Stoffwechsel

Enzyme und ihre Substrate – Schwanger trotz Pille?

Diese Möglichkeit besteht tatsächlich und zwar nicht nur bei unsachgemäßer Einnahme der Pille. Schuld daran kann eine gleichzeitige Einnahme von Johanniskrautpräparaten sein. Diese beeinflussen CYP3A4, ein Enzym des Cytochrom-P450-Systems der Leber, welches eine wichtige Rolle bei der Biotransformation körpereigener und -fremder Stoffe spielt.

Sehr viele Medikamente werden durch diese Enzymfamilie aktiviert bzw. zur Ausscheidung vorbereitet. Zu den Substraten von CYP3A4 gehören u.a. auch Steroidhormone wie Östrogene und Progesteron. Einige Substanzen und Arzneimittel wie z.B. Johanniskraut interagieren mit CYP3A4 und induzieren bzw. hemmen so seine Aktivität. Eine Enzyminduktion führt zu einer beschleunigten Umsetzung und dadurch zu einem schnelleren Abbau des Substrates – das Medikament wirkt also weniger stark und weniger lang.

Wenn eine Patientin unter hormoneller Kontrazeption (z.B. “Pille”) gleichzeitig einen Enzyminduktor einnimmt, kann dieser die Wirkung des Kontrazeptivums abschwächen! Dies ist nur ein Beispiel einer Medikamenteninteraktion – es zeigt aber, wie wichtig es ist, die pharmakologischen Grundlagen zu beherrschen.

An apple a day keeps the Skorbut away

Ausfallende Zähne, ständige Infekte, langsame Wundheilung - alles typische Symptome von Skorbut, einer Hypovitaminose, die durch einen Mangel an Vitamin C ausgelöst wird. Skorbut war bei den alten Seefahrern eine häufige und oft lebensbedrohliche Erkrankung, da deren Nahrung an Bord oft mehrere Monate lang haltbar sein musste und daher kaum frisches Obst oder Gemüse beinhaltete.

In den heutigen Industrienationen glaubte man Skorbut quasi ausgerottet - denn schon eine halbe Paprika oder eine Apfelsine am Tag decken die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Tagesdosis an Vitamin C von 95 mg für Frauen bzw. 110 mg für Männer. Umso erschreckender, dass eine Diabetologin in Australien vor kurzer Zeit bei einigen ihrer Patienten Skorbut diagnostiziert hat. Auf Nachfrage gaben diese an, kein oder nur völlig verkochtes Obst und Gemüse zu essen.

Eine Vitamin-C-Substitution empfiehlt die DGE übrigens nicht: Lediglich schwer körperlich arbeitende oder extremer Kälte ausgesetzte Personen würden davon profitieren. Da überschüssiges Vitamin C nicht gespeichert, sondern über die Nieren ausgeschieden wird, besteht die Wirkung von Vitamin-C-Präparaten also v.a. in der Ausscheidung von ziemlich teurem und saurem Urin ;-).

Hello Sunshine, my old friend...

Das launische Aprilwetter scheint endgültig vorüber; die Wiesen und Parks sind wieder voll mit sonnenbadenden Menschen. Was passiert eigentlich genau, wenn Sonnenstrahlen auf unsere Haut treffen? Warum lässt das unseren Teint dunkler, unsere Stimmung jedoch heller werden?

Sonnenstrahlen enthalten Strahlungsenergie (v.a. UV-B), die das Melanin in den Melanozyten zum Schwingen bringt, woraufhin diese die potentiell DNA-schädigende Strahlung in harmlose Wärmestrahlung umsetzen. Zusätzlich stimuliert UV-B (und in geringerem Maße auch UV-A) die Melanogenese, d.h. es ist mehr Melanin vorhanden, der Teint wird dunkler.

Neben den Melanozyten reagiert auch das in der Haut gespeicherte 7-Dehydrocholesterin, das durch die UV-Strahlung in die Vitamin-D-Vorstufe Cholecalciferol gespalten wird. Vitamin D beeinflusst neben dem Calcium- und Phosphathaushalt auch die Serotonin-, Dopamin- und Noradrenalinspiegel im Gehirn. Diese Neurotransmitter spielen eine wichtige Rolle für die Stimmung und können bei Mangel zu depressiven Störungen führen.

Hast du Lust, dir diese Zusammenhänge nochmal in Ruhe durchzulesen?

Haut (in AMBOSS)

Vitamin D (in AMBOSS)

Neurotransmitter (in AMBOSS)

Hier (ncbi.nlm.nih.gov) kannst du dich tiefergehend über die Beeinflussung von UV-Strahlung auf die Stimmung informieren.