Bei Hitze denkt es sich langsamer

Dass extreme Hitze ältere und kranke Menschen gefährdet, ist bereits bekannt. Forscher in Harvard fanden nun heraus, dass auch die Hirnleistung junger, gesunder Menschen von Hitzewellen beeinflusst wird. Dafür verglichen sie die morgendliche Reaktionszeit von Studenten. Diejenigen, die über eine Klimaanlage in ihrem Schlafzimmer verfügten, zeigten morgens eine signifikant bessere kognitive Leistung als die Studenten, deren Gehirn nachts durchschnittlich 5 °C höheren Temperaturen ausgesetzt war.

Die Ergebnisse sollen auch zeigen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die globale Gesundheit haben könnte und dazu anregen, angesichts zunehmender Hitzewellen nachhaltigere Kühlungssysteme zu schaffen.

Um auch bei Hitze leistungsfähig zu bleiben, empfiehlt es sich vor allem viel zu trinken und anstrengende Arbeit möglichst zu den kühleren Tageszeiten zu verrichten.
Und vielleicht kannst du ja mithilfe der Studie die Anschaffung einer Klimaanlage in eurer Bibliothek durchsetzen ;-)

Wärmehaushalt (in AMBOSS)

Warum muss ich das lernen? Lipophilie und Säure-Base-Gleichgewichte

Lipophil und lipophob, diese Begriffe werden oft mit Essig und Öl in einer Salatsauce erklärt. Warum die Moleküleigenschaften für dich als Mediziner aber auch außerhalb der Küche wichtig sind, ist schnell erklärt:

Ärzte müssen wissen, wie oral verabreichte Medikamente vom Körper absorbiert werden. Als Wirkstoffe kommen i.d.R. organische Moleküle zur Anwendung, die entweder schwache Säuren (z.B. Aspirin) oder schwache Basen (z.B. Morphine) sind. Weil die Zellen des Körpers keine Transportsysteme für diese Wirkstoffmoleküle besitzen, müssen sie durch die Zellmembran hindurch diffundieren und deswegen lipophil sein.

Säuren sind Moleküle, die ein Proton abspalten können, wohingegen Basen ein Proton aufnehmen. Dabei entstehen geladene Moleküle, die lipophob sind und nicht durch Membranen diffundieren können. Je nach pH-Wert der Umgebung liegt das Gleichgewicht entweder eher auf Seiten der geladenen, lipophoben oder der ungeladenen, lipophilen Form: Säuren sind ungeladen, wenn sie sich in saurer Umgebung befinden, weil sie dann protoniert vorliegen. Basen sind ungeladen, wenn sie sich in basischer Umgebung befinden, weil sie dann nicht protoniert vorliegen.

Wird ein Wirkstoff oral aufgenommen, dann befindet er sich im Magen zunächst in einer stark sauren Umgebung, im Darm dann in einer leicht basischen. Saure Wirkstoffe wie im Aspirin werden daher schon fast vollständig im Magen absorbiert, basische Wirkstoffe wie Morphine hingegen erst im Darm.

Säure-Base-Haushalt (in AMBOSS)

Pharmakokinetik (in AMBOSS)

Zellmembran (in AMBOSS)

Warum muss ich das lernen? Löslichkeitsprodukt

Hast du auch schon einmal gehört, dass man nicht zu viel Rhabarber oder Spinat essen sollte? Dieser vielleicht etwas merkwürdigen Ernährungsempfehlung liegt ein simples chemisches Prinzip zugrunde: die Löslichkeit von Salzen.

Kationen und Anionen liegen in Lösung normalerweise getrennt voneinander vor und scheiden sich erst dann als Feststoff ab, wenn die Konzentration der Ionen das sog. Löslichkeitsprodukt des Salzes überschreitet. Die meisten Elektrolyte sind extrem gut löslich, sodass ihr Löslichkeitsprodukt selten oder nie überschritten wird. Eine Ausnahme bilden schwerlösliche Salze wie z.B. das Calciumphosphat oder das Calciumoxalat. Lebensmittel, die wie Rhabarber reich an Oxalat sind, können so tatsächlich zu einem Absinken der Calciumkonzentration führen – jedoch nur beim Verzehr größerer Mengen über einen längeren Zeitraum.

Im Vergleich zum Absinken der Elektrolytkonzentration ist das Abscheiden dieser Salze als Feststoffe jedoch problematischer, da sie in der Harnblase Steine bilden können.

Alkohol? Kenn deine Leber!

Zugegeben, alkoholische Getränke gehören für viele zum lauen Sommerabend und WM-Spiel dazu wie Eis am Stiel und Torjubel.

Kritisch wird es allerdings, wenn es ohne nicht mehr geht und das ist gar nicht mal so selten der Fall: Ein Blick in die Liste des statistischen Bundesamts verrät, dass alkoholbedingte psychische Störungen die häufigsten Diagnosen bei männlichen Krankenhauspatienten darstellen.

Im Prinzip kann Alkohol jedes Organsystem schädigen, besonders häufig ist allerdings neben der Psyche die Leber betroffen, da der Abbau des Alkohols überwiegend durch dieses wichtige Stoffwechselorgan geleistet wird.

Wie steht es um dein Wissen zu Anatomie und Funktion der Leber? Teste dich jetzt mit der Fragensession Leber (die letzten zwei Examina haben wir natürlich wieder ausgespart, um den Physikumslernplan nicht durcheinander zu bringen)!

“Ich hab eine Oberschenkelzerrung im linken Fuß.”

Es ist wieder soweit: Am 14. Juni hat die Fußball-WM begonnen und wir können wieder einmal bestaunen, zu welchen Höchstleistungen der menschliche Körper fähig ist. Andererseits wird es sicherlich kaum ein Spiel geben, bei dem das medizinische Team nicht mindestens einmal mit Köfferchen auf den Platz rennt, denn pro Spiel verletzen sich durchschnittlich zwei Spieler. Zu den häufigsten Fußballer-Verletzungen gehören übrigens Muskelzerrungen und -faserrisse (meist im Oberschenkel) sowie Bänderdehnungen und -risse (am häufigsten im oberen Sprunggelenk oder Knie). Die Maßnahmen zur Akutbehandlung von Profis und Hobbysportlern kann man sich mit der „PECH“-Regel merken: Pause → Eis → Compression → Hochlagern.

Eine Übersicht zu den häufigsten Sportverletzungen findest du im Klinik-Kapitel Sportverletzungen.

Und jetzt: weiterhin viel Spaß beim Fußballgucken!

(Das obige Zitat stammt übrigens vom ehemaligen Nationalspieler Guido Buchwald.)

Das Ende der Wartezeitquote?

“Regeln für die Verteilung knapper Studienplätze haben sich grundsätzlich am Kriterium der Eignung zu orientieren.” Laut einem Urteil des Verfassungsgerichts vom Dezember 2017 ist das aktuelle Zulassungsverfahren zum Medizinstudium teilweise verfassungswidrig, u.a. weil der Gesetzgeber den Hochschulen ein eigenes Kriterienerfindungsrecht überlässt. Daher fordert das Gericht bis Ende 2019 eine Erneuerung. 

Debattiert wird nun über die Abiturbestenquote (Abiturnote 1,0–1,1; 20% der Studienplätze) und hochschuleigene Vergabeverfahren (60% der Plätze), während die Wartezeitquote (aktuell 14–15 Semester; 20% der Plätze) durch eine sog. “Talentquote” ersetzt werden soll. Ergebnisse in Studierfähigkeitstest, Motivation, Empathie, medizinische Erfahrung: Welche Kriterien sollten abgeschafft, geändert oder ergänzt werden? Wie können sie gemessen und gewichtet werden und wer wird in den Prozess eingebunden? 

Heute werden die Eckpunkte der Änderungen auf der Kultusministerkonferenz festgelegt. Es wird sich zeigen, ob darauf die revolutionäre Reformation folgt oder diese an der technischen Umsetzung und dem Zeitdruck scheitert.

Move your body!

Lange Tage (und Nächte) in der Bibliothek und auf engen Hörsaalbänken hinterlassen auf Dauer ihre Spuren. Tatsächlich kann sich Bewegungsmangel aber nicht nur negativ auf den Körper auswirken, sondern auch auf die Psyche. 

So zeigte eine 2017 veröffentlichte prospektive Kohortenstudie aus Norwegen, dass etwa 12% der im Verlauf der Studie auftretenden Depressionen bei Erwachsenen bereits durch 1 Stunde körperliche Aktivität pro Woche vermeidbar gewesen wären. Auch in der entsprechenden EU-Leitlinie werden die zahlreichen Vorteile körperlicher Aktivität betont, u.a. ein geringeres Risiko für Depressionen, Demenz, kardiovaskuläre Erkrankungen und maligne Tumoren. Sie empfiehlt für Kinder mind. 1 Stunde und für Erwachsene mind. 30 Minuten körperliche Betätigung mäßiger Intensität pro Tag. Dabei gilt jedoch: Jegliche Bewegung ist besser als gar keine, auch wenn man das Mindestziel nicht immer erreicht.

Also nimm dir Zeit für Bewegung und tu dir damit selbst etwas Gutes, auch in stressigen Phasen des Studiums!

Mehr zum Thema Trainingseffekte und physiologische Anpassungen bei körperlicher Belastung findest du übrigens im Kapitel Leistungsphysiologie.

Ins Ausland mit Ärzte ohne Grenzen e.V.

Viele Medizinstudierende spielen mit dem Gedanken, später einmal bei Nothilfeorganisationen wie bspw. Ärzte ohne Grenzen mitzuarbeiten – vielleicht bist ja auch du unter ihnen. Ob man selbst für einen solchen Einsatz geeignet ist, hängt von vielen Faktoren ab.

So sollte man sich z.B. darüber bewusst sein, dass man für einen längeren Zeitraum von zumeist 9–12 Monaten in einem fremden, häufig politisch instabilen Land mit extrem hoher Verantwortung unter teilweise widrigen Bedingungen arbeitet. Hierfür ist es natürlich wichtig, dass man bereits eine Menge praktische Erfahrung, vorrangig in Chirurgie, Notfallmedizin, Infektiologie, Gynäkologie oder Pädiatrie, gesammelt hat. Wichtig sind außerdem viel Improvisationstalent und natürlich die (physische wie psychische) Eignung für Reisen in ferne Länder.

Finanziell lohnend ist die Arbeit bei Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen natürlich nicht, aber in persönlicher Hinsicht ist eine solche Erfahrung unglaublich bereichernd und damit wohl einfach unbezahlbar :-)

Wenn du mehr über die Mitarbeit in einem solchen Projekt erfahren willst, kannst du dich über die Homepage von Ärzte ohne Grenzen informieren oder am besten direkt an einem der regelmäßig in vielen deutschen Städten stattfindenden Infoabende teilnehmen. Dort erzählen dir Ärzte von ihren Erfahrungen im Einsatz und beantworten alle deine Fragen.

Warum muss ich das lernen? Hämoglobintypen

α always, becomes β, γ goes – auch mit dem besten Lernspruch ist es gar nicht so leicht, sich die Hämoglobintypen zu merken. Und wozu brauche ich das eigentlich als Arzt? Zum Beispiel, um eine Thalassämie zu diagnostizieren!

Bei dieser Gruppe von Erbkrankheiten kommt es aufgrund einer verminderten bis fehlenden Produktion von α- bzw. β-Globinketten zu einer Störung der Hämoglobinsynthese. Ein Defekt der β-Ketten kommt besonders häufig im Mittelmeerraum vor (sog. β-Thalassämie); dabei werden anstelle des beim gesunden Erwachsenen vorherrschenden HbA1 (ααββ) vermehrt HbA2 (ααδδ) und HbF (ααγγ) gebildet.

Je nach Ausprägung unterscheidet man Minor- und Majorformen. Meist verursachen sie eine Anämie, nach deren Schweregrad sich dann die Behandlung richtet. So sind z.T. regelmäßige Bluttransfusionen nötig, um eine extramedulläre Erythropoese in Leber, Milz oder Knochen zu unterdrücken. In schweren Fälle kann eine Stammzelltransplantation erwogen werden.

Mehr Informationen zu den Hämoglobintypen findest du hier.

Du hast Lust, schon mal einen Blick in die Klinik zu wagen? Hier findest du das Kapitel zu Thalassämien.

Eine (lebens-)wichtige Entscheidung

Das Thema Organspende in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken, ist das Anliegen des Tags der Organspende, der seit 36 Jahren am ersten Samstag im Juni stattfindet. An diesem Tag soll insbesondere den Organspendern und ihren Angehörigen gedankt werden. Gleichzeitig dient er auch als Aufruf, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Denn nicht grundlos weckt es bei vielen Menschen Ängste und Zweifel, mindestens wirft es Fragen auf. Deshalb müssen dem Einzelnen genügend Informationen zur Verfügung gestellt werden, z.B. über die Kriterien zur Feststellung des Hirntods des potentiellen Spenders, den Ablauf einer Organspende oder auch darüber, welche Richtlinien gelten, damit ein potentieller Transplantatempfänger auf die Warteliste aufgenommen wird. Mit diesen Informationen fällt es dem Einen oder Anderen dann vielleicht leichter, eine Entscheidung zu treffen – ob für oder gegen Organ- und Gewebespende.

Unspezifisches Immunsystem - MHC-Gene (in AMBOSS)

Transplantation (in AMBOSS)

Auf organspende-info.de kannst du dir den Organspendeausweis kostenfrei bestellen oder direkt ausdrucken und dich noch weiter über das Thema informieren.

Fragensession Frauengesundheit – Because Women’s Health Matters

Vielleicht wundert auch ihr euch manchmal darüber, wie unglaublich viele und teils doch sehr seltsame Aktionstage existieren. Ob tatsächlich schon mal jemand den “Trag-zwei-verschiedenfarbige-Schuhe-Tag” oder den “Sprich-wie-ein-Pirat-Tag” gefeiert hat?

Die meisten Aktionstage haben jedoch einen ernsteren Hintergrund und wollen z.B. an bedeutsame historische Ereignisse erinnern oder auf spezielle Themen aufmerksam machen: so auch der heutige “Internationale Aktionstag für Frauengesundheit”, zu dessen Ehren wir euch ein kleines Fragenpaket zusammengestellt haben.

Unter Fragensession Frauengesundheit könnt ihr in 21 Fragen euer Wissen über die weibliche Anatomie und Physiologie testen (übrigens: Die letzten zwei Examina haben wir ausgespart, damit der Physikumslernplan nicht durcheinander gebracht wird)!

Arzt per App?

Bisher sind Ärzte, die ihre Patienten per Internet und Telefon beraten, in Deutschland noch eine Seltenheit. Das könnte sich jedoch schon bald ändern: Auf dem Ärztetag wurde gerade die Aufhebung des sog. Fernbehandlungsverbots beschlossen, welches Telemedizin bisher nur bei Folgebehandlungen und nicht bei Erstkontakt erlaubt hat.

Klar ist, dass der direkte Patientenkontakt weiterhin Standard bleiben soll. Die Telemedizin könnte aber insbesondere gegen den Ärztemangel in ländlichen Gegenden Abhilfe schaffen und unnötige Wege und Wartezeiten ersparen. Schon heute empfangen Ärzte über Apps Blutdruck- und Blutzuckerwerte ihrer Patienten oder schauen sich Hautveränderungen im Videochat an.

Die Lockerung des Telemedizingesetzes wird diesen Trend nun sicher beschleunigen – und wer weiß, vielleicht ist der digitale Hausbesuch in ein paar Jahren schon ganz normal…

Hier findest du den Artikel "Fernbehandlungsverbot gekippt" der Ärzte Zeitung online.

Wann trinkt Anton Pulmann Milch?

Natürlich um 22:45!

Ob Vorklinik, Klinik oder Berufsleben, es gibt wohl kaum einen Mediziner, der diesen Merkspruch für die Auskultationspunkte des Herzens noch nicht gehört hat. Wäre es nicht schön, das theoretische vorklinische Wissen schon jetzt in der Praxis zu testen?

Im brandneuen AMBOSS-Auskultationskurs haben wir die wichtigsten Fakten zu Herztönen und Herzgeräuschen zusammengestellt und liefern euch mit Quizbildern und Erklärungsvideos eine praktische Anleitung für zukünftige Famulaturen, PJ-Tertiale oder Examen. Das Highlight sind unsere neuen Auskultationsvideos, die ihr selbst befunden könnt und zu denen es passende Patientenfälle gibt.

Auskultationskurs Herz (in AMBOSS)

Die vorklinischen Grundlagen findest du im Kapitel Herzmechanik.

Tropical Feeling – Tropical Fever?

Die Uni hat gerade erst so richtig begonnen und schon denkt manche/r wieder an die nächsten Semesterferien. Das ist auch gar nicht mal so unklug – denn v.a. wer eine Reise in ferne Länder plant, sollte sich frühzeitig über die nötigen Impfungen informieren.

Besonders wichtig ist dies u.a. bei Reisen in Gelbfieber-Endemiegebiete des tropischen Afrika und Südamerika. Zwar verläuft die durch das Gelbfiebervirus ausgelöste Erkrankung in den meisten Fällen asymptomatisch oder lediglich mit grippeähnlichen Symptomen; in etwa 15% der Fälle kommt es jedoch zu schweren Verlaufsformen mit hohem Fieber, Blutungen und akutem Organversagen, die bei 50% der Betroffenen tödlich enden.

Um eine Einschleppung des Virus zu verhindern, erhält man ohne eine Gelbfieberimpfung in einigen Ländern keine Einreisegenehmigung. Die Impfung muss mindestens 10 Tage vor Reiseantritt in speziellen Gelbfieberimpfstellen erfolgt sein.

Falls dich nun das Reisefieber (und die Impflust) gepackt hat, wirf doch einen Blick in die AMBOSS-Übersicht zu den Reiseimpfungen und informiere dich auf den verlinkten Klinikkapiteln näher über die betreffenden Erkrankungen, wie z.B. das Gelbfieber.

Das AMBOSS-Kapitel zu den vorklinischen Grundlagen der Mikrobiologie und Virologie findest du hier.

Auch auf den Seiten des Robert Koch-Instituts, der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und der WHO findest du hilfreiche Informationen.

Hello Sunshine, my old friend...

Das launische Aprilwetter scheint endgültig vorüber; die Wiesen und Parks sind wieder voll mit sonnenbadenden Menschen. Was passiert eigentlich genau, wenn Sonnenstrahlen auf unsere Haut treffen? Warum lässt das unseren Teint dunkler, unsere Stimmung jedoch heller werden?

Sonnenstrahlen enthalten Strahlungsenergie (v.a. UV-B), die das Melanin in den Melanozyten zum Schwingen bringt, woraufhin diese die potentiell DNA-schädigende Strahlung in harmlose Wärmestrahlung umsetzen. Zusätzlich stimuliert UV-B (und in geringerem Maße auch UV-A) die Melanogenese, d.h. es ist mehr Melanin vorhanden, der Teint wird dunkler.

Neben den Melanozyten reagiert auch das in der Haut gespeicherte 7-Dehydrocholesterin, das durch die UV-Strahlung in die Vitamin-D-Vorstufe Cholecalciferol gespalten wird. Vitamin D beeinflusst neben dem Calcium- und Phosphathaushalt auch die Serotonin-, Dopamin- und Noradrenalinspiegel im Gehirn. Diese Neurotransmitter spielen eine wichtige Rolle für die Stimmung und können bei Mangel zu depressiven Störungen führen.

Hast du Lust, dir diese Zusammenhänge nochmal in Ruhe durchzulesen?

Haut (in AMBOSS)

Vitamin D (in AMBOSS)

Neurotransmitter (in AMBOSS)

Hier (ncbi.nlm.nih.gov) kannst du dich tiefergehend über die Beeinflussung von UV-Strahlung auf die Stimmung informieren.

Warum muss ich das lernen? Herzmechanik

Vorlast, Nachlast, Ruhedehnungskurve, Kurve der Unterstützungsmaxima… Das Arbeitsdiagramm des Herzens kann zunächst eine Herausforderung sein. Aber es lohnt sich, etwas mehr Zeit in das Thema Herzmechanik zu investieren und so den Grundstein für das Verständnis der Herzinsuffizienz zu legen.

Eine Herzinsuffizienz liegt vor, wenn das Herz nicht in der Lage ist, das benötigte Herzzeitvolumen aufrechtzuerhalten. Man unterscheidet grob zwischen systolischer Herzinsuffizienz mit verminderter Ejektionsfraktion und diastolischer Herzinsuffizienz mit gestörter Ventrikelrelaxation. Häufige Ursachen einer systolischen Dysfunktion sind eine verminderte Kontraktionskraft des Myokards (z.B. nach Herzinfarkt), eine erhöhte Vorlast (Volumenbelastung, z.B. bei Klappeninsuffizienz) oder eine erhöhte Nachlast (Druckbelastung, z.B. bei arterieller Hypertonie). Insgesamt sind in Deutschland ca. 10% der >60-Jährigen von einer Herzinsuffizienz betroffen!

Mehr Informationen zur Herzmechanik findest du hier.

Du hast Lust, schon mal einen Blick in die Klinik zu wagen? Hier findest du das Kapitel zur Herzinsuffizienz.

SAVE LIVES: Clean Your Hands!

Mit diesem Slogan bewirbt die WHO alljährlich am 5.5. (das Datum symbolisiert die 5 Finger beider Hände) den Welthändehygienetag, um insb. in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen auf das Thema Händehygiene aufmerksam zu machen. Denn es bleibt dabei: Die hygienische Händedesinfektion ist entscheidend, um Krankenhausinfektionen zu verhindern! Allein in Deutschland entstehen durch nicht-ausreichende Händedesinfektion jährlich ca. 700.000(!) Krankenhausinfektionen, die v.a. bei immungeschwächten Patienten (z.B. Neugeborenen) lebensgefährlich sein können. Auch du als Student trägst Verantwortung und kannst im Krankenhaus mit gutem Beispiel vorangehen. It’s in your hands!

Und wann sollte man nochmal desinfizieren? Im Kapitel Antisepsis kannst du die 5 WHO-Indikationen für die Händedesinfektion nachlesen sowie Informationen zur korrekten Durchführung finden. Und hier kannst du dich bei der WHO selbst über das Thema informieren.

Neues Organ entdeckt?

Es verläuft wie ein riesiges Netzwerk direkt unter der Haut, umgibt Gefäße und kleidet Organe aus – das Interstitium. Neue Erkenntnisse zu dieser schon bekannten Struktur erweckten kürzlich das Interesse der Medien. Wurde hier wirklich wie von den US-Forschern postuliert ein neues Organ entdeckt? Mit einer neuen Untersuchungsmethode an Lebendgewebe stellten diese fest, dass es sich beim Interstitium nicht wie bisher aufgrund histologischer Schnitte angenommen um dicht gepacktes Bindegewebe handelt, sondern um untereinander verbundene, flüssigkeitsgefüllte Räume. Deren genaue Funktion ist noch unklar; sie scheinen jedoch als Stoßdämpfer für kontraktile Organe wie Lunge, Darm und Haut sowie Gefäße und Muskeln zu dienen. Zudem drainieren sie zu Lymphknoten, haben also womöglich eine Immunfunktion.

Noch ist ungewiss, ob das Interstitium die Kriterien für ein Organ erfüllt. Man verspricht sich von ihm jedoch vor allem neue Erkenntnisse zur Ausbreitung von Krankheiten wie Krebs und hofft, dass diese durch die Untersuchung der interstitiellen Flüssigkeit zukünftig früher entdeckt werden können.

Die bisherigen Erkenntnisse zum Interstitium findest du im Kapitel Bindegewebe.

Den Originalartikel gibt es hier.

25. April 1953: Entdeckung der DNA-Struktur

Dieses Foto ist Kult: James Watson und Francis Crick vor ihrem aus Blech und Draht gebastelten DNA-Modell. Es wurde vor 65 Jahren aufgenommen, kurz nachdem die beiden Forscher am 25. April 1953 das Ergebnis ihrer zweijährigen Arbeit veröffentlicht hatten: die Entdeckung der Doppelhelixstruktur.

„Wir glauben, dass die DNA ein Code ist. [...] Wir denken, dass wir den grundlegenden Kopiermechanismus gefunden haben, mit dem Leben aus Leben entsteht.“ So schreibt Crick am 17. März 1953 in einem Brief an seinen Sohn. Er sollte Recht behalten – Watsons und Cricks Entdeckungen gelten als eine der bedeutendsten in der Geschichte der Wissenschaft und wurden 1962 mit dem Nobelpreis belohnt.

Nicht vergessen darf man aber auch die Forscher, auf deren Vorarbeit sich die beiden stützten. Die entscheidenden Hinweise kamen von der Chemikerin Rosalind Franklin, die damals DNA-Röntgenbilder erstellte. Da sie bereits 1958 verstarb, konnte sie bei der Vergabe des Nobelpreises jedoch nicht mehr bedacht werden.

Auch unser Kapitel Aufbau von DNA und RNA basiert auf den Entdeckungen von 1953.

Einen Hintergrundartikel inklusive der Kontroversen um die beiden Forscher (sowie dem oben angesprochenen Foto) findest du hier.

Was genau haben Watson und Crick eigentlich herausgefunden und wieviel davon basierte auf früheren Arbeiten anderer Forscher? Die Antwort gibt’s hier.

 

 

Exkurs Global Health: Umweltverschmutzung, Krankheit und Todesopfer

Anlässlich des Tags der Erde (Earth Day) am vergangenen Sonntag möchten wir euch einen kleinen Denkanstoß zu dem Thema vorstellen. In einer aktuellen Publikation der Lancet Commission on pollution and global health konnte gezeigt werden, wie Umweltverschmutzung und Krankheit zusammenhängen: 2015 sind nach Schätzungen 9 Millionen Menschen durch Umweltverschmutzung “vor ihrer Zeit” gestorben – nicht selten beginnt die Aufnahme der Gifte bereits in utero.

Umweltverschmutzung tötet demnach dreimal häufiger als AIDS, Tuberkulose und Malaria zusammen und sogar 15 mal so häufig wie sämtliche Kriege. Zu allem Überfluss sind am ehesten Menschen in Ländern der mittleren und unteren Einkommensstufen und in Industrieländern vor allem sozial Benachteiligte betroffen.

Die meisten Todesfälle durch Umweltverschmutzung sind die Folge von Luftverschmutzung (bspw. Feinstaubbelastung), unsauberem Trinkwasser und mangelhafter Hygiene.

Warum dieser Exkurs? Weltweit behandeln Ärzte sehr häufig das Ergebnis von Umweltverschmutzung und kommen dabei i.d.R. zu spät. Ohne ein entschlossenes globales und präventives Denken wird diese Situation kaum unter Kontrolle zu bringen sein.

The Lancet Commission on pollution and health 2018 (thelancet.com)