Rote-Hand-Brief zu Ulipristalacetat – nur für Gynäkologen interessant?

Ulipristalacetat, ein selektiver Progesteronrezeptor-Modulator, wird (als Esmya® vertrieben) zur medikamentösen Behandlung bei Myomen eingesetzt. Aufgrund schwerer Leberschäden wurde das Nutzen-Risiko-Verhältnis durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) neu bewertet: Bis auf Weiteres sollen keine neuen Patientinnen mehr auf Esmya® eingestellt werden.


Auch wenn man nicht gynäkologisch tätig ist, dies ist ein typisches Beispiel für ein neues hoffnungsvolles Präparat, bei dem ein paar Jahre nach Zulassung schwerwiegende Nebenwirkungen bekannt werden. Es bleibt daher ratsam, neuen Produkten mit einem gesunden Maß an Vorsicht zu begegnen, auch wenn das Präparat zunächst die eigenen Erwartungen übertrifft. Dazu gehört auch eine umfassende Aufklärung des Patienten über Vor- und Nachteile des neues Medikaments wie z.B. noch ausstehende Studienergebnisse oder Erfahrungsberichte. 


Für den Hinterkopf: Ulipristalacetat wird in höherer Dosierung auch als “Pille-danach” vertrieben; bisher konnten diese Nebenwirkungen dort nicht nachgewiesen werden.

Women taking Esmya for uterine fibroids to have regular liver tests while EMA review is ongoing (Original-Artikel der EMA)

Rote-Hand-Brief zu Esmya®

Medikamentöse Therapie bei Myomen (in AMBOSS)