Immunologie

Mhmmm...dein HLA riecht ausgezeichnet!

Wenn man jemanden anziehend findet, kann man ihn buchstäblich „gut riechen“. Die Wissenschaft ist sich einig, dass der Geruch einen entscheidenden Beitrag zur Partnerwahl leistet. Doch was genau riecht man da eigentlich?

Über den Schweiß wird eine persönliche Duftnote übermittelt und diese ist abhängig vom individuellen HLA-Profil. Bei den HLAs, den Human Leucocyte Antigens, handelt es sich um in der Zellmembran verankerte Glykoproteine, mit deren Hilfe das Immunsystem bspw. ”fremd” von “eigen” unterscheiden kann.

Bei der Partnerwahl ist aus evolutionsbiologischer Sicht entscheidend, dass sich das eigene genetische Material zugunsten des potentiellen Nachwuchs gut ergänzt. Da dessen Überlebenschancen insb. durch ein gut ausgebautes Immunsystem deutlich erhöht werden, empfindet man Personen attraktiver, deren HLA-Merkmale stark von den eigenen abweichen. Das haben Wissenschaftler in den 90er Jahren untersucht, indem sie Studentinnen den Geruch der verschwitzten T-Shirts ihrer Kommilitonen bewerten ließen und die Ergebnisse mit den HLA-Untersuchungen abglichen.

Es empfiehlt sich also, nicht nur die Augen bei der Partnerwahl offenzuhalten, sondern auch die Nase!

“Maybe it’s lupus”...

…diesen Satz bekommt man in der Arztserie Dr. House häufig zu hören. Der systemische Lupus Erythematodes ist im realen Arztleben zwar eine seltene, aber wichtige Differentialdiagnose aus dem Bereich der Rheumatologie. Doch womit beschäftigt sich ein Rheumatologe eigentlich sonst noch? In seinem Wartezimmer finden sich nicht nur Menschen mit Lupus oder dicken Gelenken, sondern Patienten mit den unterschiedlichsten Autoimmunerkrankungen. Je nachdem, welches Rädchen im Immunsystem gerade defekt ist, reichen die Symptome von Wirbelsäulenversteifung bis hin zu Nierenversagen.

In der Therapie hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Vor allem die Biologicals (z.B. CD20-Antikörper oder Interleukin-Inhibitoren), die als spezielle, zielgerichtete Antikörper und Proteine an bestimmten Stellen im Immunsystem eingreifen, helfen heute Patienten, denen früher nur die langfristige Einnahme von Cortison mit seinen vielen Nebenwirkungen übrig blieb.

Infos zur Rheumatologie oder zu Studentenprogrammen finden sich auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.

Ampelfarben im Taschentuch

Von grün über gelb bis rotfleckig können wir bei Schnupfen ein breites Farbspektrum in unseren Taschentüchern bewundern. Normalerweise dient das schleimige Sekret des respiratorischen Epithels der Nase der Befeuchtung und mechanischen Reinigung der Atemluft sowie der Aufbereitung von Duftstoffen und ist eine erste Barriere für Krankheitserreger.

Im Winter jedoch leidet die Schleimhaut durch trockene (Heizungs-)Luft und Kälte. Schmuggeln sich daraufhin Viren und Bakterien in die Nase, versucht das Epithel durch vermehrte Sekretion die Erreger auszuschwemmen (die Nase läuft) und die neutrophilen Granulozyten der unspezifischen Immunabwehr werden aktiv. Ihr Enzym Myeloperoxidase (MPO) greift die Erregerhülle mithilfe von Wasserstoffperoxid an. Die im MPO gebundenen Hämgruppen verleihen dem Sekret eine gelbliche bis grüne Farbe: je mehr Granulozyten, desto mehr MPO und desto dunkler und grüner das Sekret. Ob sich nun Bakterien oder Viren in der Nase aufhalten, lässt sich anhand der Farbe also nicht bestimmen. Grüner Schleim allein ist daher keine Indikation für ein Antibiotikum.

Rote Schlieren kommen meist von kleinen Blutungen oberflächlicher Gefäße (z.B. am Locus Kiesselbachii), die ebenfalls durch trockene Heizungsluft, Kälte sowie häufiges Schnäuzen schnell lädiert sind.

Kennen wir uns?

Das Wintersemester hat begonnen – eine Zeit, die neben unseren “grauen Zellen” auch unsere Abwehr ganz schön herausfordert! Um Krankheitserreger und fehlerhafte Körperzellen von normalen zu unterscheiden und ggf. zu vernichten, muss das Immunsystem körpereigen von körperfremd unterscheiden. Aber wie signalisieren die Zellen noch gleich, ob bei ihnen alles in Ordnung ist?

Die Antwort darauf gibt’s im entsprechenden AMBOSS-Kapitel – und ab sofort auch zusätzlich in unserer brandneuen Animation zur Antigenpräsentation! Wir empfehlen: Zurücklehnen, anschauen, verstehen :-).

Übrigens, weitere neue Animationen findest du zu den Themen Funktionsweise von Gap Junctions, Funktionsweise chemischer Synapsen und Genregulation im Prokaryonten: Lac-Operon.

Eine (lebens-)wichtige Entscheidung

Das Thema Organspende in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken, ist das Anliegen des Tags der Organspende, der seit 36 Jahren am ersten Samstag im Juni stattfindet. An diesem Tag soll insbesondere den Organspendern und ihren Angehörigen gedankt werden. Gleichzeitig dient er auch als Aufruf, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Denn nicht grundlos weckt es bei vielen Menschen Ängste und Zweifel, mindestens wirft es Fragen auf. Deshalb müssen dem Einzelnen genügend Informationen zur Verfügung gestellt werden, z.B. über die Kriterien zur Feststellung des Hirntods des potentiellen Spenders, den Ablauf einer Organspende oder auch darüber, welche Richtlinien gelten, damit ein potentieller Transplantatempfänger auf die Warteliste aufgenommen wird. Mit diesen Informationen fällt es dem Einen oder Anderen dann vielleicht leichter, eine Entscheidung zu treffen – ob für oder gegen Organ- und Gewebespende.

Unspezifisches Immunsystem - MHC-Gene (in AMBOSS)

Transplantation (in AMBOSS)

Auf organspende-info.de kannst du dir den Organspendeausweis kostenfrei bestellen oder direkt ausdrucken und dich noch weiter über das Thema informieren.

Frühling liegt in der Luft...

… und während für die meisten Sonne und Wärme sehr erfreulich sind, schauen andere sorgenvoll in den Pollenflugkalender.

Die saisonale Rhinitis (= Heuschnupfen) gehört zu den Typ-I-Allergien (Soforttyp) und betrifft ca. 15% der deutschen Bevölkerung. Nach Kontakt mit Pollen kommt es zur Sensibilisierung gegenüber den sonst ungefährlichen Antigenen. Die überschießende Reaktion des Immunsystems bei Zweitkontakt wird durch auf Mastzellen oder Granulozyten gebundene IgE-Antikörper vermittelt. Bindet ein passendes Antigen an zwei benachbarte IgE-Moleküle, kommt es zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren, was die typischen Symptome einer allergischen Reaktion hervorruft.

Die genetische Prädisposition zur Produktion von IgE-Antikörpern gegen bestimmte Allergene bezeichnet man übrigens als Atopie. Diese kann auch mit Asthma bronchiale oder Neurodermitis einhergehen.

Mehr Informationen zur Pathophysiologie von Allergien und den daran beteiligten Zellen und Stoffen findest du in den Amboss-Kapiteln Unspezifisches Immunsystem und Gewebshormone.

Du hast Lust, schon mal einen Blick in die Klinik zu wagen? Hier findest mehr zum Thema:

Allergische Erkrankungen (in AMBOSS)

Allergische Rhinitis (in AMBOSS)