Aktuelles

Zweites Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes

Am 14. Februar diesen Jahres wurde das „Zweite Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes – Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende (GZSO)“ vom Parlament mehrheitlich beschlossen. Ziel ist die Verbesserung der Bedingungen für die Organspende. Den Grund für den Rückgang der Organspendeanzahl sieht die Politik nämlich nicht in einer gesunkenen Spenderbereitschaft, sondern vielmehr in ungünstigen strukturellen und finanziellen Bedingungen für die Entnahmekliniken. Daher wurden vier zentrale Punkte festgelegt:

1) Refinanzierung und Freistellung der Transplantationsbeauftragten von anderen Aufgaben gemäß verbindlicher Vorgaben

2) Verbesserung der  Vergütung für die Entnahmekrankenhäuser

3) Einrichtung eines Rufbereitschaftsdienstes, um auch kleinen Entnahmekliniken die fachliche Kompetenz zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls bereitzustellen

4) Festlegung der Grundlagen zum anonymisierten Briefaustausch zwischen Organempfänger und Familie des Spenders

Damit bleibt die sog. „Entscheidungslösung“ gültig: Ein Patient muss noch zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt haben (bspw. mittels Organspendeausweis oder Patientenverfügung), damit eine Entnahme von Organen möglich ist. Liegt eine solche schriftliche Zustimmung nicht vor, werden die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Patientenwillen gefragt. In vielen anderen europäischen Ländern (bspw. Frankreich, Spanien oder Italien) gilt hingegen das sog. „Widerspruchsrecht“: Die verstorbene Person muss zu Lebzeiten einer Organspende ausdrücklich widersprochen haben, ansonsten können Organe für eine Transplantation entnommen werden.

Da bleibt einem die Spucke weg

Vor mündlichen Prüfungen sind viele Menschen sehr aufgeregt. Aufregung bedeutet akuten Stress für unseren Körper: Der Mund fühlt sich trocken an, die Hände sind schwitzig, das Blut rauscht einem laut durch den Kopf und das Herz schlägt schneller. Bedanken darf man sich beim sympathischen Nervensystem.

In Stresssituationen wird der Sympathikus mit seiner leistungssteigernden Wirkung aktiv und stellt unseren Körper sozusagen auf „Kämpfen oder Flucht“ ein („fight or flight“). Die Verdauung wird heruntergefahren, was auch bedeutet, dass in den Speicheldrüsen weniger und schleimigeres Sekret produziert wird. Schweißsekretion, Herzfrequenz und Blutdruck steigen an, um die Muskulatur ausreichend mit Blut zu versorgen und zu kühlen.

Was bei einem Kampf gegen Bären und Säbelzahntiger hilfreich war, ist in mündlichen Prüfungen häufig lästig. Falls euch die Prüfer jedoch auffressen wollen, seid ihr natürlich bestens gewappnet.

Aber im Ernst: Ruhe bewahren, das AMBOSS-Kapitel über die mündliche Physikumsprüfung lesen, Prüfungssituationen mit Freunden durchspielen und vielleicht die ein oder andere Entspannungsübung einlegen – dann klappt es auch mit den Nerven.

Advent, Advent, es wird geschlemmt ;)

Bald schon stehen die Feiertage vor der Tür und bereits seit einigen Wochen locken die Regale der Supermärkte mit süßen Versuchungen aller Art. Wer kann da schon widerstehen?

Und so legt auch fast jeder über die Feiertage wenige hundert Gramm an Gewicht zu, was jedoch gesundheitlich meist völlig unbedenklich und nach dem nächsten Skiurlaub wieder verschwunden ist. Doch wenn man bereits mit den Kilos kämpft, können Weihnachtsgans und Co. durchaus zu einer gesundheitlichen Herausforderung werden.

Die repräsentative “Nationale Verzehrsstudie II” entlarvte mehr als 37% der deutschen Erwachsenen als (im engeren Sinne) übergewichtig und sogar 20% als adipös. Mit anderen Worten: Jeder zweite Deutsche ist (viel) zu dick! Übergewicht gilt als einer der Hauptrisikofaktoren bei der Entstehung der koronaren Herzkrankheit, der Todesursache Nummer eins in den Industrienationen. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen weiteren Folgeerkrankungen, die Übergewicht mit sich bringt: Diabetes mellitus, Gelenkerkrankungen, Depressionen und Störungen der Fruchtbarkeit sind nur einige Beispiele einer langen Liste.

Es gilt aber natürlich auch in diesem Fall: Wer in Maßen schlemmt und ab und zu aktiv Kalorien verbrennt, kann ohne schlechtes Gewissen zum Süßigkeitenteller greifen.

An apple a day keeps the Skorbut away

Ausfallende Zähne, ständige Infekte, langsame Wundheilung - alles typische Symptome von Skorbut, einer Hypovitaminose, die durch einen Mangel an Vitamin C ausgelöst wird. Skorbut war bei den alten Seefahrern eine häufige und oft lebensbedrohliche Erkrankung, da deren Nahrung an Bord oft mehrere Monate lang haltbar sein musste und daher kaum frisches Obst oder Gemüse beinhaltete.

In den heutigen Industrienationen glaubte man Skorbut quasi ausgerottet - denn schon eine halbe Paprika oder eine Apfelsine am Tag decken die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Tagesdosis an Vitamin C von 95 mg für Frauen bzw. 110 mg für Männer. Umso erschreckender, dass eine Diabetologin in Australien vor kurzer Zeit bei einigen ihrer Patienten Skorbut diagnostiziert hat. Auf Nachfrage gaben diese an, kein oder nur völlig verkochtes Obst und Gemüse zu essen.

Eine Vitamin-C-Substitution empfiehlt die DGE übrigens nicht: Lediglich schwer körperlich arbeitende oder extremer Kälte ausgesetzte Personen würden davon profitieren. Da überschüssiges Vitamin C nicht gespeichert, sondern über die Nieren ausgeschieden wird, besteht die Wirkung von Vitamin-C-Präparaten also v.a. in der Ausscheidung von ziemlich teurem und saurem Urin ;-).

Wann beginnt (Mäuse-)Leben?

Laut Embryonenschutzgesetz beginnt das Leben mit der Verschmelzung des Erbguts von Eizelle und Spermium. Nur wann findet diese genau statt?

Forscher aus Heidelberg stellten jetzt mithilfe einer neuen mikroskopischen Methode an Mäuseembryonen fest, dass die väterlichen und mütterlichen Chromosomen entgegen bisheriger Annahmen während der ersten embryonalen Zellteilung noch separat vorliegen und jeweils durch einen eigenen Spindelapparat aufgetrennt werden. Erst nach Abschluss der ersten Teilung verschmilzt das Erbgut – also ein paar Stunden später als gedacht.

Warum das interessant ist? Einerseits könnte dies der Grund für die hohe Fehlerrate bei der ersten Zellteilung und somit ein Ansatzpunkt für die Reproduktionsmedizin sein. Andererseits könnte eine Gesetzesänderung zugunsten eines früheren Lebensbeginns folgen, um den Schutz von Embryonen vor missbräuchlicher Verwendung weiterhin zu garantieren.

Ob die Ergebnisse überhaupt auf den Menschen übertragen werden können, bleibt noch zu untersuchen. In der Zwischenzeit kannst du deine Kenntnisse zu den Grundlagen der Entstehung des Lebens in einer kurzen Fragensession testen.

Grundlagen der Embryologie (in AMBOSS)

Von der Befruchtung zur Implantation (in AMBOSS)

Lieber chillen als Pillen killen

Buntes Laub, Kastanien und kürzere Tage… es ist nicht mehr zu leugnen: Der Rekordsommer hat sich verabschiedet und die ersten kühlen Nächte haben bereits die Quälgeister Nr. 1 im Gepäck: Grippe- und Erkältungsviren! Viele Erkältungsgeplagte greifen gerne zu Kombipräparaten. Diese enthalten mindestens ein Analgetikum/Antipyretikum zur Fiebersenkung und Linderung der Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein Mittel mit abschwellender Wirkung auf die Nasenschleimhaut (z.B. Pseudoephedrin).

Eine schlichte Erkältung äußert sich jedoch zum Glück häufig nicht mit all diesen Symptomen. Daher sind einige der enthaltenen Wirkstoffe überflüssig, zeigen aber natürlich trotzdem ihre (Neben-)Wirkungen. Pseudoephedrin zum Beispiel stimuliert den Sympathikus: das macht kurzfristig leistungsfähiger, allerdings mit der Gefahr der Überanstrengung und dem Hinauszögern oder Verschlimmern des grippalen Infekts - im Extremfall bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen (wie einer Herzmuskelentzündung). Deshalb sind wir mit “Abwarten und Tee trinken” und einem Tag auf dem Sofa am besten beraten, wenn es uns erwischt hat.

Einen guten und gesunden Start in die dunkle, kalte und gemütliche Jahreszeit wünscht euch die AMBOSS-Redaktion!

Nobelpreis, die Erste

Heute wurden die diesjährigen Nobelpreisträger in der Medizin bekannt gegeben. Auch von uns einen herzlichen Glückwunsch an James P. Allison und Tasuku Honjo, die "für ihre Entdeckungen in der Krebsbehandlung durch Inhibition der negativen Immunregulation" ausgezeichnet wurden. Wir wollen diese Preisverleihung zum Anlass nehmen, einmal in die Vergangenheit dieser bedeutsamen Auszeichnung zu blicken.

Gleich der erste Physik-Nobelpreis wurde im Jahr 1901 für eine bahnbrechende Entdeckung vergeben, die aus der heutigen Medizin nicht mehr wegzudenken ist: Die Röntgenstrahlung!

Man muss aber kein Streber mit lückenlosem Lebenslauf sein, um so viel zu erreichen. Denn auch Wilhelm Conrad Röntgens Leben ist nicht immer ganz nach Plan verlaufen. So flog er sogar ohne Abitur von der Schule – weil er fälschlicherweise für den Schöpfer einer Karikatur seines Lehrers gehalten wurde, den wahren Schuldigen aber nicht verpfeifen wollte. Ein ziemlich sympathischer Typ, der zum Wohle der Menschheit sogar auf eine Patentanmeldung seiner von ihm als “X-Strahlen” bezeichneten Entdeckung verzichtete und Preisgelder stets der Wissenschaft spendete.

Und für Jeden, den jetzt die Lust gepackt hat, mehr übers Röntgen zu erfahren, gibt’s hier die Links zu den entsprechenden Amboss-Kapiteln :-)

Ionisierende Strahlung (in AMBOSS)

Röntgen (in AMBOSS)

Einfache Mittel bei großen Katastrophen

Erdbeben auf Lombok, Überschwemmungen in Kerala: Bei Naturkatastrophen und anderen Ereignissen, welche die Infrastruktur beschädigen, droht neben der unmittelbaren Gefahr oft der Ausbruch von Infektionskrankheiten. So kam es 2017 im Jemen infolge des Bürgerkriegs zur weltweit größten Cholera-Epidemie der Geschichte mit ca. 1 Million Fällen.

Das Bakterium Vibrio cholerae wird v.a. über fäkal kontaminiertes Wasser oder Nahrungsmittel übertragen. Sein Toxin aktiviert die Adenylatzyklase, wodurch cAMP ansteigt und Gs-Proteine aktiviert werden, was zur gesteigerten Chlorid- und Wassersekretion ins Darmlumen, und letztlich zu wässrigem Durchfall führt. Therapeutisch steht die prompte Rehydratation mit einer Trinklösung aus Glucose, Natriumchlorid und anderen Elektrolyten im Vordergrund.

Die ORT (Oral Rehydration Therapy) ist nicht nur kostengünstig und schnell verfügbar, sondern auch effektiv, da sie den Na+-Glucose-Symporter nutzt. Während andere Absorptionsmechanismen von Na+ (und damit der Aufbau des entscheidenden Gradienten für die Wasserresorption!) bei Cholera gestört sind, bleibt die Funktion des Na+-Glucose-Symporters nämlich erhalten.

Natürlich findest du in AMBOSS noch mehr zum Thema Wasser- und Elektrolythaushalt. Wenn du schon einen Blick in die Klinik wagen willst, kannst du dich im Kapitel Bakterielle Durchfallerkrankungen auch genauer über Cholera informieren.

WHO position paper on Oral Rehydration Salts to reduce mortality from cholera 

Ärzte Zeitung online: Cholera-Epidemie im Jemen verlangsamt sich

Electrolytes & Blood Pressure: Recent Advances of Oral Rehydration Therapy (ORT)

Addiction 2.0 – Zocken, bis der Arzt kommt

Schon gehört? Die ICD-10, das Klassifikationssystem zur Verschlüsselung medizinischer Diagnosen, soll 2022 von einer neuen Version, der ICD-11, abgelöst werden. Und das sorgt bereits jetzt für Diskussionen.

Die wohl umstrittenste Entscheidung ist, die Videospielsucht (Gaming Disorder) in den Krankheitskatalog aufzunehmen. Viele Gamer und auch einige Wissenschaftler befürchten, dass Vielspieler vorschnell als psychisch krank stigmatisiert werden könnten oder andere mögliche Ursachen pathologischen Spielverhaltens (z.B. Depressionen) außer Acht gelassen werden. Andererseits könnte die Behandlung Betroffener verbessert und intensivere Forschung ermöglicht werden.

Zockst du auch gerne mal die Nächte durch und hast deswegen schon die ein oder andere Vorlesung sausen lassen? Keine Sorge, für die Diagnose “Gaming Disorder” müssen weitaus strengere Kriterien erfüllt werden, wie z.B. eine signifikante Vernachlässigung des Soziallebens über einen Zeitraum von mind. 12 Monaten.

Wenn du es genau wissen willst, kannst du dich direkt bei der WHO über die Diagnosekriterien informieren. Einen Überblick über den aktuellen Diskurs findest du z.B. bei Die Zeit.

Du hast noch Fragen zum Thema ICD? Alle Informationen zu den (IMPP-relevanten) Klassifikationssystemen findest du im AMBOSS-Kapitel Ärztliche Urteilsbildung und Entscheidung.

Abhängigkeit und Drogen (in AMBOSS)

Bei Hitze denkt es sich langsamer

Dass extreme Hitze ältere und kranke Menschen gefährdet, ist bereits bekannt. Forscher in Harvard fanden nun heraus, dass auch die Hirnleistung junger, gesunder Menschen von Hitzewellen beeinflusst wird. Dafür verglichen sie die morgendliche Reaktionszeit von Studenten. Diejenigen, die über eine Klimaanlage in ihrem Schlafzimmer verfügten, zeigten morgens eine signifikant bessere kognitive Leistung als die Studenten, deren Gehirn nachts durchschnittlich 5 °C höheren Temperaturen ausgesetzt war.

Die Ergebnisse sollen auch zeigen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die globale Gesundheit haben könnte und dazu anregen, angesichts zunehmender Hitzewellen nachhaltigere Kühlungssysteme zu schaffen.

Um auch bei Hitze leistungsfähig zu bleiben, empfiehlt es sich vor allem viel zu trinken und anstrengende Arbeit möglichst zu den kühleren Tageszeiten zu verrichten.
Und vielleicht kannst du ja mithilfe der Studie die Anschaffung einer Klimaanlage in eurer Bibliothek durchsetzen ;-)

Wärmehaushalt (in AMBOSS)

Alkohol? Kenn deine Leber!

Zugegeben, alkoholische Getränke gehören für viele zum lauen Sommerabend und WM-Spiel dazu wie Eis am Stiel und Torjubel.

Kritisch wird es allerdings, wenn es ohne nicht mehr geht und das ist gar nicht mal so selten der Fall: Ein Blick in die Liste des statistischen Bundesamts verrät, dass alkoholbedingte psychische Störungen die häufigsten Diagnosen bei männlichen Krankenhauspatienten darstellen.

Im Prinzip kann Alkohol jedes Organsystem schädigen, besonders häufig ist allerdings neben der Psyche die Leber betroffen, da der Abbau des Alkohols überwiegend durch dieses wichtige Stoffwechselorgan geleistet wird.

Wie steht es um dein Wissen zu Anatomie und Funktion der Leber? Teste dich jetzt mit der Fragensession Leber (die letzten zwei Examina haben wir natürlich wieder ausgespart, um den Physikumslernplan nicht durcheinander zu bringen)!

“Ich hab eine Oberschenkelzerrung im linken Fuß.”

Es ist wieder soweit: Am 14. Juni hat die Fußball-WM begonnen und wir können wieder einmal bestaunen, zu welchen Höchstleistungen der menschliche Körper fähig ist. Andererseits wird es sicherlich kaum ein Spiel geben, bei dem das medizinische Team nicht mindestens einmal mit Köfferchen auf den Platz rennt, denn pro Spiel verletzen sich durchschnittlich zwei Spieler. Zu den häufigsten Fußballer-Verletzungen gehören übrigens Muskelzerrungen und -faserrisse (meist im Oberschenkel) sowie Bänderdehnungen und -risse (am häufigsten im oberen Sprunggelenk oder Knie). Die Maßnahmen zur Akutbehandlung von Profis und Hobbysportlern kann man sich mit der „PECH“-Regel merken: Pause → Eis → Compression → Hochlagern.

Eine Übersicht zu den häufigsten Sportverletzungen findest du im Klinik-Kapitel Sportverletzungen.

Und jetzt: weiterhin viel Spaß beim Fußballgucken!

(Das obige Zitat stammt übrigens vom ehemaligen Nationalspieler Guido Buchwald.)

Das Ende der Wartezeitquote?

“Regeln für die Verteilung knapper Studienplätze haben sich grundsätzlich am Kriterium der Eignung zu orientieren.” Laut einem Urteil des Verfassungsgerichts vom Dezember 2017 ist das aktuelle Zulassungsverfahren zum Medizinstudium teilweise verfassungswidrig, u.a. weil der Gesetzgeber den Hochschulen ein eigenes Kriterienerfindungsrecht überlässt. Daher fordert das Gericht bis Ende 2019 eine Erneuerung. 

Debattiert wird nun über die Abiturbestenquote (Abiturnote 1,0–1,1; 20% der Studienplätze) und hochschuleigene Vergabeverfahren (60% der Plätze), während die Wartezeitquote (aktuell 14–15 Semester; 20% der Plätze) durch eine sog. “Talentquote” ersetzt werden soll. Ergebnisse in Studierfähigkeitstest, Motivation, Empathie, medizinische Erfahrung: Welche Kriterien sollten abgeschafft, geändert oder ergänzt werden? Wie können sie gemessen und gewichtet werden und wer wird in den Prozess eingebunden? 

Heute werden die Eckpunkte der Änderungen auf der Kultusministerkonferenz festgelegt. Es wird sich zeigen, ob darauf die revolutionäre Reformation folgt oder diese an der technischen Umsetzung und dem Zeitdruck scheitert.

Arzt per App?

Bisher sind Ärzte, die ihre Patienten per Internet und Telefon beraten, in Deutschland noch eine Seltenheit. Das könnte sich jedoch schon bald ändern: Auf dem Ärztetag wurde gerade die Aufhebung des sog. Fernbehandlungsverbots beschlossen, welches Telemedizin bisher nur bei Folgebehandlungen und nicht bei Erstkontakt erlaubt hat.

Klar ist, dass der direkte Patientenkontakt weiterhin Standard bleiben soll. Die Telemedizin könnte aber insbesondere gegen den Ärztemangel in ländlichen Gegenden Abhilfe schaffen und unnötige Wege und Wartezeiten ersparen. Schon heute empfangen Ärzte über Apps Blutdruck- und Blutzuckerwerte ihrer Patienten oder schauen sich Hautveränderungen im Videochat an.

Die Lockerung des Telemedizingesetzes wird diesen Trend nun sicher beschleunigen – und wer weiß, vielleicht ist der digitale Hausbesuch in ein paar Jahren schon ganz normal…

Hier findest du den Artikel "Fernbehandlungsverbot gekippt" der Ärzte Zeitung online.