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Östrogenwirkung und assoziierte Erkrankungen

Letzte Aktualisierung: 16.7.2020

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Östrogen ist eines der wichtigsten weiblichen Sexualhormone. Das Steroidhormon wird hauptsächlich in den Ovarien (weniger auch z.B. in Nebennierenrinde und Fettgewebe) durch Umwandlung von Androgenen gebildet und zyklusabhängig ausgeschüttet. Östrogen ist zur Ausprägung und Aufrechterhaltung der primären und sekundären Geschlechtsorgane essentiell, wirkt aber auch an multiplen anderen Organsystemen im Körper (z.B. Knochenstoffwechsel, Blutgerinnung, Leber). Im Rahmen des Klimakteriums kommt es zu einer Abnahme des Östrogenspiegels mit entsprechenden körperlichen Veränderungen. Auch Männer produzieren Östrogene, physiologischerweise überwiegt jedoch die Androgenwirkung. Kommt es aber zu einem hormonellen Ungleichgewicht, kann sich beispielsweise eine Gynäkomastie - eine Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann - ausbilden.

Östrogen fördert die sexuelle Entwicklung der Frau und stimuliert die Reifung/Ausprägung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale.

Synthese

Adipositas führt zu einer vermehrten Östrogensynthese in den Fettzellen und ist dadurch ein wichtiger Risikofaktor für Mammakarzinome!

Genital

Extragenital

  • Knochen: Knochenaufbau über Aktivierung der Osteoblasten, Schluss der Epiphysenfugen
  • Gefäßsystem: Protektiver Effekt (positiver Effekt auf Fettstoffwechsel, antihypertensiv)
  • Blutgerinnung: Erhöhte Thrombose- und Gerinnungsneigung
  • Weibliche Fettverteilung
  • Niere: Wasser- und Natriumretention erhöht → Wassereinlagerung
  • Proteinsynthese: Verstärkt (anabole Wirkung)
  • Leber: Verminderung der Bilirubinausscheidung

Mögliche Nebenwirkungen eines erhöhten Östrogenspiegels durch endogene Produktion oder medikamentöse Gabe

Erhöhte Thromboseneigung!

Siehe Klimakterium

Echte Gynäkomastie

Falsche Gynäkomastie

  • Definition: Lipomastie (Fetteinlagerung) in die Brust bei Adipositas
  • Ätiologie: Adipositas
  • Therapie: Gewichtsabnahme

Physiologische Gynäkomastie

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2021, DIMDI.

  1. Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2010 .
  2. Nieschlag et al.: Andrologie. 3. Auflage Springer 2009, ISBN: 978-3-540-92962-8 .