Biochemie

Berauschende Weihnachtszeit

Muskat sorgt für das besondere Etwas in Muttis Kartoffelbrei, weihnachtlichen Plätzchen und Glühwein – aber das Gewürz hat auch seine Tücken: In hohen Dosen kann es zu halluzinogenen Wirkungen sowie nicht zu unterschätzenden Vergiftungserscheinungen kommen (u.a. Übelkeit, Tachykardie, Kopfschmerzen und Angstzustände)!

Grund hierfür ist vermutlich das enthaltene Myristicin, das in seiner Struktur einer Vorstufe des im Ecstasy enthaltenen MDMA ähnelt und als schwacher Hemmer der Monoaminoxidase wirkt. Der Abbau ihrer Substrate, u.a. Adrenalin und Noradrenalin, ist folglich reduziert, sodass deren Effekte im Körper verstärkt auftreten können.

Um einen halluzinogen-toxischen Effekt zu erzielen, müssten allerdings sehr große Mengen Muskatnuss konsumiert werden, sodass ein “normaler” Konsum von Glühwein eher aus anderen Gründen berauscht…

Fragensession Männergesundheit – Because Men’s Health Matters

Seit dem Jahr 2000 soll jährlich am 03. November der sog. Weltmännertag das Gesundheitsbewusstsein unter Männern stärken (nicht zu verwechseln mit dem Internationalen Männertag am 19. November).

Schaden kann das nicht - so liegt die Lebenserwartung laut statistischem Bundesamt aktuell für in Deutschland geborene männliche Neugeborene nämlich fast 5 Jahre unter der von weiblichen Neugeborenen. Mögliche Gründe dafür sind neben genetischen Dispositionen ein ungesünderer Lebensstil und v.a. in den 1960ern und 1970ern ungünstigere Arbeitsbedingungen. Aber gute Nachrichten für die Männerwelt: der Unterschied gleicht sich langsam aber stetig an!

Unter Fragensession Männergesundheit könnt ihr in 10 Fragen euer Wissen über die männliche Anatomie und Physiologie testen!

Wie schnell kann ein Enzym arbeiten?

Enzymkinetik - vielleicht nicht gerade dein Lieblingsthema, aber dennoch gerne vom IMPP im Physikum abgefragt. In unserer neuen Auditor-Folge erklären wir dir deshalb noch einmal alles Wichtige über die enzymatische Katalyse und veranschaulichen deren physiologische Bedeutung an einem Beispiel aus dem Kohlenhydratstoffwechsel.

Enzymkinetik (in AMBOSS)

Alkohol? Kenn deine Leber!

Zugegeben, alkoholische Getränke gehören für viele zum lauen Sommerabend und WM-Spiel dazu wie Eis am Stiel und Torjubel.

Kritisch wird es allerdings, wenn es ohne nicht mehr geht und das ist gar nicht mal so selten der Fall: Ein Blick in die Liste des statistischen Bundesamts verrät, dass alkoholbedingte psychische Störungen die häufigsten Diagnosen bei männlichen Krankenhauspatienten darstellen.

Im Prinzip kann Alkohol jedes Organsystem schädigen, besonders häufig ist allerdings neben der Psyche die Leber betroffen, da der Abbau des Alkohols überwiegend durch dieses wichtige Stoffwechselorgan geleistet wird.

Wie steht es um dein Wissen zu Anatomie und Funktion der Leber? Teste dich jetzt mit der Fragensession Leber (die letzten zwei Examina haben wir natürlich wieder ausgespart, um den Physikumslernplan nicht durcheinander zu bringen)!

Warum muss ich das lernen? Hämoglobintypen

α always, becomes β, γ goes – auch mit dem besten Lernspruch ist es gar nicht so leicht, sich die Hämoglobintypen zu merken. Und wozu brauche ich das eigentlich als Arzt? Zum Beispiel, um eine Thalassämie zu diagnostizieren!

Bei dieser Gruppe von Erbkrankheiten kommt es aufgrund einer verminderten bis fehlenden Produktion von α- bzw. β-Globinketten zu einer Störung der Hämoglobinsynthese. Ein Defekt der β-Ketten kommt besonders häufig im Mittelmeerraum vor (sog. β-Thalassämie); dabei werden anstelle des beim gesunden Erwachsenen vorherrschenden HbA1 (ααββ) vermehrt HbA2 (ααδδ) und HbF (ααγγ) gebildet.

Je nach Ausprägung unterscheidet man Minor- und Majorformen. Meist verursachen sie eine Anämie, nach deren Schweregrad sich dann die Behandlung richtet. So sind z.T. regelmäßige Bluttransfusionen nötig, um eine extramedulläre Erythropoese in Leber, Milz oder Knochen zu unterdrücken. In schweren Fälle kann eine Stammzelltransplantation erwogen werden.

Mehr Informationen zu den Hämoglobintypen findest du hier.

Du hast Lust, schon mal einen Blick in die Klinik zu wagen? Hier findest du das Kapitel zu Thalassämien.