Wenn der Kopf Karussell fährt

Karussellfahrten und Alkohol – der Schwindel, der einem nach einem Übermaß an beidem ereilt, wird jeweils durch widersprüchliche Wahrnehmungen der Sinneszellen von Augen, Gleichgewichtsorgan und Tiefensensibilität verursacht.

Nach einer Karussellfahrt melden Augen und Tiefensensibilität zwar Ruhe, die Bogengänge schwanken jedoch weiter. Das liegt an der Trägheit der Endolymphe, die sich auch bei Stillstand zunächst weiter bewegt.

Alkohol hingegen “verdünnt” die Dichte der Cupulae, woraufhin sie nun minimale Lageänderungen registrieren und als “Drehbewegung” interpretiert. Dies widerspricht den anderen Sinneseindrücken des Körpers – die Folge ist ein Schwindelgefühl. Deswegen hilft es auch, bei alkoholbedingtem Schwindel die Augen zu schließen und aufrecht zu sitzen. Dadurch werden die Bogengänge nicht aktiviert und das Gehirn erhält weniger widersprüchliche Informationen.

Funktion des Vestibularorgans (in AMBOSS)

Endolymphe (in AMBOSS)

Die Welt der Nebenniere

Die Nebennieren spielen eine wichtige Rolle im Hormonhaushalt, z.B. bei der Antwort des Körpers auf Stress, in der Aufrechterhaltung des Gefäßtonus oder im Metabolismus der Kohlenhydrate, Proteine und Lipide.

Obwohl man anatomisch von einer einzigen Drüse spricht, handelt es sich bei Nebennierenrinde und Nebennierenmark gemäß ihrer unterschiedlichen embryonalen Herkunft eigentlich um zwei verschiedene funktionelle Einheiten.

Wie gut kennst du dich aus mit den lebenswichtigen Funktionen der Nebenniere? Wir haben eine kurze Fragensession zusammengestellt, in der du dein Wissen prüfen kannst. Viel Spaß!

Nebenniere (in AMBOSS)

Einfache Mittel bei großen Katastrophen

Erdbeben auf Lombok, Überschwemmungen in Kerala: Bei Naturkatastrophen und anderen Ereignissen, welche die Infrastruktur beschädigen, droht neben der unmittelbaren Gefahr oft der Ausbruch von Infektionskrankheiten. So kam es 2017 im Jemen infolge des Bürgerkriegs zur weltweit größten Cholera-Epidemie der Geschichte mit ca. 1 Million Fällen.

Das Bakterium Vibrio cholerae wird v.a. über fäkal kontaminiertes Wasser oder Nahrungsmittel übertragen. Sein Toxin aktiviert die Adenylatzyklase, wodurch cAMP ansteigt und Gs-Proteine aktiviert werden, was zur gesteigerten Chlorid- und Wassersekretion ins Darmlumen, und letztlich zu wässrigem Durchfall führt. Therapeutisch steht die prompte Rehydratation mit einer Trinklösung aus Glucose, Natriumchlorid und anderen Elektrolyten im Vordergrund.

Die ORT (Oral Rehydration Therapy) ist nicht nur kostengünstig und schnell verfügbar, sondern auch effektiv, da sie den Na+-Glucose-Symporter nutzt. Während andere Absorptionsmechanismen von Na+ (und damit der Aufbau des entscheidenden Gradienten für die Wasserresorption!) bei Cholera gestört sind, bleibt die Funktion des Na+-Glucose-Symporters nämlich erhalten.

Natürlich findest du in AMBOSS noch mehr zum Thema Wasser- und Elektrolythaushalt. Wenn du schon einen Blick in die Klinik wagen willst, kannst du dich im Kapitel Bakterielle Durchfallerkrankungen auch genauer über Cholera informieren.

WHO position paper on Oral Rehydration Salts to reduce mortality from cholera 

Ärzte Zeitung online: Cholera-Epidemie im Jemen verlangsamt sich

Electrolytes & Blood Pressure: Recent Advances of Oral Rehydration Therapy (ORT)

Wie schnell kann ein Enzym arbeiten?

Enzymkinetik - vielleicht nicht gerade dein Lieblingsthema, aber dennoch gerne vom IMPP im Physikum abgefragt. In unserer neuen Auditor-Folge erklären wir dir deshalb noch einmal alles Wichtige über die enzymatische Katalyse und veranschaulichen deren physiologische Bedeutung an einem Beispiel aus dem Kohlenhydratstoffwechsel.

Enzymkinetik (in AMBOSS)

Dein Histo-Prof. sieht was, was du nicht siehst?! - NEU: Histo-Trainer in AMBOSS

Die ersten zwei Histo-Videos sind jetzt online. Wir mikroskopieren pro Video jeweils ein Präparat “live” für dich vor und zeigen dir, in welchen Schritten du ein neues Präparat untersuchst und woran du Strukturen und ihre Charakteristika erkennst. Am Ende gehen wir noch kurz auf die Organe ein, die einander im ersten Moment histologisch ähnlich sehen können.

So schulst du deinen Blick für die feinen Unterschiede und lernst nicht einfach nur das Präparat aus deinem Histo-Kurs auswendig ;-)

Positiver Nebeneffekt: Nach dem Histo-Trainer verortest du die Langerhans-Inseln nicht mehr reflexartig in der Südsee und Oxyphilie klingt auch nicht mehr wie der neueste Energydrink.

Mikroskopische Anatomie des Pankreas (in AMBOSS)

Mikroskopische Anatomie der Nebenschilddrüse (in AMBOSS)

Addiction 2.0 – Zocken, bis der Arzt kommt

Schon gehört? Die ICD-10, das Klassifikationssystem zur Verschlüsselung medizinischer Diagnosen, soll 2022 von einer neuen Version, der ICD-11, abgelöst werden. Und das sorgt bereits jetzt für Diskussionen.

Die wohl umstrittenste Entscheidung ist, die Videospielsucht (Gaming Disorder) in den Krankheitskatalog aufzunehmen. Viele Gamer und auch einige Wissenschaftler befürchten, dass Vielspieler vorschnell als psychisch krank stigmatisiert werden könnten oder andere mögliche Ursachen pathologischen Spielverhaltens (z.B. Depressionen) außer Acht gelassen werden. Andererseits könnte die Behandlung Betroffener verbessert und intensivere Forschung ermöglicht werden.

Zockst du auch gerne mal die Nächte durch und hast deswegen schon die ein oder andere Vorlesung sausen lassen? Keine Sorge, für die Diagnose “Gaming Disorder” müssen weitaus strengere Kriterien erfüllt werden, wie z.B. eine signifikante Vernachlässigung des Soziallebens über einen Zeitraum von mind. 12 Monaten.

Wenn du es genau wissen willst, kannst du dich direkt bei der WHO über die Diagnosekriterien informieren. Einen Überblick über den aktuellen Diskurs findest du z.B. bei Die Zeit.

Du hast noch Fragen zum Thema ICD? Alle Informationen zu den (IMPP-relevanten) Klassifikationssystemen findest du im AMBOSS-Kapitel Ärztliche Urteilsbildung und Entscheidung.

Abhängigkeit und Drogen (in AMBOSS)

Am 28. Juli ist Welt-Hepatitis-Tag

Weltweit sind ca. 420 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-B- oder C-Virus (HBV/HCV) infiziert, bis zu 600.000 davon in Deutschland. HCV ist ein RNA-Virus, das v.a. durch kontaminierte Nadeln übertragen wird. HBV ist dagegen ein DNA-Virus, das meist sexuell übertragen wird und gegen das es eine Impfung gibt.

Ein Großteil der akuten Hepatitiden verläuft asymptomatisch, weshalb sie unbemerkt einen chronischen Verlauf bis hin zur irreversiblen Leberzirrhose nehmen können. Dies betrifft v.a. die akute Hepatitis C, da 50–85% der unbehandelten Fälle chronifizieren. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie ist aus diesem Grund essentiell. Daher lautet das Motto des diesjährigen Welt-Hepatitis-Tages: „Findet die fehlenden Millionen!“

Die Grundlagen der Virologie sowie die wichtigsten Fakten zu Hepatitis B und Hepatitis C kannst du in AMBOSS nachlesen.

Wie kommen eigentlich die Proteine in die Zellmembran?

Alle Zelltypen im Körper tragen Proteine auf ihrer Zellmembran, um mit ihrer Umgebung zu kommunizieren. Bspw. geschieht dies bei Signalmolekülen über Rezeptoren (z.B. Insulinrezeptor) oder über direkte Zellkontakte (z.B. Claudin und Cadherin). Alle diese Proteine müssen deshalb an die Zelloberfläche gelangen. Da die Ribosomen jedoch im Zytosol vorliegen, stellt sich natürlich die Frage: Wie läuft die Translation der Membranproteine ab und welche Rolle spielt das raue Endoplasmatische Retikulum dabei?

Wir haben für euch die molekularen Vorgänge bei der Synthese dieser Proteine in einer gut erfassbaren Animation veranschaulicht. Sie zeigt einen kurzen Überblick über die allgemeine und spezielle Translation: Ribosomen werden über eine Signalsequenz der wachsenden Peptidkette an das ER gelenkt, um dort die Proteinsynthese fortzusetzen.

Viel Spaß beim Anschauen!

Translation und Proteinbiosynthese - Proteinsortierung (in AMBOSS)

Bei Hitze denkt es sich langsamer

Dass extreme Hitze ältere und kranke Menschen gefährdet, ist bereits bekannt. Forscher in Harvard fanden nun heraus, dass auch die Hirnleistung junger, gesunder Menschen von Hitzewellen beeinflusst wird. Dafür verglichen sie die morgendliche Reaktionszeit von Studenten. Diejenigen, die über eine Klimaanlage in ihrem Schlafzimmer verfügten, zeigten morgens eine signifikant bessere kognitive Leistung als die Studenten, deren Gehirn nachts durchschnittlich 5 °C höheren Temperaturen ausgesetzt war.

Die Ergebnisse sollen auch zeigen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die globale Gesundheit haben könnte und dazu anregen, angesichts zunehmender Hitzewellen nachhaltigere Kühlungssysteme zu schaffen.

Um auch bei Hitze leistungsfähig zu bleiben, empfiehlt es sich vor allem viel zu trinken und anstrengende Arbeit möglichst zu den kühleren Tageszeiten zu verrichten.
Und vielleicht kannst du ja mithilfe der Studie die Anschaffung einer Klimaanlage in eurer Bibliothek durchsetzen ;-)

Wärmehaushalt (in AMBOSS)

Warum muss ich das lernen? Lipophilie und Säure-Base-Gleichgewichte

Lipophil und lipophob, diese Begriffe werden oft mit Essig und Öl in einer Salatsauce erklärt. Warum die Moleküleigenschaften für dich als Mediziner aber auch außerhalb der Küche wichtig sind, ist schnell erklärt:

Ärzte müssen wissen, wie oral verabreichte Medikamente vom Körper absorbiert werden. Als Wirkstoffe kommen i.d.R. organische Moleküle zur Anwendung, die entweder schwache Säuren (z.B. Aspirin) oder schwache Basen (z.B. Morphine) sind. Weil die Zellen des Körpers keine Transportsysteme für diese Wirkstoffmoleküle besitzen, müssen sie durch die Zellmembran hindurch diffundieren und deswegen lipophil sein.

Säuren sind Moleküle, die ein Proton abspalten können, wohingegen Basen ein Proton aufnehmen. Dabei entstehen geladene Moleküle, die lipophob sind und nicht durch Membranen diffundieren können. Je nach pH-Wert der Umgebung liegt das Gleichgewicht entweder eher auf Seiten der geladenen, lipophoben oder der ungeladenen, lipophilen Form: Säuren sind ungeladen, wenn sie sich in saurer Umgebung befinden, weil sie dann protoniert vorliegen. Basen sind ungeladen, wenn sie sich in basischer Umgebung befinden, weil sie dann nicht protoniert vorliegen.

Wird ein Wirkstoff oral aufgenommen, dann befindet er sich im Magen zunächst in einer stark sauren Umgebung, im Darm dann in einer leicht basischen. Saure Wirkstoffe wie im Aspirin werden daher schon fast vollständig im Magen absorbiert, basische Wirkstoffe wie Morphine hingegen erst im Darm.

Säure-Base-Haushalt (in AMBOSS)

Pharmakokinetik (in AMBOSS)

Zellmembran (in AMBOSS)

Warum muss ich das lernen? Löslichkeitsprodukt

Hast du auch schon einmal gehört, dass man nicht zu viel Rhabarber oder Spinat essen sollte? Dieser vielleicht etwas merkwürdigen Ernährungsempfehlung liegt ein simples chemisches Prinzip zugrunde: die Löslichkeit von Salzen.

Kationen und Anionen liegen in Lösung normalerweise getrennt voneinander vor und scheiden sich erst dann als Feststoff ab, wenn die Konzentration der Ionen das sog. Löslichkeitsprodukt des Salzes überschreitet. Die meisten Elektrolyte sind extrem gut löslich, sodass ihr Löslichkeitsprodukt selten oder nie überschritten wird. Eine Ausnahme bilden schwerlösliche Salze wie z.B. das Calciumphosphat oder das Calciumoxalat. Lebensmittel, die wie Rhabarber reich an Oxalat sind, können so tatsächlich zu einem Absinken der Calciumkonzentration führen – jedoch nur beim Verzehr größerer Mengen über einen längeren Zeitraum.

Im Vergleich zum Absinken der Elektrolytkonzentration ist das Abscheiden dieser Salze als Feststoffe jedoch problematischer, da sie in der Harnblase Steine bilden können.

Alkohol? Kenn deine Leber!

Zugegeben, alkoholische Getränke gehören für viele zum lauen Sommerabend und WM-Spiel dazu wie Eis am Stiel und Torjubel.

Kritisch wird es allerdings, wenn es ohne nicht mehr geht und das ist gar nicht mal so selten der Fall: Ein Blick in die Liste des statistischen Bundesamts verrät, dass alkoholbedingte psychische Störungen die häufigsten Diagnosen bei männlichen Krankenhauspatienten darstellen.

Im Prinzip kann Alkohol jedes Organsystem schädigen, besonders häufig ist allerdings neben der Psyche die Leber betroffen, da der Abbau des Alkohols überwiegend durch dieses wichtige Stoffwechselorgan geleistet wird.

Wie steht es um dein Wissen zu Anatomie und Funktion der Leber? Teste dich jetzt mit der Fragensession Leber (die letzten zwei Examina haben wir natürlich wieder ausgespart, um den Physikumslernplan nicht durcheinander zu bringen)!

“Ich hab eine Oberschenkelzerrung im linken Fuß.”

Es ist wieder soweit: Am 14. Juni hat die Fußball-WM begonnen und wir können wieder einmal bestaunen, zu welchen Höchstleistungen der menschliche Körper fähig ist. Andererseits wird es sicherlich kaum ein Spiel geben, bei dem das medizinische Team nicht mindestens einmal mit Köfferchen auf den Platz rennt, denn pro Spiel verletzen sich durchschnittlich zwei Spieler. Zu den häufigsten Fußballer-Verletzungen gehören übrigens Muskelzerrungen und -faserrisse (meist im Oberschenkel) sowie Bänderdehnungen und -risse (am häufigsten im oberen Sprunggelenk oder Knie). Die Maßnahmen zur Akutbehandlung von Profis und Hobbysportlern kann man sich mit der „PECH“-Regel merken: Pause → Eis → Compression → Hochlagern.

Eine Übersicht zu den häufigsten Sportverletzungen findest du im Klinik-Kapitel Sportverletzungen.

Und jetzt: weiterhin viel Spaß beim Fußballgucken!

(Das obige Zitat stammt übrigens vom ehemaligen Nationalspieler Guido Buchwald.)

Das Ende der Wartezeitquote?

“Regeln für die Verteilung knapper Studienplätze haben sich grundsätzlich am Kriterium der Eignung zu orientieren.” Laut einem Urteil des Verfassungsgerichts vom Dezember 2017 ist das aktuelle Zulassungsverfahren zum Medizinstudium teilweise verfassungswidrig, u.a. weil der Gesetzgeber den Hochschulen ein eigenes Kriterienerfindungsrecht überlässt. Daher fordert das Gericht bis Ende 2019 eine Erneuerung. 

Debattiert wird nun über die Abiturbestenquote (Abiturnote 1,0–1,1; 20% der Studienplätze) und hochschuleigene Vergabeverfahren (60% der Plätze), während die Wartezeitquote (aktuell 14–15 Semester; 20% der Plätze) durch eine sog. “Talentquote” ersetzt werden soll. Ergebnisse in Studierfähigkeitstest, Motivation, Empathie, medizinische Erfahrung: Welche Kriterien sollten abgeschafft, geändert oder ergänzt werden? Wie können sie gemessen und gewichtet werden und wer wird in den Prozess eingebunden? 

Heute werden die Eckpunkte der Änderungen auf der Kultusministerkonferenz festgelegt. Es wird sich zeigen, ob darauf die revolutionäre Reformation folgt oder diese an der technischen Umsetzung und dem Zeitdruck scheitert.

Move your body!

Lange Tage (und Nächte) in der Bibliothek und auf engen Hörsaalbänken hinterlassen auf Dauer ihre Spuren. Tatsächlich kann sich Bewegungsmangel aber nicht nur negativ auf den Körper auswirken, sondern auch auf die Psyche. 

So zeigte eine 2017 veröffentlichte prospektive Kohortenstudie aus Norwegen, dass etwa 12% der im Verlauf der Studie auftretenden Depressionen bei Erwachsenen bereits durch 1 Stunde körperliche Aktivität pro Woche vermeidbar gewesen wären. Auch in der entsprechenden EU-Leitlinie werden die zahlreichen Vorteile körperlicher Aktivität betont, u.a. ein geringeres Risiko für Depressionen, Demenz, kardiovaskuläre Erkrankungen und maligne Tumoren. Sie empfiehlt für Kinder mind. 1 Stunde und für Erwachsene mind. 30 Minuten körperliche Betätigung mäßiger Intensität pro Tag. Dabei gilt jedoch: Jegliche Bewegung ist besser als gar keine, auch wenn man das Mindestziel nicht immer erreicht.

Also nimm dir Zeit für Bewegung und tu dir damit selbst etwas Gutes, auch in stressigen Phasen des Studiums!

Mehr zum Thema Trainingseffekte und physiologische Anpassungen bei körperlicher Belastung findest du übrigens im Kapitel Leistungsphysiologie.

Ins Ausland mit Ärzte ohne Grenzen e.V.

Viele Medizinstudierende spielen mit dem Gedanken, später einmal bei Nothilfeorganisationen wie bspw. Ärzte ohne Grenzen mitzuarbeiten – vielleicht bist ja auch du unter ihnen. Ob man selbst für einen solchen Einsatz geeignet ist, hängt von vielen Faktoren ab.

So sollte man sich z.B. darüber bewusst sein, dass man für einen längeren Zeitraum von zumeist 9–12 Monaten in einem fremden, häufig politisch instabilen Land mit extrem hoher Verantwortung unter teilweise widrigen Bedingungen arbeitet. Hierfür ist es natürlich wichtig, dass man bereits eine Menge praktische Erfahrung, vorrangig in Chirurgie, Notfallmedizin, Infektiologie, Gynäkologie oder Pädiatrie, gesammelt hat. Wichtig sind außerdem viel Improvisationstalent und natürlich die (physische wie psychische) Eignung für Reisen in ferne Länder.

Finanziell lohnend ist die Arbeit bei Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen natürlich nicht, aber in persönlicher Hinsicht ist eine solche Erfahrung unglaublich bereichernd und damit wohl einfach unbezahlbar :-)

Wenn du mehr über die Mitarbeit in einem solchen Projekt erfahren willst, kannst du dich über die Homepage von Ärzte ohne Grenzen informieren oder am besten direkt an einem der regelmäßig in vielen deutschen Städten stattfindenden Infoabende teilnehmen. Dort erzählen dir Ärzte von ihren Erfahrungen im Einsatz und beantworten alle deine Fragen.

Warum muss ich das lernen? Hämoglobintypen

α always, becomes β, γ goes – auch mit dem besten Lernspruch ist es gar nicht so leicht, sich die Hämoglobintypen zu merken. Und wozu brauche ich das eigentlich als Arzt? Zum Beispiel, um eine Thalassämie zu diagnostizieren!

Bei dieser Gruppe von Erbkrankheiten kommt es aufgrund einer verminderten bis fehlenden Produktion von α- bzw. β-Globinketten zu einer Störung der Hämoglobinsynthese. Ein Defekt der β-Ketten kommt besonders häufig im Mittelmeerraum vor (sog. β-Thalassämie); dabei werden anstelle des beim gesunden Erwachsenen vorherrschenden HbA1 (ααββ) vermehrt HbA2 (ααδδ) und HbF (ααγγ) gebildet.

Je nach Ausprägung unterscheidet man Minor- und Majorformen. Meist verursachen sie eine Anämie, nach deren Schweregrad sich dann die Behandlung richtet. So sind z.T. regelmäßige Bluttransfusionen nötig, um eine extramedulläre Erythropoese in Leber, Milz oder Knochen zu unterdrücken. In schweren Fälle kann eine Stammzelltransplantation erwogen werden.

Mehr Informationen zu den Hämoglobintypen findest du hier.

Du hast Lust, schon mal einen Blick in die Klinik zu wagen? Hier findest du das Kapitel zu Thalassämien.

Eine (lebens-)wichtige Entscheidung

Das Thema Organspende in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken, ist das Anliegen des Tags der Organspende, der seit 36 Jahren am ersten Samstag im Juni stattfindet. An diesem Tag soll insbesondere den Organspendern und ihren Angehörigen gedankt werden. Gleichzeitig dient er auch als Aufruf, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Denn nicht grundlos weckt es bei vielen Menschen Ängste und Zweifel, mindestens wirft es Fragen auf. Deshalb müssen dem Einzelnen genügend Informationen zur Verfügung gestellt werden, z.B. über die Kriterien zur Feststellung des Hirntods des potentiellen Spenders, den Ablauf einer Organspende oder auch darüber, welche Richtlinien gelten, damit ein potentieller Transplantatempfänger auf die Warteliste aufgenommen wird. Mit diesen Informationen fällt es dem Einen oder Anderen dann vielleicht leichter, eine Entscheidung zu treffen – ob für oder gegen Organ- und Gewebespende.

Unspezifisches Immunsystem - MHC-Gene (in AMBOSS)

Transplantation (in AMBOSS)

Auf organspende-info.de kannst du dir den Organspendeausweis kostenfrei bestellen oder direkt ausdrucken und dich noch weiter über das Thema informieren.

Fragensession Frauengesundheit – Because Women’s Health Matters

Vielleicht wundert auch ihr euch manchmal darüber, wie unglaublich viele und teils doch sehr seltsame Aktionstage existieren. Ob tatsächlich schon mal jemand den “Trag-zwei-verschiedenfarbige-Schuhe-Tag” oder den “Sprich-wie-ein-Pirat-Tag” gefeiert hat?

Die meisten Aktionstage haben jedoch einen ernsteren Hintergrund und wollen z.B. an bedeutsame historische Ereignisse erinnern oder auf spezielle Themen aufmerksam machen: so auch der heutige “Internationale Aktionstag für Frauengesundheit”, zu dessen Ehren wir euch ein kleines Fragenpaket zusammengestellt haben.

Unter Fragensession Frauengesundheit könnt ihr in 21 Fragen euer Wissen über die weibliche Anatomie und Physiologie testen (übrigens: Die letzten zwei Examina haben wir ausgespart, damit der Physikumslernplan nicht durcheinander gebracht wird)!