Nephrologie

Was schlapper Salat mit Diabetes zu tun hat

Bei beidem spielt Osmose eine Rolle, also das Diffusionsphänomen an einer semipermeablen Membran zwischen zwei Kompartimenten mit unterschiedlichen Stoffkonzentrationen. Zum Konzentrationsausgleich fließen Wassermoleküle vom Ort der niedrigeren Konzentration zum Ort der höheren Konzentration. Die hypertone Salatsoße bspw. enthält viel Salz, weshalb die Salatzellen Wasser abgeben und schlapp werden.

Was beim Salat nicht ganz so tragisch klingt, führt bei Diabetes mellitus zum typischen Symptom der Polyurie. Normalerweise wird Glucose in der Niere frei filtriert und im Tubulussystem wieder vollständig resorbiert, d.h. der Urin enthält keine Glucose. Wird allerdings bei erhöhtem Blutzucker sehr viel Glucose filtriert und dabei die Nierenschwelle überschritten, sind die Transporter für die Rückresorption überlastet. Es verbleibt also osmotisch aktive Glucose im Tubuluslumen, wodurch der osmotische Gradient zwischen Tubuluslumen und Interstitium reduziert wird. Aus diesem Grund wird weniger Wasser resorbiert: Es kommt zur Polyurie mit vermehrter Wasserausscheidung und entsprechend gesteigertem Durstgefühl.