Exkurs Global Health: Umweltverschmutzung, Krankheit und Todesopfer

Anlässlich des Tags der Erde (Earth Day) am vergangenen Sonntag möchten wir euch einen kleinen Denkanstoß zu dem Thema vorstellen. In einer aktuellen Publikation der Lancet Commission on pollution and global health konnte gezeigt werden, wie Umweltverschmutzung und Krankheit zusammenhängen: 2015 sind nach Schätzungen 9 Millionen Menschen durch Umweltverschmutzung “vor ihrer Zeit” gestorben – nicht selten beginnt die Aufnahme der Gifte bereits in utero.

Umweltverschmutzung tötet demnach dreimal häufiger als AIDS, Tuberkulose und Malaria zusammen und sogar 15 mal so häufig wie sämtliche Kriege. Zu allem Überfluss sind am ehesten Menschen in Ländern der mittleren und unteren Einkommensstufen und in Industrieländern vor allem sozial Benachteiligte betroffen.

Die meisten Todesfälle durch Umweltverschmutzung sind die Folge von Luftverschmutzung (bspw. Feinstaubbelastung), unsauberem Trinkwasser und mangelhafter Hygiene.

Warum dieser Exkurs? Weltweit behandeln Ärzte sehr häufig das Ergebnis von Umweltverschmutzung und kommen dabei i.d.R. zu spät. Ohne ein entschlossenes globales und präventives Denken wird diese Situation kaum unter Kontrolle zu bringen sein.

The Lancet Commission on pollution and health 2018

Frühling liegt in der Luft...

… und während für die meisten Sonne und Wärme sehr erfreulich sind, schauen andere sorgenvoll in den Pollenflugkalender.

Die saisonale Rhinitis (= Heuschnupfen) gehört zu den Typ-I-Allergien (Soforttyp) und betrifft ca. 15% der deutschen Bevölkerung. Nach Kontakt mit Pollen kommt es zur Sensibilisierung gegenüber den sonst ungefährlichen Antigenen. Die überschießende Reaktion des Immunsystems bei Zweitkontakt wird durch auf Mastzellen oder Granulozyten gebundene IgE-Antikörper vermittelt. Bindet ein passendes Antigen an zwei benachbarte IgE-Moleküle, kommt es zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren, was die typischen Symptome einer allergischen Reaktion hervorruft.

Die genetische Prädisposition zur Produktion von IgE-Antikörpern gegen bestimmte Allergene bezeichnet man übrigens als Atopie. Diese kann auch mit Asthma bronchiale oder Neurodermitis einhergehen.

Mehr Informationen zur Pathophysiologie von Allergien und den daran beteiligten Zellen und Stoffen findest du in den Amboss-Kapiteln Unspezifisches Immunsystem und Gewebshormone.

Du hast Lust, schon mal einen Blick in die Klinik zu wagen? Hier findest mehr zum Thema:

Allergische Erkrankungen (in Amboss)

Allergische Rhinitis (in Amboss)

Willkommen bei AMBOSS!

Wir wünschen allen Medizinstudenten einen guten Start ins neue Semester und heißen die Neulinge bei AMBOSS herzlich willkommen!

Damit ihr schnell einen Überblick zu allen wichtigen Funktionen bekommt, empfiehlt sich diese 5-minütige Videotour zu den Programmfunktionen von AMBOSS.

Für die Nutzung im Modellstudiengang gibt es darüber hinaus ein extra Kapitel im Handbuch.

Falls Fragen offen bleiben, die sich nicht mithilfe des AMBOSS-Handbuchs klären lassen, steht euch unser Support gerne zur Seite.

Viel Spaß und Erfolg wünscht euch das ganze AMBOSS-Team!

Auditor macht “Sinn”

Welche Sinneszellen sind sekundär und welche primär? Welche Ionen sind an der Signaltransduktion beteiligt? Und wie ändert sich das intrazelluläre Potential nochmal genau?

Falls dich das auch so verwirrt, haben wir hier genau das Richtige für dich:

In der Auditor-Folge “Signaltransduktion der Sinne” stellen wir die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Reizwahrnehmung beim Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten einander gegenüber. Wetten du bist überrascht, wie ähnlich sich die grundlegenden Konzepte sind und wie leicht sich anschließend die Fragen des IMPP dazu lösen lassen?

Die Auditor-Folge “Signaltransduktion der Sinne” findest du hier in Amboss.

Da steht die Welt Kopf!

Die vermeintliche Größe und wahrgenommene Entfernung eines Objekts ändern sich, wenn man es vornübergebeugt durch seine eigenen Beine betrachtet!

Muss man zwar nicht machen, interessant ist es trotzdem. Dieses Phänomen hat mit der Propriozeption zu tun, die ständig Informationen über die aktuelle Körperposition liefert und dabei hilft, Entfernung und Größe eines Gegenstands einzuschätzen. Seit wir gelernt haben zu stehen und zu gehen – was wir ja zumeist mit erhobenem Haupt tun – ist unser aufrechter Körper quasi die Referenz für Wahrnehmung und Koordination: beim Greifen nach der verdienten Tasse Cappuccino ebenso wie beim Fangen eines Balls. Drehen wir das Blickfeld um 180° und ändern dabei auch noch unsere Körperhaltung stehen nicht nur wir, sondern auch unsere Wahrnehmung Kopf! Aber was war denn eigentlich nochmal diese Propriozeption? Und wie und wo werden gleich wieder Seheindrücke verschaltet? Antworten auf diese Fragen findet ihr unter folgenden Links:

Visuelles System in Amboss

Taktiles System in Amboss

Wer andere auf den Kopf stellte, um diese Ergebnisse zu erforschen, kannst du hier (sciencedirect.com) nachlesen.

Warum muss ich das lernen? Kanalproteine

ROMK, ECaC, ENaC  und AQP1 – bei den vielen Kanalproteinen verliert man schnell den Überblick. Und wozu muss ich das als Arzt eigentlich wissen? Zum Beispiel, um zu verstehen, wie eine der häufigsten Erbkrankheiten Deutschlands entsteht – die zystische Fibrose (Mukoviszidose)!

Dieser liegt nämlich ein Gendefekt zugrunde, der zu einer gestörten Funktion oder einem vollständigen Fehlen des Chloridkanals CFTR führt. Deshalb können Chlorid-Ionen nicht mehr aus der Zelle transportiert werden – stattdessen treten dem Gradienten folgend Natrium-Ionen und mit ihnen Wasser in die Zelle ein. Den Sekreten der exkretorischen Zellen fehlt dadurch Wasser, was sie viskös macht. Davon sind u.a. die Drüsenzellen der Lunge betroffen: Es wird ein trockener, zäher Schleim produziert, der nicht gut abgehustet werden kann und zu chronischen Infektionen der Atemwege und der Lunge führt.

Mehr Informationen zu den Kanalproteinen findest du hier in Amboss.

Du hast Lust, schon mal einen Blick in die Klinik zu wagen? Hier findest du das Amboss-Kapitel zur zystischen Fibrose.

Der ganze Körper ist eine Uhr

Jetlag, Schichtarbeit, Partyweekend oder einfach nur der Beginn der Sommerzeit – die innere Uhr des Körpers muss sich immer wieder an die äußeren Bedingungen anpassen. Gut, dass der zirkadiane Rhythmus flexibel ist. Aber was sind eigentlich die Taktgeber der inneren Uhr, die für den Tag-Nacht-Rhythmus zuständig ist?

Unsere innere Uhr besteht eigentlich aus ganz vielen Uhren, die in den verschiedenen Geweben nach ihren eigenen Zeitplänen ticken. Es gibt allerdings eine “Masterclock”: Der endogene Taktgeber all dieser einzelnen Uhren ist der Ncl. suprachiasmaticus des Hypothalamus. Die molekulare Basis des Takts bilden Proteine, deren Level in einem 24h-Rhythmus oszillieren.

Für die Entdeckung dieser Mechanismen erhielten Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young 2017 den Nobelpreis für Medizin.

Nobelpreis in Physiologie oder Medizin 2017 (nobelprize.org)

Neurophysiologische Untersuchungen und Schlaf in Amboss

Zwischenhirn in Amboss