Mikrobiologie

Schonmal was von Stuhltransplantation gehört?

Ja, du hast tatsächlich richtig gelesen - die Stuhltransplantation bzw. fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) gibt es tatsächlich. Und obwohl die FMT noch nicht offiziell zugelassen ist, so scheint sie doch bei der Behandlung von bestimmten Darmerkrankungen sehr vielversprechend. Die größte Bedeutung hat sie bisher in der Therapie der Infektion mit dem Bakterium Clostridium difficile.

Eine solche Infektion bleibt meist so lange unauffällig, bis es zu einer Antibiotikatherapie kommt. Diese bringt die natürliche Darmflora aus dem Gleichgewicht und das relativ resistente Clostridium difficile Bakterium kann den Darm überwuchern. Es folgen Fieber, Bauchschmerzen und übelriechende Durchfälle. Treten diese immer wieder rezidivierend auf oder sind gegenüber den etablierten Behandlungsmethoden therapieresistent, kann eine Stuhltransplantation in vielen Fällen Abhilfe schaffen.

Der Stuhl eines gesunden Spenders wird dabei mit physiologischer Kochsalzlösung zu einer Suspension verarbeitet und anschließend u.a. koloskopisch oder mittels Kapseln appliziert. Dabei wird die gesunde Darmflora des Spenders an die Stelle übertragen, wo sie beim Empfänger aus dem Gleichgewicht geraten ist.

In der FMT steckt auch das Potenzial zur Therapie weiterer Darmerkrankungen - aktuell wurden etwa interessante Forschungsergebnisse bei Colitis-ulcerosa-Patienten erzielt.

Ampelfarben im Taschentuch

Von grün über gelb bis rotfleckig können wir bei Schnupfen ein breites Farbspektrum in unseren Taschentüchern bewundern. Normalerweise dient das schleimige Sekret des respiratorischen Epithels der Nase der Befeuchtung und mechanischen Reinigung der Atemluft sowie der Aufbereitung von Duftstoffen und ist eine erste Barriere für Krankheitserreger.

Im Winter jedoch leidet die Schleimhaut durch trockene (Heizungs-)Luft und Kälte. Schmuggeln sich daraufhin Viren und Bakterien in die Nase, versucht das Epithel durch vermehrte Sekretion die Erreger auszuschwemmen (die Nase läuft) und die neutrophilen Granulozyten der unspezifischen Immunabwehr werden aktiv. Ihr Enzym Myeloperoxidase (MPO) greift die Erregerhülle mithilfe von Wasserstoffperoxid an. Die im MPO gebundenen Hämgruppen verleihen dem Sekret eine gelbliche bis grüne Farbe: je mehr Granulozyten, desto mehr MPO und desto dunkler und grüner das Sekret. Ob sich nun Bakterien oder Viren in der Nase aufhalten, lässt sich anhand der Farbe also nicht bestimmen. Grüner Schleim allein ist daher keine Indikation für ein Antibiotikum.

Rote Schlieren kommen meist von kleinen Blutungen oberflächlicher Gefäße (z.B. am Locus Kiesselbachii), die ebenfalls durch trockene Heizungsluft, Kälte sowie häufiges Schnäuzen schnell lädiert sind.

Lieber chillen als Pillen killen

Buntes Laub, Kastanien und kürzere Tage… es ist nicht mehr zu leugnen: Der Rekordsommer hat sich verabschiedet und die ersten kühlen Nächte haben bereits die Quälgeister Nr. 1 im Gepäck: Grippe- und Erkältungsviren! Viele Erkältungsgeplagte greifen gerne zu Kombipräparaten. Diese enthalten mindestens ein Analgetikum/Antipyretikum zur Fiebersenkung und Linderung der Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein Mittel mit abschwellender Wirkung auf die Nasenschleimhaut (z.B. Pseudoephedrin).

Eine schlichte Erkältung äußert sich jedoch zum Glück häufig nicht mit all diesen Symptomen. Daher sind einige der enthaltenen Wirkstoffe überflüssig, zeigen aber natürlich trotzdem ihre (Neben-)Wirkungen. Pseudoephedrin zum Beispiel stimuliert den Sympathikus: das macht kurzfristig leistungsfähiger, allerdings mit der Gefahr der Überanstrengung und dem Hinauszögern oder Verschlimmern des grippalen Infekts - im Extremfall bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen (wie einer Herzmuskelentzündung). Deshalb sind wir mit “Abwarten und Tee trinken” und einem Tag auf dem Sofa am besten beraten, wenn es uns erwischt hat.

Einen guten und gesunden Start in die dunkle, kalte und gemütliche Jahreszeit wünscht euch die AMBOSS-Redaktion!

Tropical Feeling – Tropical Fever?

Die Uni hat gerade erst so richtig begonnen und schon denkt manche/r wieder an die nächsten Semesterferien. Das ist auch gar nicht mal so unklug – denn v.a. wer eine Reise in ferne Länder plant, sollte sich frühzeitig über die nötigen Impfungen informieren.

Besonders wichtig ist dies u.a. bei Reisen in Gelbfieber-Endemiegebiete des tropischen Afrika und Südamerika. Zwar verläuft die durch das Gelbfiebervirus ausgelöste Erkrankung in den meisten Fällen asymptomatisch oder lediglich mit grippeähnlichen Symptomen; in etwa 15% der Fälle kommt es jedoch zu schweren Verlaufsformen mit hohem Fieber, Blutungen und akutem Organversagen, die bei 50% der Betroffenen tödlich enden.

Um eine Einschleppung des Virus zu verhindern, erhält man ohne eine Gelbfieberimpfung in einigen Ländern keine Einreisegenehmigung. Die Impfung muss mindestens 10 Tage vor Reiseantritt in speziellen Gelbfieberimpfstellen erfolgt sein.

Falls dich nun das Reisefieber (und die Impflust) gepackt hat, wirf doch einen Blick in die AMBOSS-Übersicht zu den Reiseimpfungen und informiere dich auf den verlinkten Klinikkapiteln näher über die betreffenden Erkrankungen, wie z.B. das Gelbfieber.

Das AMBOSS-Kapitel zu den vorklinischen Grundlagen der Mikrobiologie und Virologie findest du hier.

Auch auf den Seiten des Robert Koch-Instituts, der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und der WHO findest du hilfreiche Informationen.