Kapitel überarbeitet

Überblick behalten bei der Tuberkulose!

Der früher auch “Schwindsucht” genannten Tuberkulose fielen insb. im 19. Jahrhundert scharenweise Menschen zum Opfer. Davon blieben auch zahlreiche Charaktere in bekannten Romanen wie Anna Karenina (Lew Tolstoi), Stiller (Max Frisch) und natürlich dem Zauberberg (Thomas Mann) nicht verschont. Auch heute noch ist die Tuberkulose laut WHO die neunthäufigste Todesursache weltweit. Aufgrund ihrer Wichtigkeit wird sie auch in Prüfungen rauf und runter gefragt.

Gerade die Verlaufsformen der Tuberkulose können auf den ersten Blick ganz schön verwirren: Latenter Verlauf, Primär-, Postprimär- oder Miliartuberkulose usw. – in unserer neuen Abbildung haben wir die möglichen Verlaufsformen übersichtlich dargestellt. Alle weiteren Infos zur Tuberkulose findest du selbstverständlich im zugehörigen Kapitel.

Zankapfel Brustkrebsfrüherkennung

Seit der Einführung des flächendeckenden Mammographie-Screenings wird eine hitzige Debatte über Chancen und Risiken der Untersuchung geführt.

Wie kann man bei dem Thema seine Patientin, Freundin oder Mutter objektiv beraten? Und wie entscheidet man für sich selbst?

Die Patienteninformation zum Mammographie-Screening unseres Kooperationspartners gesundheitsinformation.de zeigt auf übersichtliche Art den Nutzen einerseits und die Risiken der Übertherapie andererseits und kann bei der Frage nach dem “Wie” eine Hilfe sein.

Zusätzlich bieten wir dir weitere Informationen zu Indikationen, Durchführung und Befunden der Mammographie sowie zu Screeningempfehlungen zwecks Mammakarzinomprävention (im Arzt-Modus) an.

Riskante Ratio

Die Odds Ratio bereitet immer wieder Schwierigkeiten bei der Interpretation – nicht nur unter Studenten, sondern auch unter Wissenschaftlern. So zeigten bspw. Übersichtsarbeiten von Holcomb (2001) und Tajeu (2012), dass die Odds Ratio in ihren jeweiligen Forschungsfeldern (Gynäkologie und Geburtshilfe bzw. Adipositas-Forschung) häufig schon in der Studie missverständlich oder gar falsch benutzt wird.

Insbesondere die unzulässige Gleichsetzung der Odds Ratio mit dem relativen Risiko (engl. Risk Ratio) findet sich immer wieder in Publikationen. Deswegen gibt es Stimmen, die für eine ausschließliche Verwendung der Odds Ratio im Rahmen von Fall-Kontroll-Studien plädieren, da in allen anderen Studientypen Alternativen zur Verfügung stehen. (Knol, 2012)

Keine Sorge, das alles klingt komplizierter, als es ist! Um euch gegen entsprechende Fehlinterpretationen zu wappnen, haben wir die Inhalte zur medizinischen Statistik ausführlich überarbeitet. Darin erklären wir euch nicht nur die Definition der Odds Ratio (und natürlich anderer epidemiologischer Maßzahlen), sondern auch die Eigenschaften der verschiedenen Studientypen. Werft auch gerne mal einen Blick in unsere Auditorfolgen zu diesen Themen.

Übersicht der Inhalte zur medizinischen Statistik (in AMBOSS)

Links zu den Studien:

An odd measure of risk: use and misuse of the odds ratio

Misuse of Odds Ratios in Obesity Literature: An Empirical Analysis of Published Studies

Down with odds ratios: risk ratios in cohort studies and randomised clinical trials

 


 

Exkurs Global Health: Lepra – Hauptsache früh erkannt

Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung gehören Verstümmelungen durch das Mycobakterium leprae noch immer nicht der Vergangenheit an: Über 200.000 Neuinfektionen hat die WHO im Jahr 2015 dokumentiert. Besonders bitter daran ist: Fast jede zehnte Neuinfektion betraf ein Kind. Häufig waren zum Diagnosezeitpunkt schon irreversible Behinderungen sichtbar.

Dabei ist Lepra bei früher Diagnose gut heilbar. Deswegen nimmt die WHO in ihrer aktuellen Global Leprosy Strategy die Reduktion der Fälle neu erkrankter Kinder in den Fokus.

Wer sein Wissen über eine der ältesten Krankheiten der Menschheit auffrischen möchte, findet hier top-aktuelle Informationen:

Globale Lepra-Strategie 2016-2020 der WHO

Diagnostik der Leprainfektion (in AMBOSS)

Therapie der Lepra nach Richtlinien der WHO (in AMBOSS)

Alle Achtung, James!

Jedes Jahr am 11.04. ruft die “European Parkinson’s Disease Association” mit Unterstützung der WHO den Welt-Parkinson-Tag aus. Sie macht damit auf das Leiden von Betroffenen aufmerksam, würdigt Erkenntnisse neuerer Forschung sowie natürlich den Erstbeschreiber der Erkrankung: James Parkinson.

Seit dieser seinen Artikel “An Essay on the Shaking Palsy” (Eine Abhandlung über die Schüttellähmung) 1817 veröffentlichte, ist von der L-Dopa-Therapie bis hin zur tiefen Hirnstimulation ein breites Spektrum therapeutischer Optionen etabliert worden. Dennoch ist die Erkrankung auch nach mehr als 200-jähriger Bekanntheit noch unheilbar.

Umso wichtiger ist das Verständnis für den Umgang mit den Patienten, die Wahl der richtigen Parkinson-Medikamente und die Kenntnis der Therapieoptionen beim Auftreten psychischer Begleitsymptome.

Aktuelle und leitliniengerechte Informationen und Empfehlungen dazu finden sich hier:

Stadienabhängige Therapie des idiopathischen Parkinson-Syndroms (in AMBOSS)

Zur Original-Publikation von J. Parkinson gelangst du hier:

An Essay on the Shaking Palsy (Journal of Neuropsychiatry and Clinical Neurosciences)