Riskante Ratio

Die Odds Ratio bereitet immer wieder Schwierigkeiten bei der Interpretation – nicht nur unter Studenten, sondern auch unter Wissenschaftlern. So zeigten bspw. Übersichtsarbeiten von Holcomb (2001) und Tajeu (2012), dass die Odds Ratio in ihren jeweiligen Forschungsfeldern (Gynäkologie und Geburtshilfe bzw. Adipositas-Forschung) häufig schon in der Studie missverständlich oder gar falsch benutzt wird.

Insbesondere die unzulässige Gleichsetzung der Odds Ratio mit dem relativen Risiko (engl. Risk Ratio) findet sich immer wieder in Publikationen. Deswegen gibt es Stimmen, die für eine ausschließliche Verwendung der Odds Ratio im Rahmen von Fall-Kontroll-Studien plädieren, da in allen anderen Studientypen Alternativen zur Verfügung stehen. (Knol, 2012)

Keine Sorge, das alles klingt komplizierter, als es ist! Um euch gegen entsprechende Fehlinterpretationen zu wappnen, haben wir die Inhalte zur medizinischen Statistik ausführlich überarbeitet. Darin erklären wir euch nicht nur die Definition der Odds Ratio (und natürlich anderer epidemiologischer Maßzahlen), sondern auch die Eigenschaften der verschiedenen Studientypen. Werft auch gerne mal einen Blick in unsere Auditorfolgen zu diesen Themen.

Übersicht der Inhalte zur medizinischen Statistik (in AMBOSS)

Links zu den Studien:

An odd measure of risk: use and misuse of the odds ratio

Misuse of Odds Ratios in Obesity Literature: An Empirical Analysis of Published Studies

Down with odds ratios: risk ratios in cohort studies and randomised clinical trials