeines [1]

  • Wirkmechanismus
  • Vorteile
    • Breites Wirkspektrum
    • Kaum Resistenzen
  • Nachteile
    • Sehr hohe Toxizität
      • Lipidformulierung: Senkt Nephrotoxizität deutlich
Wirkstoffe Charakteristika Bevorzugte Einsatzgebiete Applikationsformen Wichtige Kontraindikationen Wichtige Nebenwirkungen
Amphotericin B
  • Intravenös: Sehr nebenwirkungsreich
  • Nur lipidformulierte Präparate anwenden
  • Sehr breites Wirkspektrum
  • Lokal
  • Intravenös
  • Nephrotoxizität
  • Fieber, Schüttelfrost
  • Übelkeit
  • Rigor
  • Hypotonie, u.a
Nystatin
  • Nur lokale Anwendung möglich
  • Prophylaktische perorale Gabe bei Immunsuppression
  • Während Schwangerschaft und Stillzeit nur unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung

Allgemeines [1]

  • Wirkmechanismus
    • Hemmung der Beta-(1,3)-Glucan-Synthese → Störung der Zellwand → Fungizide Wirkung
  • Vorteile
    • Breites Wirkspektrum
    • Penetration in Biofilme
    • Höchste Verträglichkeit unter den systemisch anwendbaren Antimykotika
  • Nachteile
    • Nicht liquorgängig
    • Hohe Therapiekosten
    • Hepatotoxizität (insb. bei Micafungin)
Wirkstoffe Charakteristika Bevorzugte Einsatzgebiete Applikationsformen Wichtige Kontraindikationen Wichtige Nebenwirkungen
Caspofungin
  • Kaum Vergleichsdaten bzgl. der antimykotischen Wirkung von Caspofungin und Anidulafungin
  • Anidulafungin evtl. etwas besser verträglich
  • Derzeit systemische Breitbandantimykotika mit der besten Verträglichkeit
  • Intravenös
Anidulafungin
Micafungin
  • Hinweise auf stärkere Hepatotoxizität
  • Tierexperimentell V.a. kanzerogene Wirkung (Auslösung hepatozellulärer Karzinome)
  • Ähnliches Wirkspektrum wie Caspofungin, aber wegen der möglichen hepatischen Nebenwirkungen derzeit nur zurückhaltende Anwendung

Wirkstoffe Charakteristika Bevorzugte Einsatzgebiete Applikationsformen Wichtige Kontraindikationen Wichtige Nebenwirkungen
Ciclopirox
  • Weit verbreitetes lokales Antimykotikum (v.a. bei Onychomykosen)
  • Lokal
  • Keine Anwendung am Auge
Terbinafin
  • Schlechte Verträglichkeit
  • Per os
  • Lokal
Griseofulvin [5]
  • Per os
Flucytosin [5]
  • Schmalspektrumantimykotikum zur systemischen Anwendung
  • Synergismus mit Amphotericin B: Kombinationsbehandlung
  • Intravenös

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Antimykotika

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  1. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2019 .
  2. Nenoff et al.: Bifonazol – In-vitro-Wirksamkeit gegenüber Corynebacterium minutissimum – ein Update zur Diagnostik und Therapie des Erythrasmas In: Aktuelle Dermatologie. Band: 38, Nummer: 08/09, 2012, doi: 10.1055/s-0032-1306765 . | Open in Read by QxMD p. 316-322.
  3. Mukherjee, Chandra: Candida biofilm resistance In: Drug Resistance Updates. Band: 7, Nummer: 4-5, 2004, doi: 10.1016/j.drup.2004.09.002 . | Open in Read by QxMD p. 301-309.
  4. Rote-Hand-Brief zu Ecalta: Infusionslösung darf nicht eingefroren werden. Stand: 4. Februar 2020. Abgerufen am: 6. Februar 2020.
  5. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2018 .
  6. Rote-Hand-Brief zu Ancotil® (Flucytosin): Aktualisierte Empfehlungen zur Anwendung bei Patienten mit Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD)-Mangel. Stand: 4. Juni 2020. Abgerufen am: 8. Juni 2020.
  7. Lüllmann et al.: Pharmakologie und Toxikologie. 15. Auflage Thieme 2002, ISBN: 3-133-68515-5 .