Addiction 2.0 – Zocken, bis der Arzt kommt

Schon gehört? Die ICD-10, das Klassifikationssystem zur Verschlüsselung medizinischer Diagnosen, soll 2022 von einer neuen Version, der ICD-11, abgelöst werden. Und das sorgt bereits jetzt für Diskussionen.

Die wohl umstrittenste Entscheidung ist, die Videospielsucht (Gaming Disorder) in den Krankheitskatalog aufzunehmen. Viele Gamer und auch einige Wissenschaftler befürchten, dass Vielspieler vorschnell als psychisch krank stigmatisiert werden könnten oder andere mögliche Ursachen pathologischen Spielverhaltens (z.B. Depressionen) außer Acht gelassen werden. Andererseits könnte die Behandlung Betroffener verbessert und intensivere Forschung ermöglicht werden.

Zockst du auch gerne mal die Nächte durch und hast deswegen schon die ein oder andere Vorlesung sausen lassen? Keine Sorge, für die Diagnose “Gaming Disorder” müssen weitaus strengere Kriterien erfüllt werden, wie z.B. eine signifikante Vernachlässigung des Soziallebens über einen Zeitraum von mind. 12 Monaten.

Wenn du es genau wissen willst, kannst du dich direkt bei der WHO über die Diagnosekriterien informieren. Einen Überblick über den aktuellen Diskurs findest du z.B. bei Die Zeit.

Du hast noch Fragen zum Thema ICD? Alle Informationen zu den (IMPP-relevanten) Klassifikationssystemen findest du im AMBOSS-Kapitel Ärztliche Urteilsbildung und Entscheidung.

Abhängigkeit und Drogen (in AMBOSS)