Gastroenterologie

Schonmal was von Stuhltransplantation gehört?

Ja, du hast tatsächlich richtig gelesen - die Stuhltransplantation bzw. fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) gibt es tatsächlich. Und obwohl die FMT noch nicht offiziell zugelassen ist, so scheint sie doch bei der Behandlung von bestimmten Darmerkrankungen sehr vielversprechend. Die größte Bedeutung hat sie bisher in der Therapie der Infektion mit dem Bakterium Clostridium difficile.

Eine solche Infektion bleibt meist so lange unauffällig, bis es zu einer Antibiotikatherapie kommt. Diese bringt die natürliche Darmflora aus dem Gleichgewicht und das relativ resistente Clostridium difficile Bakterium kann den Darm überwuchern. Es folgen Fieber, Bauchschmerzen und übelriechende Durchfälle. Treten diese immer wieder rezidivierend auf oder sind gegenüber den etablierten Behandlungsmethoden therapieresistent, kann eine Stuhltransplantation in vielen Fällen Abhilfe schaffen.

Der Stuhl eines gesunden Spenders wird dabei mit physiologischer Kochsalzlösung zu einer Suspension verarbeitet und anschließend u.a. koloskopisch oder mittels Kapseln appliziert. Dabei wird die gesunde Darmflora des Spenders an die Stelle übertragen, wo sie beim Empfänger aus dem Gleichgewicht geraten ist.

In der FMT steckt auch das Potenzial zur Therapie weiterer Darmerkrankungen - aktuell wurden etwa interessante Forschungsergebnisse bei Colitis-ulcerosa-Patienten erzielt.