Suchtmedizinische Reihe, Episode 3: Früher “Pervitin”, heute “Crystal Meth”

"Crystal Meth" geistert immer häufiger durch die Medien, oft gespickt mit drastischen Bildern der körperlichen Folgeerscheinungen. Der Amphetaminabkömmling findet eine zunehmende Verbreitung in Deutschland, gerade in kleineren Städten und ländlicheren Regionen im Südosten, aber auch als Partydroge in den Großstädten. Das enorme Suchtpotential der Droge führt oft schon nach einmaligem Konsum zur Abhängigkeit.

Klicke hier für Hintergrundwissen zu "Crystal Meth". Mit einem Wechsel in den Arztmodus hast du Zugriff auf besonders ausführliche (für Ärzte relevante) Infos im Kapitel, die auf den Empfehlungen der aktuellen Leitlinie basieren (bspw. zum Vorgehen bei Metamphetaminabhängigkeit).


Die Kunst der Risikokommunikation

Risiken medizinischer Maßnahmen zu kommunizieren, gelingt nicht immer. Ein bekanntes Beispiel ist die Eilmeldung des britischen Komitees für Arzneimittelsicherheit im Jahre 1995, dass orale Kontrazeptiva der 3. Generation das Thromboserisiko im Vergleich zu den Vorgängerpräparaten verdoppelten.

Die folgende Verunsicherung der Bevölkerung mit Pillenstopps- und wechseln führte u.a. zu einem starken Anstieg von unerwünschten Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüchen. In absoluten Zahlen gemessen war durch die Verdopplung des Risikos jedoch pro 10.000 Frauen mit nur einer zusätzlichen Thrombose zu rechnen, so dass die Meldung letztlich mehr schadete als nützte.

Dieses und ein weiteres Beispiel zur Mammographie haben wir in Zusammenarbeit mit der AG Risikokompetenz (Charité Berlin) herausgearbeitet und euch als Fälle zur Verfügung gestellt. Achtung: Hierzu in den Arztmodus wechseln!

Narkolepsie: Opioide zum Wachbleiben?

Schlafattacken im Alltag können nicht nur eine Folge zu früher Vorlesungszeiten oder langer Nächte sein, sondern auch ein ernstzunehmendes Symptom der Narkolepsie darstellen.

Einen möglichen neuen Therapieansatz mit Opioiden untersuchte jetzt eine Studie im Science Translational Medicine. Gesteigerte Tagesmüdigkeit ist zwar oft eine Nebenwirkung von Opioiden, sie steigern aber möglicherweise die Produktion des bei Narkoleptikern mangelhaft vorliegenden Hypocretins. Im Tierversuch konnte durch Morphingaben die Symptomschwere bei Kataplexie reduziert werden.

Auch spannend: Zu den derzeit empfohlenen Medikamenten bei Narkolepsie gehört u.a. Natriumoxybat, auch bekannt als GHB oder “Liquid Ecstasy”.

Inhalte über die Narkolepsie zum Auffrischen und Vertiefen, erstellt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), finden sich im Folgenden:

Symptome und Klinik der Narkolepsie

Medikamentöse Therapie der Narkolepsie


Gewichtsreduktion an Weihnachten: Gans oder gar nicht?

Kaum zu glauben! Was uns namhafte Klatschblätter alljährlich und ausdauernd versuchen zu verkaufen, ist jetzt auch im British Medical Journal angekommen: Abnehmtipps über die Weihnachtsfeiertage!

Die sog. Winter Weight Watch Study zeigte, dass Teilnehmer der Interventionsgruppe über die Weihnachtszeit im Schnitt ganze 130 g abnahmen. Dabei protokollierten sie mind. zweimal wöchentlich ihr Körpergewicht und wurden außerdem über Gewichtsmanagement sowie die notwendige physische Aktivität bei hoher Kalorienzufuhr aufgeklärt. Die Probanden der Kontrollgruppe hingegen trugen nach den Festtagen 0,37 kg mehr auf den Hüften.

Ob ihr euch wirklich beim Schlemmen mäßigen wollt oder nicht: Wir wünschen euch schöne Weihnachtsfeiertage!


PS: Bei AMBOSS gibts übrigens auch einen BMI-Rechner ;)

Antibiotika bei Tonsillitis gezielt einsetzen!

Junger Mann mit Fieber, Husten und Stippchen auf den Tonsillen... Streptokokkenangina oder doch nur ein Virus?

Die Erkältungssaison ist in vollem Gange: Halsschmerzen und Co. führen viele Patienten in die Allgemeinarztpraxis, wo auch bei viraler Genese oftmals Antibiotika verschrieben werden – mit der Gefahr zunehmender Resistenzen! Gleichzeitig gilt es, Warnsignale einer bakteriellen Angina erkennen zu können, um Komplikationen zu vermeiden.

Mithilfe des Centor- und des McIsaac-Scores lässt sich die obige Frage beantworten und der zielgerichtete Einsatz von Antibiotika verbessern.

Richtig impformiert sein: Neuer STIKO-Impfkalender bei AMBOSS online!

Bei den 2018 aktualisierten STIKO-Empfehlungen hat sich einiges getan: So wird bspw. jetzt empfohlen, auch Jungen gegen HPV zu impfen – wir berichteten darüber.

Der aktuelle Impfkalender (auch als PDF verfügbar) gibt eine gute Übersicht über die momentan empfohlenen Standardimpfungen. Außerdem sind selbstverständlich in allen entsprechenden Kapiteln die Impfempfehlungen aktualisiert worden.

Und für besonders Wissbegierige: Hier gibts Details über aktuell verfügbare Impfstoffe.

Suchtmedizinische Reihe, Episode 2: “Tu mal lieber die Möhrchen” war einmal

"Marihuana ist nicht gut!", sang Helge Schneider noch vor 16 Jahren. Dieses Mantra ist aber nicht mehr uneingeschränkt haltbar: Seit März 2017 ist die Verordnung cannabishaltiger Arzneimittel in Deutschland möglich.  Weißt du, wann und in welcher Form sie angewandt werden können? Im Arzt-Modus findest du genau diese sowie weitere spannende Infos zur medizinischen Verwendung von Cannabis.

Mindestens ebenso relevant ist der illegale Konsum, schließlich ist Cannabis die häufigste illegal konsumierte Droge in Deutschland. Wie lange es nachweisbar ist oder mit welchem Medikament psychotische Symptome bei einer Intoxikation behandelt werden, erfährst du im überarbeiteten AMBOSS-Kapitel zum Thema Cannabis.

Über eine Studie zum Zusammenhang von “Kiffen” und Ketoazidose bei Typ-1-Diabetikern diskutierten wir vor kurzem im Studientelegramm Nr. 52.


Purple for preemies!

Jedes Jahr erstrahlen am 17.11. diverse Gebäude anlässlich des Weltfrühgeborenentages in der Farbe Lila, in Deutschland zuletzt u.a. das Bettenhochhaus der Berliner Charité oder das Heidelberger Schloss. Pro Jahr werden in Deutschland 65.000 Kinder zu früh geboren und bedürfen einer fürsorglichen medizinischen Betreuung. Ihre Prognose verbessert sich glücklicherweise stetig! Infos zur Frühgeburtlichkeit findest du zusammengefasst bei uns.


Suchtmedizinische Reihe, Episode 1: “Doctor please, some more of these!”

Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen oder Intoxikationen stellen alle medizinischen Fachgebiete vor Herausforderungen. Nach der umfangreichen Überarbeitung der suchtmedizinischen Themen in AMBOSS möchten wir daher regelmäßig praktisch relevante Inhalte zu dem Thema vorstellen.

Den Anfang macht das Kapitel über die Abhängigkeit von Sedativa wie z.B. Benzodiazepinen, die die Rolling Stones schon in den Sechzigern in “Mother’s Little Helper” besangen. Dort findest du im Arztmodus u.a. Praxisanleitungen zum Ausschleichen oder zum Management von Entzugssymptomen. Außerdem von spannender Relevanz: Infos zu verwendeten Substanzen in KO-Tropfen und deren Nachweisbarkeit.

Tick, Trick oder TRAK?!

Erkrankungen der Schilddrüse zählen zu den häufigsten Stoffwechselstörungen. Aufgrund verschiedenster Pathologien gilt es daher, den Überblick zu behalten: Welche Antikörper sind wann erhöht? Wann ist eine Hyperthyreose latent und wann manifest? Sind bei einer Überfunktion Thyreostatika indiziert oder empfiehlt sich eine Radioiodtherapie? Und was hat Herr de Quervain mit der Schilddrüse zu tun?

Die AMBOSS-Kapitel zu Schilddrüsenerkrankungen sind frisch überarbeitet und bieten neben der Beantwortung dieser Fragen zahlreiche neue llustrationen zu den Wirkmechanismen der Thyreostatika, Sono- und Szintigraphiebefunde, Diagnose-Algorithmen und weitere wissenswerte Informationen rund ums Thema. Mehr Überblick geht nicht!

Hashimoto-Thyreoiditis

Thyreoiditis de Quervain

Hyperthyreose

Struma


Frei von der Leber gesprochen

Die Leberzirrhose ist im stationären Kontext eine häufige Diagnose und hat eine sehr schlechte Prognose: Im Stadium Child C überlebt nur ein Drittel der Patienten das folgende Jahr. Der häufigste Grund ist chronischer Alkoholkonsum, gefolgt von den Virushepatitiden.

Alle wichtigen Informationen kurz zusammengefasst findest du in unserer Abbildung zu dem Thema. Der Rechner für den Child-Pugh-Score hilft schnell weiter, wenn dir die Kriterien mal entfallen sein sollten.


Männlich, 25, schlank

… mit plötzlicher Atemnot. So oder ähnlich sieht der typische Patient mit Spontanpneumothorax in Prüfungsfragen oft aus. Doch hast du schon mal vom Menstruationspneumothorax gehört? Nein? Dann lies im Kapitel “Pneumothorax” nach, das wir komplett überarbeitet und an die aktuelle Leitlinie (2018) angepasst haben.

Im Klinikmodus findest du in diesem Kapitel zahlreiche Röntgenbilder. Darüber hinaus helfen dir Overlays weiter, wenn du den Pneumothorax mal nicht sofort abgrenzen kannst. Im Arztmodus findest du viele weitere Informationen, die über das Examenswissen hinausgehen: Wie lagere ich einen Patienten mit Pneumothorax? Und: dürfen Patienten nach stattgehabtem Pneumothorax jemals wieder tauchen gehen?

Medizin-Nobelpreis für die “Immuncheckpoint-Inhibitoren”

Gestern wurden die diesjährigen Nobelpreisträger in der Medizin bekannt gegeben. Auch von uns einen herzlichen Glückwunsch an James P. Allison und Tasuku Honjo, die gemeinsam für die Entwicklung der sog. “Immuncheckpoint-Inhibitoren” ausgezeichnet wurden. Worum genau handelt es sich dabei eigentlich?

Diese monoklonalen Antikörper richten sich gegen die von T-Zellen exprimierten Rezeptoren PD-1 und CTLA4, die physiologischerweise ein hemmendes Signal auf die Immunantwort vermitteln. Das Andocken der Antikörper bewirkt eine Aktivierung der zytotoxischen T-Zell-Immunreaktion gegen Tumorzellen. Anders gesagt: das körpereigene Immunsystem wird aktiviert, die Krebszellen zu bekämpfen, was einen revolutionären Ansatz im Kampf gegen Krebs darstellt.

Und während Nobelpreise oft weit in der Zukunft liegende Therapieansätze auszeichnen, haben die Immuncheckpoint-Inhibitoren mit Pembrolizumab bereits Eingang in die Therapie des metastasierten malignen Melanoms gefunden. Auch beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom ist die Anwendung schon heute möglich.

Urlaub bald auf Rezept vom Kardiologen?

Die Semesterferien neigen sich dem Ende zu, der Herbst fasst Fuß und wir träumen schon wieder vom nächsten Urlaubstrip im kommenden Jahr.

Dass unser Fernweh bloß Folge eines archaischen Überlebensinstinktes ist, beweist die Helsinki Businessmen Studie jetzt endlich schwarz auf weiß: Langer Urlaub kann lebensverlängernd sein, indem er das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen reduziert. Ob die Businessmänner dabei backpackten, Club- oder Pauschalurlaub machten, bleibt offen.

Die koronare Herzkrankheit prädestiniert kardiovaskuläre Ereignisse (z.B. Herzinfarkt), die in den Industrienationen die führende Todesursache sind. Es liegt auf der Hand, dass Risikofaktoren für eine KHK früh ausgemacht werden müssen und dementsprechend oft in Prüfungen abgefragt werden. Hier finden sie sich noch einmal übersichtlich zusammengefasst: Risikofaktoren der KHK.

Die schönste Nebensache der Welt

Des einen Pein ist des anderen Lieblingsthema: Stuhlgang! Aber wusstest du schon, wie du seine Konsistenz beurteilen kannst?

Unsere Illustration zur Bristol-Stuhlformen-Skala hilft dir weiter. Denn Veränderungen der Stuhlkonsistenz, etwa in Form von Verstopfung oder Durchfällen, sind selten gefragte Prüfungsthemen, begegnen einem aber permanent beim Umgang mit Patienten.

Im Arzt-Modus findest du ausführliche Informationen zum Vorgehen bei Obstipation bzw. zum Management einer akuten Durchfallerkrankung und sogar die Stuhlformen-Skala als Quiz! :)

Cholezysto-, Choledocho-, Cholewas? – Durchblick beim Silbenchaos im Gallengangsystem

Female, fat, forty usw. – die Risikofaktoren für ein Gallensteinleiden kann man sich leicht merken. Je nachdem, ob und wo ein Stein stecken bleibt, kann es jedoch zu unterschiedlichen Krankheitsbildern kommen. Drei davon vergleichen wir in unserer neuen Illustration zu Gallensteinen und Entzündungen im Gallensystem.

Möchtest du auch deine topographischen Kenntnisse noch einmal auffrischen? Im Kapitel zur Anatomie der Gallenblase und -wege findest du u.a. ein Quiz zum selber testen. Viel Spaß!