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Diagnostische Möglichkeiten in der Frauenheilkunde

Jede Frau kennt sie - die meisten möchten die jährlich stattfindende gynäkologische Untersuchung jedoch möglichst schnell hinter sich bringen. Doch was genau wird dabei eigentlich gemacht? Wie wird ein PAP-Abstrich durchgeführt? Wie lassen sich Infektionserreger diagnostizieren? Und wann wird eine Mammographie durchgeführt?

Antworten auf diese und viele weitere wichtige Fragen sowie eine bebilderte Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust (im Arzt-Modus) finden sich im AMBOSS-Kapitel zur Diagnostik in der Gynäkologie.

Arzt per App?

Bisher sind Ärzte, die ihre Patienten per Internet und Telefon beraten, in Deutschland noch eine Seltenheit. Das könnte sich jedoch schon bald ändern: Auf dem Ärztetag wurde gerade die Aufhebung des sog. Fernbehandlungsverbots beschlossen, welches Telemedizin bisher nur bei Folgebehandlungen und nicht bei Erstkontakt erlaubt hat.

Klar ist, dass der direkte Patientenkontakt weiterhin Standard bleiben soll. Die Telemedizin könnte aber insbesondere gegen den Ärztemangel in ländlichen Gegenden Abhilfe schaffen und unnötige Wege und Wartezeiten ersparen. Schon heute empfangen Ärzte über Apps Blutdruck- und Blutzuckerwerte ihrer Patienten oder schauen sich Hautveränderungen im Videochat an.

Die Lockerung des Telemedizingesetzes wird diesen Trend nun sicher beschleunigen – und wer weiß, vielleicht ist der digitale Hausbesuch in ein paar Jahren schon ganz normal…

Hier findest du den Artikel "Fernbehandlungsverbot gekippt" der Ärzte Zeitung online.

Querschnittsthema Alkoholabhängigkeit: Wie kann man den Patienten gerecht werden?

Zugegeben, Sekt, Bier und Gin Tonic gehören für viele zum Studentenleben dazu wie Mensaessen und geschwänzte Vorlesungen.

Kritisch wird es allerdings, wenn es ohne nicht mehr geht.

Ein Blick in diese Liste des statistischen Bundesamts muss alarmieren: Bei stationären Krankenhausbehandlungen sind alkoholbedingte psychische Störungen unter Männern die häufigste Diagnose. Weil Alkohol im Prinzip jedes Organsystem schädigen kann, sind die Problemstellungen komplex und betreffen fast jede Fachdisziplin. Unsicherheiten im Umgang mit Abhängigkeitspatienten drohen im Stress des Klinikalltags unterzugehen.

Wir erklären, wie man die Probleme angeht und zeigen euch, wie man den medikamentös unterstützten Alkoholentzug durchführt, was gegen Craving hilft und vieles mehr. 

Medikamentöse Empfehlungen bei Alkoholentzugssyndrom (in AMBOSS)

Anticravingsubstanzen (in AMBOSS)

Riskante Ratio

Die Odds Ratio bereitet immer wieder Schwierigkeiten bei der Interpretation – nicht nur unter Studenten, sondern auch unter Wissenschaftlern. So zeigten bspw. Übersichtsarbeiten von Holcomb (2001) und Tajeu (2012), dass die Odds Ratio in ihren jeweiligen Forschungsfeldern (Gynäkologie und Geburtshilfe bzw. Adipositas-Forschung) häufig schon in der Studie missverständlich oder gar falsch benutzt wird.

Insbesondere die unzulässige Gleichsetzung der Odds Ratio mit dem relativen Risiko (engl. Risk Ratio) findet sich immer wieder in Publikationen. Deswegen gibt es Stimmen, die für eine ausschließliche Verwendung der Odds Ratio im Rahmen von Fall-Kontroll-Studien plädieren, da in allen anderen Studientypen Alternativen zur Verfügung stehen. (Knol, 2012)

Keine Sorge, das alles klingt komplizierter, als es ist! Um euch gegen entsprechende Fehlinterpretationen zu wappnen, haben wir die Inhalte zur medizinischen Statistik ausführlich überarbeitet. Darin erklären wir euch nicht nur die Definition der Odds Ratio (und natürlich anderer epidemiologischer Maßzahlen), sondern auch die Eigenschaften der verschiedenen Studientypen. Werft auch gerne mal einen Blick in unsere Auditorfolgen zu diesen Themen.

Übersicht der Inhalte zur medizinischen Statistik (in AMBOSS)

Links zu den Studien:

An odd measure of risk: use and misuse of the odds ratio

Misuse of Odds Ratios in Obesity Literature: An Empirical Analysis of Published Studies

Down with odds ratios: risk ratios in cohort studies and randomised clinical trials

 


 

β-Thalassämie – Gentherapie auf dem Weg in die Klinik

Hämoglobinopathien sind oft kein besonders beliebtes Thema unter Studenten. Aktuell werden jedoch spannende Therapieansätze für die Behandlung der Erkrankungen des roten Blutfarbstoffs entwickelt!

Bei der β-Thalassämie liegt ein Defekt in der β-Kette (β-Thalassämie) des Hämoglobins vor, was bei der autosomal-rezessiv vererbten Form zu schweren transfusionsbedürftigen hämolytischen Anämien führen kann. Viele Patienten sind aus diesem Grund lebenslang von Transfusionen mit Erythrozytenkonzentraten abhängig, wenn keine allogene Stammzelltransplantation durchgeführt werden kann. 

In einer aktuellen Studie wurden 22 Patienten im Alter von 12–35 Jahren mit einer schweren, dauerhaft transfusionspflichtigen β-Thalassämie Stammzellen entnommen. Mithilfe eines Virus konnte die DNA eines gesunden β-Globin-Gens in die zuvor gewonnenen Stammzellen integriert werden. Den Patienten wurden die veränderten Stammzellen nach myeloablativer Chemotherapie wieder injiziert.

Bei 15 von 22 Patienten konnten die EK-Transfusionen im Mittel nach etwa 2 Jahren beendet werden. Auch bei den restlichen Patienten kam es zu einem signifikanten Hb-Anstieg, sodass die Transfusionsfrequenz deutlich reduziert werden konnte.

Die Studie wurde u.a. durch Bluebird Bio gesponsert.

Link zur Studie: Gene Therapy in Patients with Transfusion-Dependent β-Thalassemia

Thalassämie (in AMBOSS)

Aufbau des Hämoglobins (in AMBOSS)
 

Exkurs Global Health: Lepra – Hauptsache früh erkannt

Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung gehören Verstümmelungen durch das Mycobakterium leprae noch immer nicht der Vergangenheit an: Über 200.000 Neuinfektionen hat die WHO im Jahr 2015 dokumentiert. Besonders bitter daran ist: Fast jede zehnte Neuinfektion betraf ein Kind. Häufig waren zum Diagnosezeitpunkt schon irreversible Behinderungen sichtbar.

Dabei ist Lepra bei früher Diagnose gut heilbar. Deswegen nimmt die WHO in ihrer aktuellen Global Leprosy Strategy die Reduktion der Fälle neu erkrankter Kinder in den Fokus.

Wer sein Wissen über eine der ältesten Krankheiten der Menschheit auffrischen möchte, findet hier top-aktuelle Informationen:

Globale Lepra-Strategie 2016-2020 der WHO

Diagnostik der Leprainfektion (in AMBOSS)

Therapie der Lepra nach Richtlinien der WHO (in AMBOSS)

Alle Achtung, James!

Jedes Jahr am 11.04. ruft die “European Parkinson’s Disease Association” mit Unterstützung der WHO den Welt-Parkinson-Tag aus. Sie macht damit auf das Leiden von Betroffenen aufmerksam, würdigt Erkenntnisse neuerer Forschung sowie natürlich den Erstbeschreiber der Erkrankung: James Parkinson.

Seit dieser seinen Artikel “An Essay on the Shaking Palsy” (Eine Abhandlung über die Schüttellähmung) 1817 veröffentlichte, ist von der L-Dopa-Therapie bis hin zur tiefen Hirnstimulation ein breites Spektrum therapeutischer Optionen etabliert worden. Dennoch ist die Erkrankung auch nach mehr als 200-jähriger Bekanntheit noch unheilbar.

Umso wichtiger ist das Verständnis für den Umgang mit den Patienten, die Wahl der richtigen Parkinson-Medikamente und die Kenntnis der Therapieoptionen beim Auftreten psychischer Begleitsymptome.

Aktuelle und leitliniengerechte Informationen und Empfehlungen dazu finden sich hier:

Stadienabhängige Therapie des idiopathischen Parkinson-Syndroms (in AMBOSS)

Zur Original-Publikation von J. Parkinson gelangst du hier:

An Essay on the Shaking Palsy (Journal of Neuropsychiatry and Clinical Neurosciences)

Danke für den Fisch? Omega-3-Fettsäuren und kardiovaskuläre Ereignisse

Eine fischreiche Ernährung soll potentiell vor kardiovaskulären Erkrankungen schützen. Dieser Effekt wird auf die in Fisch reichlich enthaltenen langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (insb. Omega-3-Fettsäuren) zurückgeführt. Eine neue Metaanalyse aller randomisierten Studien durch die Omega-3 Treatment Trialists’ Collaboration konnte dies jedoch nicht belegen. So hatte bei den insg. 77.917 Studienteilnehmern die regelmäßige Gabe von Omega-3-Fettsäuren keine signifikanten Effekte auf das Auftreten von Myokardinfarkten, Schlaganfällen oder anderen kardiovaskulären Ereignissen.

Übersichtliche Zusammenfassungen dieser und weiterer aktueller wissenschaftlicher Studien kannst du dir einfach über das Studientelegramm von HOMe Academy und AMBOSS abonnieren.

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