Startschuss für die Gestaltung der digitalen Gesundheitsversorgung

Bisher sind Ärzte, die eine Beratung per Internet und Telefon durchführen, in Deutschland noch eine Seltenheit. Das könnte sich bald ändern: Auf dem Ärztetag wurde gerade die Aufhebung des sog. Fernbehandlungsverbots beschlossen, welches Telemedizin bisher auf Folgebehandlungen begeschränkt hatte.

Die Änderung ermöglicht Ärzten nun die Mitbestimmung und Gestaltung des digitalen Wandels der Gesundheitsversorgung, wie er schon seit langem im Gange ist. Telemedizinische Behandlungsformen könnten dabei insb. in medizinisch unterversorgten ländlichen Gegenden eingesetzt werden. Stimmen vom deutschen Ärztetag finden sich hier: Zum Bericht des Deutschen Ärzteblatts

Mehr Sch(n)allen: Der AMBOSS-Sonokurs

Beim Sonographieren gilt: Übung ist alles! Wer in der Ultraschalldiagnostik neu ist oder sich Unterstützung bei der Weiterentwicklung seiner Skills wünscht, findet in unserem sechstägigen Sonokurs praxisorientierte Anleitungen zu den wichtigsten Sonographien in Nachtdienst, Notaufnahme und Allgemeinarztpraxis:

Zu unseren Sonographie-Inhalten

Hörsturz – Hörverlust wie aus dem Nichts

Der Hörsturz ist ein häufiger Notfall und tritt oft ohne Vorboten im Zuge hoher Stressbelastung auf. Die meisten Ärztinnen und Ärzten werden irgendwann einmal beruflich oder privat mit der Frage konfrontiert: Was tun bei Hörsturz?

Sofortige Krankenhauseinweisung oder ambulante Vorstellung? Wie sind die Empfehlungen zur Glucocorticoidtherapie?

Konkrete Tipps zu Erstmaßnahmen und Therapieoptionen sowie viele weitere Infos finden sich hier:

Diagnostik bei Hörsturz

Glucocorticoidtherapie bei Hörsturz

Querschnittsthema Alkoholabhängigkeit: Wie kann man den Patienten gerecht werden?

Ein Blick in die Liste der Hauptdiagnosen stationärer Krankenhausbehandlungen muss alarmieren: Alkoholbedingte psychische Störungen stellen bei Männern die häufigste Diagnose dar. Weil Alkohol im Prinzip jedes Organsystem schädigen kann, sind die Problemstellungen komplex und betreffen fast jede Fachdisziplin. Unsicherheiten im Umgang mit Abhängigkeitspatienten drohen im Stress des Klinikalltags zu therapeutischem Nihilismus zu verleiten.

Wir erklären, wie man den medikamentös unterstützten Alkoholentzug durchführt, welche Therapieangebote danach zur Verfügung stehen und wie man mit aggressiven alkoholisierten Patienten umgehen kann:

Medikamentöse Empfehlungen bei Alkoholentzugssyndrom

Behandlungsangebote bei Alkoholabhängigkeit

Erregungszustände und aggressives Verhalten bei Alkoholintoxikation

Neues Feature “Patienteninformationen” – eine Kooperation mit IQWiG und ÄZQ

Während die Zeit für Patientengespräche immer knapper wird, lässt die eigenständige Internetrecherche Patienten oft verängstigt oder überfordert zurück. Dieser Problematik widmen sich das unabhängige wissenschaftliche “Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen” (IQWiG) und das gemeinsam von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung eingerichtete “Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin” (ÄZQ) : Auf ihren Websites gesundheitsinformation.de (IQWiG) bzw. patienten-information.de (ÄZQ) stellen sie evidenzbasierte Informationen zu medizinischen Themen für Laien zusammen.

Wir freuen uns, dass diese Informationen nun auch in AMBOSS verfügbar sind. So können sie mit einem Klick geöffnet und z.B. als PDF ausgedruckt werden, um die ärztliche Aufklärung zu unterstützen.

Beispiele für Patienteninformationen in AMBOSS:

Patienteninformationen - Arterielle Hypertonie

Patienteninformationen - Mammakarzinom

Patienteninformationen - Stottern

Patienteninformationen - Abnehmen

(Tipps für die mobilen App-Versionen auf Android und iOS: Sollten Links im Feed nicht funktionieren, bitte die Bibliothek aktualisieren! Beim Klick auf die Patienteninformationen öffnet sich zunächst nur das Symbol. Nach Anklicken des kleinen Plus-Symbols am Bildschirmrand geht es weiter zu den Infos.)

Warum nicht jeder beim Wort “Hinkelstein” sofort an Obelix denkt…

Die posteriore Luxation des Schultergelenks, die z.B. in Folge eines Krampfanfalls oder Elektrounfalls auftreten kann, ist zwar selten, wird aber bei 60% der Betroffenen initial übersehen. Ein Bild von Obelix mit seinem Hinkelstein kann dabei helfen, diesen Fehler zu vermeiden: Genau wie er präsentieren sich betroffene Patienten mit adduzierten und innenrotierten Armen – also in der “Hinkelstein-Haltung”.

Weitere Informationen zu Klinik und Diagnostik der Schultergelenkluxation mit vielen Illustrationen und aktuellen Therapieempfehlungen finden sich hier:

Klinik der Schultergelenkluxation

Röntgen bei Schultergelenkluxation

Nicht zu lang trödeln – Hodenhochstand im Kindesalter

Der Maldescensus testis stellt die häufigste Anomalie des Urogenitaltrakts dar und ist vor allem bei Frühgeborenen häufig. Trotz klarer Empfehlungen werden die meisten betroffenen Jungen in Deutschland jedoch zu spät therapiert. Dies ist besonders bitter, weil die zeitgerechte Therapie für den Erhalt der Fertilität entscheidend ist.

In welchen Fällen kann also ein Spontandeszensus abgewartet und ab wann sollte unbedingt eine Therapie eingeleitet werden? Diese und weitere Informationen finden sich hier:

Diagnostik bei Hodenhochstand (in AMBOSS)

Therapie des Hodenhochstandes (in AMBOSS)

Herzinsuffizienz – Sacubitril in der klinischen Praxis

Auch wenn insb. die Langzeitfolgen der Sacubitril-Therapie noch nicht abschließend geklärt sind, ist der "Shooting Star" nach seinem Eingang in die europäische Herzinsuffizienz-Leitlinie 2016 mittlerweile auch in der klinischen Praxis angekommen.

Einsatz und Dosierung des Neprilysin-Inhibitors sowie Praxistipps finden sich hier:

Neprilysin-Inhibitoren bei Herzinsuffizienz (in AMBOSS)

Herzinsuffizienz - Medikamentöse Stufentherapie nach NYHA-Stadium (in AMBOSS)

Checkliste stationäres Management (in AMBOSS)

Cholezystektomie: Was ist prä- und postoperativ zu beachten?

Seit der ACDC-Studie wird bei akuter Cholezystitis ein operatives Vorgehen innerhalb von 24 Stunden empfohlen. Wenn es so schnell gehen soll, ist eine gutes perioperatives Management umso wichtiger. Von der präoperativen Schmerztherapie über die Wahl des richtigen Antibiotikums bis hin zu postoperativen Handlungsanweisungen für die Patienten lässt sich hier alles Wichtige zum Thema nachlesen:

Symptomatische Therapie der Gallenkolik (in AMBOSS)

Antibiotikatherapie bei Cholezystitis (in AMBOSS)

Postoperatives Management bei Cholezystektomie (in AMBOSS)

“Deprescribing” – Schon ans Absetzen gedacht?

Dem Trend zu immer längeren Medikamentenlisten setzt die DGIM-Initiative “Klug entscheiden” ihre Negativempfehlungen entgegen: Sie sollen das begründete Unterlassen von Therapien (sog. Deprescribing) unterstützen und Überversorgung reduzieren.

Alle Empfehlungen finden sich gesammelt im Kapitel “DGIM - Klug entscheiden” sowie in den jeweiligen Themen:

Zu den DGIM-Empfehlungen “Klug entscheiden” (in AMBOSS)

Erhöhte CK unter Statinen – Was tun?

Wegen der Gefahr einer Statin-Myopathie gehören Routinekontrollen der CK zum Standard bei Patienten unter Statintherapie. Über muskuläre Schmerzen klagt im Rahmen der Medikation ca. jeder zehnte Patient.

Wann ist bei Myalgien das Absetzen von Statinen angezeigt? Wie sind die Empfehlungen bei CK-Erhöhung? Und welche weiteren Medikamente können die Entwicklung einer Statin-Myopathie begünstigen?

Eine Anleitung zum praktischen Vorgehen und weitere Informationen finden sich hier:

Management der Statin-Myopathie (in AMBOSS)

Medikamentöse Risikofaktoren für eine Statin-Myopathie (in AMBOSS)

Alle Achtung, James!

Jährlich am 11.04. ruft die “European Parkinson’s Disease Association” mit Unterstützung der WHO den Welt-Parkinson-Tag aus. Sie macht damit auf das Leiden von Betroffenen aufmerksam, würdigt Erkenntnisse neuerer Forschung sowie natürlich den Erstbeschreiber der Erkrankung: James Parkinson.

Seit dieser seinen Artikel “An Essay on the Shaking Palsy” (Eine Abhandlung über die Schüttellähmung) 1817 veröffentlichte, ist von der L-Dopa-Therapie bis hin zur tiefen Hirnstimulation ein breites Spektrum therapeutischer Optionen etabliert worden. Dennoch ist die Erkrankung auch nach mehr als 200-jähriger Bekanntheit noch unheilbar.

Umso wichtiger ist das Verständnis für den Umgang mit den Patienten, die Wahl der richtigen Parkinson-Medikamente und die Kenntnis der Therapieoptionen beim Auftreten psychischer Begleitsymptome.

Aktuelle und leitliniengerechte Informationen und Empfehlungen dazu finden sich hier:

Stadienabhängige Therapie des idiopathischen Parkinson-Syndroms (in AMBOSS)

Therapie von psychischen und Verhaltenssymptomen bei Morbus Parkinson (in AMBOSS)

Zur Original-Publikation von J. Parkinson:

An Essay on the Shaking Palsy (Journal of Neuropsychiatry and Clinical Neurosciences)

RR zu hoch trotz Antihypertensiva-Dreifach-Kombination. Was tun?

Wenn unter einer Dreifachtherapie keine Normalisierung des Blutdrucks zu erzielen ist, sollte die Diagnose “essentielle Hypertonie” reevaluiert und an eine sekundäre Ursache, u.a. einen primären Hyperaldosteronismus, gedacht werden. Daher empfehlen z.B. die amerikanischen Fachgesellschaften wegen der großen Dunkelziffern nicht-erkannter sekundärer Hypertonien bei Therapieresistenz ein eher großzügiges Ursachen-Screening. 

Welche Optionen zur Blutdrucksenkung nach der Dreifachtherapie noch übrig bleiben und welche Laborwerte bei Verdacht auf einen primären Hyperaldosteronismus erhoben werden müssen, kann man hier nachlesen:

Hinweise auf das Vorliegen einer sekundären Hypertonie (in Amboss)

Therapierefraktäre arterielle Hypertonie (in Amboss)

Screening auf einen primären Hyperaldosteronismus (in Amboss)

Leitlinie Management der arteriellen Hypertonie (ESC Pocket Guidelines)

Latent unsicher bei der latenten Hypothyreose?

Ein erhöhter TSH-Wert bei normwertigen Schilddrüsenhormonen ist insb. bei älteren Patienten ein häufiger Zufallsbefund im Rahmen von Routinekontrollen oder im Aufnahmelabor. Im Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen der Substitutionstherapie wie die Begünstigung von Arrhythmien bestehen oft Unsicherheiten, wie bei latenter Hypothyreose weiter vorgegangen werden soll.

Ab welchem TSH-Wert ist eine Substitution sinnvoll? Welche Faktoren sind für die Indikationsstellung noch von Bedeutung? Und mit welchem Abstand sollten nach Beginn der Substitution TSH-Kontrollen erfolgen?

Hier gibt es praktische Empfehlungen – zum Nachlesen und Nachhören:

Indikationsstellung für eine Behandlung bei manifester und latenter Hypothyreose

L-Thyroxin-Substitution

Auditor: Hypothyreose

Exkurs Global Health: Lepra – Hauptsache früh erkannt

Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung gehören Verstümmelungen durch das Mycobakterium leprae noch immer nicht der Vergangenheit an: Über 200.000 Neuinfektionen hat die WHO im Jahr 2015 dokumentiert. Besonders bitter daran ist: Fast jede zehnte Neuinfektion betraf ein Kind. Häufig waren zum Diagnosezeitpunkt schon irreversible Behinderungen sichtbar.

Dabei ist Lepra bei früher Diagnose gut heilbar. Deswegen nimmt die WHO in ihrer aktuellen Global Leprosy Strategy die Reduktion der Fälle neu erkrankter Kinder in den Fokus.

Wer sein Wissen über eine der ältesten Krankheiten der Menschheit auffrischen möchte, findet hier top-aktuelle Informationen:
 

Globale Lepra-Strategie 2016-2020 der WHO

Diagnostik der Leprainfektion in AMBOSS

Therapie der Lepra nach Richtlinien der WHO in AMBOSS

"Frau Doktor, ich hab Rücken!" Und jetzt?

Kreuzschmerzen sind über alle Altersklassen hinweg eines der häufigsten medizinischen Beschwerdebilder. Fast jede Fachrichtung sieht sich mit diesem Leitsymptom konfrontiert. Genauso vielfältig wie Genese und Verlauf der Beschwerden sind auch die Ursachen für Kreuzschmerzen.

Doch wie behandelt man Kreuzschmerzen richtig? Welche diagnostischen Maßnahmen sollten bei Rückenschmerz-Patienten eingeleitet und welche Therapien verordnet werden? Was sind die häufigsten Ursachen und was mache ich, wenn ich nichts finde?

Hilfestellung für den klinischen Alltag bei Diagnostik und Therapie gibt’s hier: 

Diagnostisches Vorgehen bei Kreuzschmerz in AMBOSS

S3-Leitlinie Kreuzschmerz (Nationale Versorgungsleitlinie)

GI-Blutung – ambulant oder stationär?

Obere gastrointestinale Blutungen sind ein häufiger Anlass für die Vorstellung in der Rettungsstelle. Während bei massiven Blutungen eine klare Indikation zur stationären Aufnahme und notfallmäßigen endoskopischen Abklärung besteht, kann in weniger ausgeprägten Fällen auch eine zeitnahe ambulante Magenspiegelung angeraten werden.

Welche Patienten können also guten Gewissens nach Hause geschickt werden? Bei welchen Symptomen sollte hingegen das Diensthandy des Notfallendoskopeurs klingeln?
Eine Entscheidungshilfe geben die folgenden Informationen

Gastrointestinale Blutung - Risikostratifizierung und Entwicklung einer Behandlungsstrategie (in AMBOSS)

S2k-Leitlinie Gastrointestinale Blutung (DGVS)