Influenzasaison 2018/2019 – Last call

Die Influenza-Saison beginnt i.d.R. mit dem Jahreswechsel. Wer das hier liest, gehört mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Berufsgruppe, für die seitens der STIKO eine klare Impfempfehlung vorliegt – nicht primär zum Eigenschutz, aber zum Schutz der Patienten. Gerade weil Impfthemen stets zu Diskussionen führen, ist ein Verständnis über die diesjährigen Impfstoffe und die Kenntnis der allgemeinen (Kontra-)Indikationen bei der Grippeimpfung wichtig:

Influenza-Impfstoffe der Saison 2018/2019

Grippe-Impfung

ASS gegen Leberkrebs – Zukunftsmusik?

Die Langzeiteinnahme von ASS senkt das Risiko eines hepatozellulären Karzinoms, das ist zumindest das Fazit einer Studie der Harvard Medical School: Eine lange Einnahmedauer und hohe Dosen deuteten demnach einen protektiven Effekt an.

Ob Patienten mit vorbestehender Lebererkrankung (z.B. Leberzirrhose) auch von einer ASS-Therapie profitieren oder die Risiken einer hochdosierten Langzeittherapie (z.B. Blutungen) überwiegen, soll nun weitergehend überprüft werden.

Wie es zur Leberzirrhose kommt, die als Hauptrisikofaktor des HCC gilt, und wie man das HCC bestmöglich therapiert, findet sich übersichtlich und prägnant nachfolgend zusammengefasst:

Ätiologie der Leberzirrhose

Stadiengerechte Therapie des HCC

Rivaroxaban und die Suche nach neuen Anwendungsgebieten

Das optimale Vorgehen zur Reduktion des Thromboembolierisikos bei TAVI-Patienten ist noch unklar  ‒ meist wird eine antithrombozytäre Therapie durchgeführt. Die Anwendung von Rivaroxaban in der GALILEO-Studie führte nun zu einem Rote-Hand-Brief. Im Studientelegramm Nr.48 diskutierten wir bereits die praktischen Konsequenzen.

Auch wenn neue Therapieoptionen für Patienten wünschenswert sind, ist beim Einsatz von Rivaroxaban und anderen DOAK außerhalb der klassischen Indikationen Vorsicht geboten. Zusammenfassungen wichtiger Studien zu diesem Thema findet ihr nun in einer eigenen Sektion.

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Richtig impformiert sein: Neuer STIKO-Impfkalender online!

Bei den 2018 aktualisierten STIKO-Empfehlungen hat sich einiges getan: So wird bspw. jetzt empfohlen, auch Jungen gegen HPV zu impfen – wir berichteten darüber.

Der aktuelle Impfkalender (auch als PDF verfügbar) gibt eine gute Übersicht über die momentan empfohlenen Standardimpfungen. Außerdem sind selbstverständlich in allen entsprechenden Kapiteln die Impfempfehlungen aktualisiert worden.

Und für besonders Wissbegierige: Hier gibts Details über aktuell verfügbare Impfstoffe.

Suchtmedizinische Reihe, Episode 2: “Tu mal lieber die Möhrchen” war einmal

"Marihuana ist nicht gut!", sang Helge Schneider noch vor 16 Jahren. Dieses Mantra ist aber nicht mehr uneingeschränkt haltbar: Seit März 2017 ist die Verordnung cannabishaltiger Arzneimittel in Deutschland möglich.

Welche Voraussetzungen müssen dabei beachtet werden? Welche Präparate stehen zur Verfügung und für welche Erkrankungen besteht bisher eine nachgewiesene Evidenz? Alle Antworten finden sich im folgenden Kapitel: Medizinische Verwendung von Cannabis

Über eine Studie zum Zusammenhang von Cannabiskonsum und Ketoazidose bei Typ-1-Diabetikern diskutierten wir vor kurzem im Studientelegramm Nr. 52.

Der klinische Fall: Samstags auf Station ...

… eine am Vorabend übernommene 78-jährige Patientin unter Antikoagulation zeigt einen Hb-Abfall auf 8 mg/dL, ist aber hämodynamisch stabil. Der Verdacht einer oberen GI-Blutung liegt in der Luft. Ist eine ÖGD am Montag ausreichend oder muss der Endoskopie-Hintergrunddienst informiert werden?

Ob es sich hier um eine Hochrisikosituation handelt, ist in der Praxis eine knifflige Frage. Die Leitlinie GI-Blutung bietet jedoch sehr konkrete Hilfestellungen und dekliniert durch, welche Patienten sofort, innerhalb von 12 oder während der ersten 72 Stunden endoskopiert werden müssen. Hier weiterlesen bei der entsprechenden Empfehlung…

Sind die Empfehlungen in der Praxis umsetzbar? Was fehlt? Wir freuen uns über Feedback (wie immer ganz einfach über den Feedbackbutton)!

Plötzlich verwirrt: Das Delir im klinischen Alltag

Während sich viele Kliniken noch schwer tun, wirksame Präventionsstrategien zu etablieren, sprechen die Zahlen Bände: Das Delir trifft im Durchschnitt jeden dritten älteren Krankenhauspatienten. Oft bleibt dann eine medikamentöse Therapie unumgänglich. Aber wie war das noch gleich mit den Benzodiazepinen? Was ist bei der Delir-Behandlung von Parkinson-Patienten zu berücksichtigen? Und welche Medikamente sind bei vorbestehender Demenz zu bevorzugen? Klare Therapievorschläge inkl. Dosierungen finden sich hier:

Medikamentöse Therapieoptionen des Delirs

Delir auf Intensivstation

Rote-Hand-Brief zu HCT

Aufgrund einer Assoziation mit dem vermehrten Auftreten nicht-melanozytärer Hauttumoren bei Patienten unter HCT-Therapie raten die Hersteller zu regelmäßigen Hautkontrollen und Vorsichtsmaßnahmen bei UV-Exposition.

Im Studientelegramm 50-2018 erläutern wir die Studienergebnisse, die zu der Warnung führten.

Weitere Infos zum Wirkstoff finden sich hier: Hydrochlorothiazid

Antibiotic Awareness – Resistenzen erkennen und richtig behandeln!

Carbapeneme finden als Beta-Lactam-Antibiotika mit breitem Wirkspektrum im klinischen Alltag häufig Anwendung, wobei auch hier vermehrt Resistenzen auftreten und die antibiotische Therapie erschweren.

Die WHO sensibilisiert auf der nun von ihr ausgerufenen World Antibiotic Awareness Week für dieses Thema und weist auf die sorgfältige und überlegte Anwendung der Medikamente hin.

Passend hierzu wurde an der Uni Köln nun ein zuverlässiges Testverfahren entwickelt, das in kürzester Zeit Carbapenem-Resistenzen direkt aus Blutkulturen bestimmen und so den Beginn einer wirksamen Therapie beschleunigen kann.

Wann der Einsatz von Carbapenemen indiziert ist, welches Keimspektrum von welchem Antibiotikum abgedeckt wird und worauf wir im Notfall zurückgreifen können, ist jetzt übersichtlich in unserem aktualisierten Antibiotika-Mosaik abgebildet.

Alle Infos zu einzelnen Wirkstoffen gibt es hier: Antibiotika - Übersicht

Narkolepsie: Opioide zum Wachbleiben?

Müdigkeit ist eine typische Nebenwirkung von Opioiden. Es scheint paradox, dass gerade diese Substanzklasse gute Wirksamkeit in der Therapie der Narkolepsie verspricht.

Durch einen Mangel an Hypokretin-produzierenden Neuronen leiden Patienten mit Narkolepsie an einer gestörten Schlaf-Wach-Regulation mit ausgeprägter Tagesschläfrigkeit. Eine Studie im Science Translational Medicine zeigte nun im Tierversuch, dass eine langfristige Behandlung mit Morphin die Hypokretin-Produktion steigern und positive Auswirkungen auf Kataplexien haben könnte. Auch die derzeit empfohlene Therapie u.a. mit Ritalin, Natrium-Oxybat (“Liquid Ecstasy”) und weiteren Psychostimulanzien ist spannend.

Infos zur Narkolepsie (Inhalte in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)) gibt es hier:

Symptome und Klinik der Narkolepsie

Medikamentöse Therapie der Narkolepsie bei Erwachsenen

Medikamentöse Therapie der Narkolepsie bei Kindern


Linksappendizitis – Was tun?

Der akute Unterbauchschmerz ist ein typisches Krankheitsbild in der Notaufnahme. Dass es sich bei der sog. Linksappendizitis meist nicht um einen Situs inversus handelt, ist wohl den meisten klar: Rechtsseitig stellt die Appendizitis, linksseitig hingegen eine Divertikulitis eine wahrscheinliche Diagnose dar.

Wie jedoch sieht die stadiengerechte Therapie der Divertikulitis aus? Welche Maßnahmen sollten neben der antibiotischen Behandlung durchgeführt werden? Ist eine ambulante oder stationäre Therapie indiziert? Hilfestellungen haben wir zusammengefasst:

Klassifikation von Divertikulose und Divertikulitis

Ambulantes und stationäres Management der Divertikulitis

Stationäre Antibiotikatherapie bei Divertikulitis


Suchtmedizinische Reihe, Episode 1: “Doctor please, some more of these!”

Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen oder Intoxikationen stellen alle medizinischen Fachgebiete vor Herausforderungen. Nach der umfangreichen Überarbeitung unserer suchtmedizinischen Themen in AMBOSS möchten wir daher regelmäßig praktisch relevante Inhalte zu dem Thema vorstellen. Den Anfang macht die Benzodiazepinabhängigkeit, die die Rolling Stones schon in den Sechzigern in “Mother’s Little Helper” besangen.

Trotz zunehmendem Problembewusstsein und strenger Indikationsstellung ist das Thema auch mehr als 50 Jahre später noch aktuell. Praxisanleitungen zum Ausschleichen, zum Management von Entzugssymptomen und viele weitere Infos finden sich hier:

Ausschleichschemata im Benzodiazepinentzug

Medikamentöse Therapie im Benzodiazepinentzug

Tuberkulosetherapie – Oder wie man den “Zauberberg” auf 50 Seiten kürzt

Heutzutage würde die Hauptfigur des “Zauberberg”, Hans Castorp, zum Krankenbesuch gar nicht erst bis nach Davos reisen müssen. Sein an Tuberkulose erkrankter Cousin würde wahrscheinlich in einer nahegelegenen Klinik eine adäquate Therapie erhalten. Doch im 19. Jahrhundert fielen die Menschen dieser als “Schwindsucht” bezeichneten Krankheit noch scharenweise zum Opfer. Berühmte Fälle wie Friedrich Schiller oder Franz Kafka hatten der Krankheit ebenso wenig entgegenzusetzen wie die übrige Bevölkerung. Und auch heute noch ist die Tuberkulose die neunthäufigste Todesursache weltweit.

Aktuelle Empfehlungen zum Management der Tuberkulose, z.B. zur Diagnosesicherung, erforderlichen Untersuchungen im Therapieverlauf oder dazu, mit wem man bei Multiresistenz Rücksprache hält, finden sich hier:

Diagnostik der Tuberkulose

Tuberkulostatika - Dosierungen und Therapiemanagement

Alternative Therapieregime, z.B. bei Resistenzen

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung – Was tun bei jungen MS-Patienten?

Schwere Verlaufsformen der Multiplen Sklerose können für Kinder und Jugendliche eine frühzeitige Behinderung bedeuten, denn gerade im Wachstumsalter kommt es zu einer hohen Schubfrequenz.

Eigentlich ist Jedem der besondere Schutz des Heranwachsenden bewusst und daher verzichten wir möglichst auf den Einsatz neuer Therapien. Bei der MS ist der Einsatz neuer Behandlungsformen aber manchmal die einzige Alternative zur Verzögerung der Krankheitsprogression.

Eine neue Studie im New England Journal of Medicine zeigte nun, dass der Immunmodulator Fingolimod die Anzahl der Schübe bei Heranwachsenden im Vergleich zu der Standard-Interferontherapie deutlich senken kann, jedoch ein ungünstiges Nebenwirkungsprofil aufweist.

Für uns Ärzte ist das gefühlt wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Als Entscheidungshilfe finden sich ausführliche Informationen über die immunmodulatorische Therapie der MS, Verlaufsformen, Klinik und Therapie bei Kindern hier:

Verlaufsformen der Multiplen Sklerose

Multiple Sklerose im Heranwachsendenalter

Verlaufsmodifizierende Therapie der MS

Männlich, 25, schlank, mit plötzlicher Atemnot

So oder so ähnlich präsentiert sich der Modellpatient mit Spontanpneumothorax. Aber was verbirgt sich bspw. hinter dem Menstruationspneumothorax? Und wo befindet sich das “Safe Triangle”?

Wir haben das Kapitel “Pneumothorax” komplett überarbeitet und an die aktuelle Leitlinie angepasst. Zahlreiche neue Röntgenbilder, Illustrationen und praktische Empfehlungen zum Management warten darauf, entdeckt zu werden:

Diagnostik des Pneumothorax

Thoraxdrainage bei Pneumothorax

Präklinische Versorgung des Spannungspneumothorax

Stolpersturz bei einliegender Hüftprothese – Was nun?

Ein Klassiker in der Facharztprüfung ist die periprothetische Femurfraktur beim alten Menschen. Für eine möglichst optimale Vorbereitung auf diesen Fall haben wir neben dem indizierten diagnostischen Vorgehen bei Femurschaftfrakturen, sowie den gängigen Therapieoptionen und Nachbehandlungsempfehlungen, auch Klassifikationen periprothetischer Frakturen und frakturspezifische OP-Methoden zusammengestellt.

Tipps und Hilfestellungen für die täglichen Prüfungen im ärztlichen Alltag liefern wir natürlich direkt mit:

Vancouver-Klassifikation nach Duncan und Masri

Vorgehen in der Notaufnahme - Femurfraktur

Therapie der Femurschaftfrakturen

Therapie der distalen Femurfrakturen

Nachbehandlungsschema bei operativ versorgter Femurschaftfraktur

Fit für Orthopädie und Unfallchirurgie

Um den speziellen Problemstellungen orthopädischer und unfallchirurgischer Fälle gerecht zu werden, haben wir in den letzten Monaten viel Liebe in die Erweiterung unserer AMBOSS-Inhalte gesteckt.
Mit einer Struktur, die sich an der Praxis orientiert, möchten wir das Management auch komplexer Krankheitsbilder des Bewegungsapparates erleichtern. So greifen die Inhalte aktuelle Leitlinienempfehlungen auf, illustrieren mögliche OP-Verfahren und enthalten Informationen zur Nachsorge.
Hier als Beispiel die Sprunggelenksfrakturen zum Reinschnuppern:

Sprunggelenksfraktur - Präklinisches Management

Sprunggelenksfraktur - Notaufnahme

Primär konservative Therapie bei Sprunggelenksfrakturen

Primär operative Therapie bei Sprunggelenksfrakturen

Breitkomplextachykardien - Manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht

Monomorph oder polymorph, ventrikulär oder supraventrikulär, schocken oder spritzen? Diese Fragen können im Akutfall manchmal verunsichern und den erforderlichen zügigen Therapiestart verzögern.

Alle Informationen zu Durchführung, Indikationsspektrum und zum Für & Wider der Therapiemaßnahmen finden sich im Kapitel Breitkomplextachykardien - Akutes klinisches Management.

Wem genug Zeit bleibt, sich über supraventrikuläre oder ventrikuläre Genese Gedanken zu machen, helfen folgende Inhalte zur Differentialdiagnostik:

Differenzierungskriterien bei unklarer Breitkomplextachykardie


Asthma bronchiale – Was hilft wirklich?

Stillen bis der Schulbus kommt? Den Hund ins Tierheim geben? Welche präventiven Maßnahmen kann man empfehlen?

Ausführliche Infos über diese und alle weiteren praktischen Aspekte der Erkrankung finden sich nachfolgend:

Prävention des Asthma bronchiale

Stufentherapie bei Asthma bronchiale

Akuttherapie bei Asthmaanfall bzw. Exazerbation

Urlaub auf Rezept

Die Sommerferien sind zu Ende, der Herbst fasst Fuß und wir träumen schon wieder vom nächsten Urlaubstrip im kommenden Jahr.

Passend zum leichten Herbst-Blues und dem Fernweh wurde kürzlich die Helsinki Businessmen Studie veröffentlicht, die zeigt: Langer Urlaub kann lebensverlängernd sein! Stressreduktion, mehr Schlaf und ein gesunder Lebensstil reduzieren das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen.

Welche weiteren Faktoren in der Genese von KHK, pAVK und dem akuten Koronarsyndrom relevant sind, findet sich hier noch einmal übersichtlich zusammengefasst:

Risikofaktoren der KHK

Ätiologie der chronischen pAVK

Pathophysiologie der absoluten Koronarinsuffizienz