Sinnesphysiologie

Der Duft nach Keksen und Kindheit

Wir alle kennen das: Man riecht den Duft von Apfelstrudel, Tee und ausgeblasenen Kerzen und schon sitzen wir in Gedanken wieder im Wohnzimmer unserer Eltern und warten auf das Christkind. Dass der menschliche Geruchssinn mit dem Gedächtnis eng verknüpft ist, ist weitgehend bekannt. Woran das liegt, konnte die Wissenschaft allerdings noch nicht abschließend klären.

Man weiß jedoch bereits, dass der Geruchssinn eine besonders enge Verknüpfung mit dem Hippocampus hat, der „Schaltzentrale“ unseres Gedächtnisses. In wissenschaftlichen Studien wurde mithilfe von MRT-Untersuchungen herausgefunden, dass mit Gerüchen verknüpfte Erinnerungen zu einer verstärkten Aktivität des rechten vorderen Hippocampus führen.

Was lernen wir daraus? Immer schön im weihnachtlichen Wohnzimmer die AMBOSS-Kapitel lesen und bei der Prüfung bloß nicht die Zimtsterne vergessen! ;)

Wenn der Kopf Karussell fährt

Karussellfahrten und Alkohol – der Schwindel, der einem nach einem Übermaß an beidem ereilt, wird jeweils durch widersprüchliche Wahrnehmungen der Sinneszellen von Augen, Gleichgewichtsorgan und Tiefensensibilität verursacht.

Nach einer Karussellfahrt melden Augen und Tiefensensibilität zwar Ruhe, die Bogengänge schwanken jedoch weiter. Das liegt an der Trägheit der Endolymphe, die sich auch bei Stillstand zunächst weiter bewegt.

Alkohol hingegen “verdünnt” die Dichte der Cupulae, woraufhin sie nun minimale Lageänderungen registrieren und als “Drehbewegung” interpretiert. Dies widerspricht den anderen Sinneseindrücken des Körpers – die Folge ist ein Schwindelgefühl. Deswegen hilft es auch, bei alkoholbedingtem Schwindel die Augen zu schließen und aufrecht zu sitzen. Dadurch werden die Bogengänge nicht aktiviert und das Gehirn erhält weniger widersprüchliche Informationen.

Funktion des Vestibularorgans (in AMBOSS)

Endolymphe (in AMBOSS)

Auditor macht “Sinn”

Welche Sinneszellen sind sekundär und welche primär? Welche Ionen sind an der Signaltransduktion beteiligt? Und wie ändert sich das intrazelluläre Potential nochmal genau?

Falls dich das auch so verwirrt, haben wir hier genau das Richtige für dich:

In der Auditor-Folge “Signaltransduktion der Sinne” stellen wir die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Reizwahrnehmung beim Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten einander gegenüber. Wetten du bist überrascht, wie ähnlich sich die grundlegenden Konzepte sind und wie leicht sich anschließend die Fragen des IMPP dazu lösen lassen?

Die Auditor-Folge “Signaltransduktion der Sinne” findest du hier in Amboss.

Da steht die Welt Kopf!

Die vermeintliche Größe und wahrgenommene Entfernung eines Objekts ändern sich, wenn man es vornübergebeugt durch seine eigenen Beine betrachtet!

Muss man zwar nicht machen, interessant ist es trotzdem. Dieses Phänomen hat mit der Propriozeption zu tun, die ständig Informationen über die aktuelle Körperposition liefert und dabei hilft, Entfernung und Größe eines Gegenstands einzuschätzen. Seit wir gelernt haben zu stehen und zu gehen – was wir ja zumeist mit erhobenem Haupt tun – ist unser aufrechter Körper quasi die Referenz für Wahrnehmung und Koordination: beim Greifen nach der verdienten Tasse Cappuccino ebenso wie beim Fangen eines Balls. Drehen wir das Blickfeld um 180° und ändern dabei auch noch unsere Körperhaltung stehen nicht nur wir, sondern auch unsere Wahrnehmung Kopf! Aber was war denn eigentlich nochmal diese Propriozeption? Und wie und wo werden gleich wieder Seheindrücke verschaltet? Antworten auf diese Fragen findet ihr unter folgenden Links:

Visuelles System (in AMBOSS)

Taktiles System (in AMBOSS)

Wer andere auf den Kopf stellte, um diese Ergebnisse zu erforschen, kannst du hier (sciencedirect.com) nachlesen.