An apple a day keeps the Skorbut away

Ausfallende Zähne, ständige Infekte, langsame Wundheilung - alles typische Symptome von Skorbut, einer Hypovitaminose, die durch einen Mangel an Vitamin C ausgelöst wird. Skorbut war bei den alten Seefahrern eine häufige und oft lebensbedrohliche Erkrankung, da deren Nahrung an Bord oft mehrere Monate lang haltbar sein musste und daher kaum frisches Obst oder Gemüse beinhaltete.

In den heutigen Industrienationen glaubte man Skorbut quasi ausgerottet - denn schon eine halbe Paprika oder eine Apfelsine am Tag decken die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Tagesdosis an Vitamin C von 95 mg für Frauen bzw. 110 mg für Männer. Umso erschreckender, dass eine Diabetologin in Australien vor kurzer Zeit bei einigen ihrer Patienten Skorbut diagnostiziert hat. Auf Nachfrage gaben diese an, kein oder nur völlig verkochtes Obst und Gemüse zu essen.

Eine Vitamin-C-Substitution empfiehlt die DGE übrigens nicht: Lediglich schwer körperlich arbeitende oder extremer Kälte ausgesetzte Personen würden davon profitieren. Da überschüssiges Vitamin C nicht gespeichert, sondern über die Nieren ausgeschieden wird, besteht die Wirkung von Vitamin-C-Präparaten also v.a. in der Ausscheidung von ziemlich teurem und saurem Urin ;-).

Winterschlaf is coming

Die Tage werden kürzer und dahin ist die ganze Energie, mit der man im Sommer morgens aus dem Bett gehüpft ist und auch eine Vorlesung um acht kein Problem war. Eines ist klar: Je weniger Sonne wir abbekommen, desto müder fühlen wir uns. Aber warum ist das so?

Mit dafür verantwortlich ist die Zirbeldrüse (Glandula pinealis), eine kleine Drüse im Gehirn. Sie bildet aus dem wichtigen Monoamin Serotonin das müde machende Hormon Melatonin. Diese Reaktion wird lichtabhängig gesteuert. Je weniger Licht auf den Sehnerv trifft, desto mehr Melatonin wird synthetisiert und ausgeschüttet. Die Folge: Wir fühlen uns müde und abgeschlagen.

Man geht außerdem davon aus, dass eine heruntergesetzte Aktivität serotonerger Neurone eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Depressionen spielt. Substanzen, die die Serotoninkonzentration im synaptischen Spalt erhöhen, gehören bei deren Behandlung sogar zu den Medikamenten der ersten Wahl.

Fragensession Männergesundheit – Because Men’s Health Matters

Seit dem Jahr 2000 soll jährlich am 03. November der sog. Weltmännertag das Gesundheitsbewusstsein unter Männern stärken (nicht zu verwechseln mit dem Internationalen Männertag am 19. November).

Schaden kann das nicht - so liegt die Lebenserwartung laut statistischem Bundesamt aktuell für in Deutschland geborene männliche Neugeborene nämlich fast 5 Jahre unter der von weiblichen Neugeborenen. Mögliche Gründe dafür sind neben genetischen Dispositionen ein ungesünderer Lebensstil und v.a. in den 1960ern und 1970ern ungünstigere Arbeitsbedingungen. Aber gute Nachrichten für die Männerwelt: der Unterschied gleicht sich langsam aber stetig an!

Unter Fragensession Männergesundheit könnt ihr in 10 Fragen euer Wissen über die männliche Anatomie und Physiologie testen!

Kennen wir uns?

Das Wintersemester hat begonnen – eine Zeit, die neben unseren “grauen Zellen” auch unsere Abwehr ganz schön herausfordert! Um Krankheitserreger und fehlerhafte Körperzellen von normalen zu unterscheiden und ggf. zu vernichten, muss das Immunsystem körpereigen von körperfremd unterscheiden. Aber wie signalisieren die Zellen noch gleich, ob bei ihnen alles in Ordnung ist?

Die Antwort darauf gibt’s im entsprechenden AMBOSS-Kapitel – und ab sofort auch zusätzlich in unserer brandneuen Animation zur Antigenpräsentation! Wir empfehlen: Zurücklehnen, anschauen, verstehen :-).

Übrigens, weitere neue Animationen findest du zu den Themen Funktionsweise von Gap Junctions, Funktionsweise chemischer Synapsen und Genregulation im Prokaryonten: Lac-Operon.

Wann beginnt (Mäuse-)Leben?

Laut Embryonenschutzgesetz beginnt das Leben mit der Verschmelzung des Erbguts von Eizelle und Spermium. Nur wann findet diese genau statt?

Forscher aus Heidelberg stellten jetzt mithilfe einer neuen mikroskopischen Methode an Mäuseembryonen fest, dass die väterlichen und mütterlichen Chromosomen entgegen bisheriger Annahmen während der ersten embryonalen Zellteilung noch separat vorliegen und jeweils durch einen eigenen Spindelapparat aufgetrennt werden. Erst nach Abschluss der ersten Teilung verschmilzt das Erbgut – also ein paar Stunden später als gedacht.

Warum das interessant ist? Einerseits könnte dies der Grund für die hohe Fehlerrate bei der ersten Zellteilung und somit ein Ansatzpunkt für die Reproduktionsmedizin sein. Andererseits könnte eine Gesetzesänderung zugunsten eines früheren Lebensbeginns folgen, um den Schutz von Embryonen vor missbräuchlicher Verwendung weiterhin zu garantieren.

Ob die Ergebnisse überhaupt auf den Menschen übertragen werden können, bleibt noch zu untersuchen. In der Zwischenzeit kannst du deine Kenntnisse zu den Grundlagen der Entstehung des Lebens in einer kurzen Fragensession testen.

Grundlagen der Embryologie (in AMBOSS)

Von der Befruchtung zur Implantation (in AMBOSS)

Lieber chillen als Pillen killen

Buntes Laub, Kastanien und kürzere Tage… es ist nicht mehr zu leugnen: Der Rekordsommer hat sich verabschiedet und die ersten kühlen Nächte haben bereits die Quälgeister Nr. 1 im Gepäck: Grippe- und Erkältungsviren! Viele Erkältungsgeplagte greifen gerne zu Kombipräparaten. Diese enthalten mindestens ein Analgetikum/Antipyretikum zur Fiebersenkung und Linderung der Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein Mittel mit abschwellender Wirkung auf die Nasenschleimhaut (z.B. Pseudoephedrin).

Eine schlichte Erkältung äußert sich jedoch zum Glück häufig nicht mit all diesen Symptomen. Daher sind einige der enthaltenen Wirkstoffe überflüssig, zeigen aber natürlich trotzdem ihre (Neben-)Wirkungen. Pseudoephedrin zum Beispiel stimuliert den Sympathikus: das macht kurzfristig leistungsfähiger, allerdings mit der Gefahr der Überanstrengung und dem Hinauszögern oder Verschlimmern des grippalen Infekts - im Extremfall bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen (wie einer Herzmuskelentzündung). Deshalb sind wir mit “Abwarten und Tee trinken” und einem Tag auf dem Sofa am besten beraten, wenn es uns erwischt hat.

Einen guten und gesunden Start in die dunkle, kalte und gemütliche Jahreszeit wünscht euch die AMBOSS-Redaktion!

Nobelpreis, die Erste

Heute wurden die diesjährigen Nobelpreisträger in der Medizin bekannt gegeben. Auch von uns einen herzlichen Glückwunsch an James P. Allison und Tasuku Honjo, die "für ihre Entdeckungen in der Krebsbehandlung durch Inhibition der negativen Immunregulation" ausgezeichnet wurden. Wir wollen diese Preisverleihung zum Anlass nehmen, einmal in die Vergangenheit dieser bedeutsamen Auszeichnung zu blicken.

Gleich der erste Physik-Nobelpreis wurde im Jahr 1901 für eine bahnbrechende Entdeckung vergeben, die aus der heutigen Medizin nicht mehr wegzudenken ist: Die Röntgenstrahlung!

Man muss aber kein Streber mit lückenlosem Lebenslauf sein, um so viel zu erreichen. Denn auch Wilhelm Conrad Röntgens Leben ist nicht immer ganz nach Plan verlaufen. So flog er sogar ohne Abitur von der Schule – weil er fälschlicherweise für den Schöpfer einer Karikatur seines Lehrers gehalten wurde, den wahren Schuldigen aber nicht verpfeifen wollte. Ein ziemlich sympathischer Typ, der zum Wohle der Menschheit sogar auf eine Patentanmeldung seiner von ihm als “X-Strahlen” bezeichneten Entdeckung verzichtete und Preisgelder stets der Wissenschaft spendete.

Und für Jeden, den jetzt die Lust gepackt hat, mehr übers Röntgen zu erfahren, gibt’s hier die Links zu den entsprechenden Amboss-Kapiteln :-)

Ionisierende Strahlung (in AMBOSS)

Röntgen (in AMBOSS)

Wenn der Kopf Karussell fährt

Karussellfahrten und Alkohol – der Schwindel, der einem nach einem Übermaß an beidem ereilt, wird jeweils durch widersprüchliche Wahrnehmungen der Sinneszellen von Augen, Gleichgewichtsorgan und Tiefensensibilität verursacht.

Nach einer Karussellfahrt melden Augen und Tiefensensibilität zwar Ruhe, die Bogengänge schwanken jedoch weiter. Das liegt an der Trägheit der Endolymphe, die sich auch bei Stillstand zunächst weiter bewegt.

Alkohol hingegen “verdünnt” die Dichte der Cupulae, woraufhin sie nun minimale Lageänderungen registrieren und als “Drehbewegung” interpretiert. Dies widerspricht den anderen Sinneseindrücken des Körpers – die Folge ist ein Schwindelgefühl. Deswegen hilft es auch, bei alkoholbedingtem Schwindel die Augen zu schließen und aufrecht zu sitzen. Dadurch werden die Bogengänge nicht aktiviert und das Gehirn erhält weniger widersprüchliche Informationen.

Funktion des Vestibularorgans (in AMBOSS)

Endolymphe (in AMBOSS)

Die Welt der Nebenniere

Die Nebennieren spielen eine wichtige Rolle im Hormonhaushalt, z.B. bei der Antwort des Körpers auf Stress, in der Aufrechterhaltung des Gefäßtonus oder im Metabolismus der Kohlenhydrate, Proteine und Lipide.

Obwohl man anatomisch von einer einzigen Drüse spricht, handelt es sich bei Nebennierenrinde und Nebennierenmark gemäß ihrer unterschiedlichen embryonalen Herkunft eigentlich um zwei verschiedene funktionelle Einheiten.

Wie gut kennst du dich aus mit den lebenswichtigen Funktionen der Nebenniere? Wir haben eine kurze Fragensession zusammengestellt, in der du dein Wissen prüfen kannst. Viel Spaß!

Nebenniere (in AMBOSS)

Einfache Mittel bei großen Katastrophen

Erdbeben auf Lombok, Überschwemmungen in Kerala: Bei Naturkatastrophen und anderen Ereignissen, welche die Infrastruktur beschädigen, droht neben der unmittelbaren Gefahr oft der Ausbruch von Infektionskrankheiten. So kam es 2017 im Jemen infolge des Bürgerkriegs zur weltweit größten Cholera-Epidemie der Geschichte mit ca. 1 Million Fällen.

Das Bakterium Vibrio cholerae wird v.a. über fäkal kontaminiertes Wasser oder Nahrungsmittel übertragen. Sein Toxin aktiviert die Adenylatzyklase, wodurch cAMP ansteigt und Gs-Proteine aktiviert werden, was zur gesteigerten Chlorid- und Wassersekretion ins Darmlumen, und letztlich zu wässrigem Durchfall führt. Therapeutisch steht die prompte Rehydratation mit einer Trinklösung aus Glucose, Natriumchlorid und anderen Elektrolyten im Vordergrund.

Die ORT (Oral Rehydration Therapy) ist nicht nur kostengünstig und schnell verfügbar, sondern auch effektiv, da sie den Na+-Glucose-Symporter nutzt. Während andere Absorptionsmechanismen von Na+ (und damit der Aufbau des entscheidenden Gradienten für die Wasserresorption!) bei Cholera gestört sind, bleibt die Funktion des Na+-Glucose-Symporters nämlich erhalten.

Natürlich findest du in AMBOSS noch mehr zum Thema Wasser- und Elektrolythaushalt. Wenn du schon einen Blick in die Klinik wagen willst, kannst du dich im Kapitel Bakterielle Durchfallerkrankungen auch genauer über Cholera informieren.

WHO position paper on Oral Rehydration Salts to reduce mortality from cholera 

Ärzte Zeitung online: Cholera-Epidemie im Jemen verlangsamt sich

Electrolytes & Blood Pressure: Recent Advances of Oral Rehydration Therapy (ORT)

Wie schnell kann ein Enzym arbeiten?

Enzymkinetik - vielleicht nicht gerade dein Lieblingsthema, aber dennoch gerne vom IMPP im Physikum abgefragt. In unserer neuen Auditor-Folge erklären wir dir deshalb noch einmal alles Wichtige über die enzymatische Katalyse und veranschaulichen deren physiologische Bedeutung an einem Beispiel aus dem Kohlenhydratstoffwechsel.

Enzymkinetik (in AMBOSS)

Dein Histo-Prof. sieht was, was du nicht siehst?! - NEU: Histo-Trainer in AMBOSS

Die ersten zwei Histo-Videos sind jetzt online. Wir mikroskopieren pro Video jeweils ein Präparat “live” für dich vor und zeigen dir, in welchen Schritten du ein neues Präparat untersuchst und woran du Strukturen und ihre Charakteristika erkennst. Am Ende gehen wir noch kurz auf die Organe ein, die einander im ersten Moment histologisch ähnlich sehen können.

So schulst du deinen Blick für die feinen Unterschiede und lernst nicht einfach nur das Präparat aus deinem Histo-Kurs auswendig ;-)

Positiver Nebeneffekt: Nach dem Histo-Trainer verortest du die Langerhans-Inseln nicht mehr reflexartig in der Südsee und Oxyphilie klingt auch nicht mehr wie der neueste Energydrink.

Mikroskopische Anatomie des Pankreas (in AMBOSS)

Mikroskopische Anatomie der Nebenschilddrüse (in AMBOSS)

Addiction 2.0 – Zocken, bis der Arzt kommt

Schon gehört? Die ICD-10, das Klassifikationssystem zur Verschlüsselung medizinischer Diagnosen, soll 2022 von einer neuen Version, der ICD-11, abgelöst werden. Und das sorgt bereits jetzt für Diskussionen.

Die wohl umstrittenste Entscheidung ist, die Videospielsucht (Gaming Disorder) in den Krankheitskatalog aufzunehmen. Viele Gamer und auch einige Wissenschaftler befürchten, dass Vielspieler vorschnell als psychisch krank stigmatisiert werden könnten oder andere mögliche Ursachen pathologischen Spielverhaltens (z.B. Depressionen) außer Acht gelassen werden. Andererseits könnte die Behandlung Betroffener verbessert und intensivere Forschung ermöglicht werden.

Zockst du auch gerne mal die Nächte durch und hast deswegen schon die ein oder andere Vorlesung sausen lassen? Keine Sorge, für die Diagnose “Gaming Disorder” müssen weitaus strengere Kriterien erfüllt werden, wie z.B. eine signifikante Vernachlässigung des Soziallebens über einen Zeitraum von mind. 12 Monaten.

Wenn du es genau wissen willst, kannst du dich direkt bei der WHO über die Diagnosekriterien informieren. Einen Überblick über den aktuellen Diskurs findest du z.B. bei Die Zeit.

Du hast noch Fragen zum Thema ICD? Alle Informationen zu den (IMPP-relevanten) Klassifikationssystemen findest du im AMBOSS-Kapitel Ärztliche Urteilsbildung und Entscheidung.

Abhängigkeit und Drogen (in AMBOSS)

Am 28. Juli ist Welt-Hepatitis-Tag

Weltweit sind ca. 420 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-B- oder C-Virus (HBV/HCV) infiziert, bis zu 600.000 davon in Deutschland. HCV ist ein RNA-Virus, das v.a. durch kontaminierte Nadeln übertragen wird. HBV ist dagegen ein DNA-Virus, das meist sexuell übertragen wird und gegen das es eine Impfung gibt.

Ein Großteil der akuten Hepatitiden verläuft asymptomatisch, weshalb sie unbemerkt einen chronischen Verlauf bis hin zur irreversiblen Leberzirrhose nehmen können. Dies betrifft v.a. die akute Hepatitis C, da 50–85% der unbehandelten Fälle chronifizieren. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie ist aus diesem Grund essentiell. Daher lautet das Motto des diesjährigen Welt-Hepatitis-Tages: „Findet die fehlenden Millionen!“

Die Grundlagen der Virologie sowie die wichtigsten Fakten zu Hepatitis B und Hepatitis C kannst du in AMBOSS nachlesen.

Wie kommen eigentlich die Proteine in die Zellmembran?

Alle Zelltypen im Körper tragen Proteine auf ihrer Zellmembran, um mit ihrer Umgebung zu kommunizieren. Bspw. geschieht dies bei Signalmolekülen über Rezeptoren (z.B. Insulinrezeptor) oder über direkte Zellkontakte (z.B. Claudin und Cadherin). Alle diese Proteine müssen deshalb an die Zelloberfläche gelangen. Da die Ribosomen jedoch im Zytosol vorliegen, stellt sich natürlich die Frage: Wie läuft die Translation der Membranproteine ab und welche Rolle spielt das raue Endoplasmatische Retikulum dabei?

Wir haben für euch die molekularen Vorgänge bei der Synthese dieser Proteine in einer gut erfassbaren Animation veranschaulicht. Sie zeigt einen kurzen Überblick über die allgemeine und spezielle Translation: Ribosomen werden über eine Signalsequenz der wachsenden Peptidkette an das ER gelenkt, um dort die Proteinsynthese fortzusetzen.

Viel Spaß beim Anschauen!

Translation und Proteinbiosynthese - Proteinsortierung (in AMBOSS)

Bei Hitze denkt es sich langsamer

Dass extreme Hitze ältere und kranke Menschen gefährdet, ist bereits bekannt. Forscher in Harvard fanden nun heraus, dass auch die Hirnleistung junger, gesunder Menschen von Hitzewellen beeinflusst wird. Dafür verglichen sie die morgendliche Reaktionszeit von Studenten. Diejenigen, die über eine Klimaanlage in ihrem Schlafzimmer verfügten, zeigten morgens eine signifikant bessere kognitive Leistung als die Studenten, deren Gehirn nachts durchschnittlich 5 °C höheren Temperaturen ausgesetzt war.

Die Ergebnisse sollen auch zeigen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die globale Gesundheit haben könnte und dazu anregen, angesichts zunehmender Hitzewellen nachhaltigere Kühlungssysteme zu schaffen.

Um auch bei Hitze leistungsfähig zu bleiben, empfiehlt es sich vor allem viel zu trinken und anstrengende Arbeit möglichst zu den kühleren Tageszeiten zu verrichten.
Und vielleicht kannst du ja mithilfe der Studie die Anschaffung einer Klimaanlage in eurer Bibliothek durchsetzen ;-)

Wärmehaushalt (in AMBOSS)

Warum muss ich das lernen? Lipophilie und Säure-Base-Gleichgewichte

Lipophil und lipophob, diese Begriffe werden oft mit Essig und Öl in einer Salatsauce erklärt. Warum die Moleküleigenschaften für dich als Mediziner aber auch außerhalb der Küche wichtig sind, ist schnell erklärt:

Ärzte müssen wissen, wie oral verabreichte Medikamente vom Körper absorbiert werden. Als Wirkstoffe kommen i.d.R. organische Moleküle zur Anwendung, die entweder schwache Säuren (z.B. Aspirin) oder schwache Basen (z.B. Morphine) sind. Weil die Zellen des Körpers keine Transportsysteme für diese Wirkstoffmoleküle besitzen, müssen sie durch die Zellmembran hindurch diffundieren und deswegen lipophil sein.

Säuren sind Moleküle, die ein Proton abspalten können, wohingegen Basen ein Proton aufnehmen. Dabei entstehen geladene Moleküle, die lipophob sind und nicht durch Membranen diffundieren können. Je nach pH-Wert der Umgebung liegt das Gleichgewicht entweder eher auf Seiten der geladenen, lipophoben oder der ungeladenen, lipophilen Form: Säuren sind ungeladen, wenn sie sich in saurer Umgebung befinden, weil sie dann protoniert vorliegen. Basen sind ungeladen, wenn sie sich in basischer Umgebung befinden, weil sie dann nicht protoniert vorliegen.

Wird ein Wirkstoff oral aufgenommen, dann befindet er sich im Magen zunächst in einer stark sauren Umgebung, im Darm dann in einer leicht basischen. Saure Wirkstoffe wie im Aspirin werden daher schon fast vollständig im Magen absorbiert, basische Wirkstoffe wie Morphine hingegen erst im Darm.

Säure-Base-Haushalt (in AMBOSS)

Pharmakokinetik (in AMBOSS)

Zellmembran (in AMBOSS)

Warum muss ich das lernen? Löslichkeitsprodukt

Hast du auch schon einmal gehört, dass man nicht zu viel Rhabarber oder Spinat essen sollte? Dieser vielleicht etwas merkwürdigen Ernährungsempfehlung liegt ein simples chemisches Prinzip zugrunde: die Löslichkeit von Salzen.

Kationen und Anionen liegen in Lösung normalerweise getrennt voneinander vor und scheiden sich erst dann als Feststoff ab, wenn die Konzentration der Ionen das sog. Löslichkeitsprodukt des Salzes überschreitet. Die meisten Elektrolyte sind extrem gut löslich, sodass ihr Löslichkeitsprodukt selten oder nie überschritten wird. Eine Ausnahme bilden schwerlösliche Salze wie z.B. das Calciumphosphat oder das Calciumoxalat. Lebensmittel, die wie Rhabarber reich an Oxalat sind, können so tatsächlich zu einem Absinken der Calciumkonzentration führen – jedoch nur beim Verzehr größerer Mengen über einen längeren Zeitraum.

Im Vergleich zum Absinken der Elektrolytkonzentration ist das Abscheiden dieser Salze als Feststoffe jedoch problematischer, da sie in der Harnblase Steine bilden können.

Alkohol? Kenn deine Leber!

Zugegeben, alkoholische Getränke gehören für viele zum lauen Sommerabend und WM-Spiel dazu wie Eis am Stiel und Torjubel.

Kritisch wird es allerdings, wenn es ohne nicht mehr geht und das ist gar nicht mal so selten der Fall: Ein Blick in die Liste des statistischen Bundesamts verrät, dass alkoholbedingte psychische Störungen die häufigsten Diagnosen bei männlichen Krankenhauspatienten darstellen.

Im Prinzip kann Alkohol jedes Organsystem schädigen, besonders häufig ist allerdings neben der Psyche die Leber betroffen, da der Abbau des Alkohols überwiegend durch dieses wichtige Stoffwechselorgan geleistet wird.

Wie steht es um dein Wissen zu Anatomie und Funktion der Leber? Teste dich jetzt mit der Fragensession Leber (die letzten zwei Examina haben wir natürlich wieder ausgespart, um den Physikumslernplan nicht durcheinander zu bringen)!